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Streit um Kamera-Befestigungen

Ferrari zeigt gleichen Trick wie Mercedes

Ferrari - Nasenkamera - Barcelona-Test 2015 Foto: xpb 29 Bilder

Ferrari und Mercedes mussten auf Wunsch der FIA die Halterungen der Onboard-Kameras an der Nase ändern. Beide kamen auf ähnliche Lösungen, die zwar nicht im Sinne der Regelhüter ist, aber den Worten des Reglements entspricht. Die Konkurrenz hat sich bereits bei der FIA beschwert.

27.02.2015 Michael Schmidt

Das ist das Problem der FIA. In Paris sitzt eine Handvoll Ingenieure, die sich immer striktere Regeln für die Formel 1-Autos einfallen lassen. Draußen brüten Hunderte Ingenieure darüber, wie man diese Regeln austricksen könnte. Bestes Beispiel ist die in der Nase montierte TV-Kamera.

Red Bull hatte sie im letzten Jahr in die Nase integriert. Was nach fünf Rennen verboten wurde. Dann kamen Kameras in Mode, die an zwei Nasenohren oben aus der Nase wachsen. Die Ohren wurden immer extremer. Mit einem Ziel: Die Kamera wurde zum Flügel oder zum Leitblech umfunktioniert.

Mercedes zeigt Kamera-Trick als erster

In diesem Jahr gingen Mercedes, Ferrari und Toro Rosso zu weit. Die FIA ließ die Teams in einer technischen Direktive wissen, dass die Länge der Kamerahalterungen vom Chassis in horizontaler Richtung maximal 15 Millimeter betragen darf. Weiter vorne an der schmaler werdenden Nase darf die Halterung auch etwas mehr abstehen.

Um den Bereich genau feszulegen, hat die FIA eine virtuelle Box definiert. Diese Box liegt zwischen 150 und 450 mm vor der Vorderachse und 325 und 525 mm über der Referenzebene. Da die neue A-A Sektion bei 525 mm liegt, sind die Nasen weiter vorne tiefer. Deshalb stehen die Kameras über die Nase hinaus.

Während beim Toro Rosso die die Kamera nach der Änderungsaufforderung horiziontal aus der Nase wächst, kam Mercedes auch eine ganz schlaue Idee. Statt die Halterung in Form eines Bogens auszulegen, weist sie zwei rechte Winkel aus. In der horizontalen Ausdehnung nutzt Mercedes die maximal erlaubten Dimensionen aus.

Ferrari zeigt ähnliche Lösung wie Mercedes

Die Kamera ist zudem so weit vorne wie möglich in dem definierten Fenster montiert. Hier biegt die Nase am steilsten nach unten ab. Dadurch steht die Kamera sehr hoch über dem Vorderbau und stört die Aerodynamik der Frontpartie so wenig wie möglich.

Einen Tag nach Mercedes kam auch Ferrari mit einer ähnlichen Lösung. Zwar ist die Befestigung nicht ganz so filigran wie am Silberpfeil, sie folgt allerdings dem gleichen Konzept. Seitlich an der Nase angebracht geht die Halterung senkrecht nach oben und dann im rechten Winkel nach außen.

Konkurrenz beschwert sich über Kamera-Trick

Nach Informationen von auto motor und sport sollen sich bereits 2 Teams über die Mercedes-Idee beschwert haben. Doch für dieses Jahr sind die Regeln festgelegt. Und offenbar verstößt die Silberpfeil-Lösung gegen keine der Vorgaben. Experten gehen nun davon aus, dass eine große Kopierwelle einsetzen wird.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die Versionen von Ferrari und Mercedes im Detail.

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