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Streit um Monza-Umbau

Foto: dpa 63 Bilder

Die Fahrer fordern für die Hochgeschwindigkeitsstrecke mehr Sicherheit, der Veranstalter reagiert mit Unverständnis. Die Fronten sind verhärtet, nun mischt sich auch Chef-Vermarkter Bernie Ecclestone ein.

13.09.2006 Markus Stier

Es war eine böse Überraschung für Monzas Streckendirektor Enrico Ferrari, als er eine Verabredung mit der Fahrer-Gewerkschaft GPDA "wegen wichtigerer Aufgaben" kurzfrisitg absagte. Ferrari glaubte, er hätte für seine Bemühungen, den modernen Standard der Traditionsstrecke zu gewährleisten, geehrt werden sollen. Schließlich hatte er gerade erst die Hälfte des 5,8 Kilometer langen Asphaltbandes im königlichen Park neu asphaltieren lassen.

Stattdessen griffen die Fahrer den Streckenchef in einem Schreiben für sein Fehlen öffentlich an. Sie hatten Streckenchef-Ferrari zum Rapport bestellt, um seit Jahren geforderte Sicherheitsmaßnamen erneut anzumahnen. "Wir sind extrem enttäuscht nicht die Chance zu haben, mit den Streckenbetreibern zusammen zu einer Lösung zu kommen", heißt es in dem von David Coutlhard, Jarno Trulli und Michael Schumacher unterschriebenen Brief.

Fahrer: "Geld ist offensichtlich vorhanden"

Der GPDA-Direktoren ist vor allem die Roggia-Schikane nach der mit Vollgas gefahrenen Curva Grande ein Dorn im Auge. Sie fordern mehr Sturzraum und das Ersetzen der Kiesbetten durch Asphaltflächen. Am liebsten hätten die Fahrer einen Komplettumbau der Links-Rechs-Kombination in eine Rechts-Links-Variante, da auf der rechten Streckenseite die Auslaufzone größer sei. "Dass die halbe Strecke frisch asphaltiert wurde, zeigt, dass Geld vorhanden ist", argumentieren Schumacher und Kollegen.

Bei der Sportbehörde FIA, die dem Kurs in Monza ohne Beanstandungen die Freigabe erteilt hatte, stößt das Drängen der Fahrer ebenso wie beim Veranstalter auf Unverständnis. Sechs Jahre entwickelte man nach dem schweren Silverstone-Unfall von Michael Schumacher an einer speziellen Barriere, die einen Aufprall von 190 km/h innerhalb von vier Metern auf null reduziert, ohne dass nennenswerte Blessuren zu erwarten sind.

Bernie Ecclestone: "Lasst Monza in Ruhe"

Die Fahrer sprechen von Aufprallgeschwindigkeiten von 200 km/h und autretenden Kräften, die dem 40-fachen der Erdbeschleunigung entsprechen. Der Veranstalter argumentiert, dass erst ein Aufprall über 50g als bedrohlich gilt. Zudem sind die Topspeeds durch die Hubraumreduzierung um 20 km/h gesunken.

Bernie Ecclestone greift in die Diskussion nun mäßigend ein: "Die Fahrer sollten mit der FIA reden und nicht mit der Presse. Und sie sollten den Verantalter in Monza in Ruhe lassen, der bisher immer jeden Änderungswunsch respektiert hat."

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