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Streit um Motor-Kosten

FIA will Preisgrenze von 12 Millionen Dollar

Force India & Mercedes - GP Kanada 2015 Foto: ams 28 Bilder

Die FIA will die Motorenkosten ab 2017 auf 12 Millionen Dollar pro Kundenteam reduzieren. Da stößt sie auf wenig Gegenliebe bei den Herstellern. Die wollen bei den aktuellen Preisen bleiben. Trotz schlechter Argumente.

08.07.2015 Michael Schmidt

Die Sitzung der Strategiegruppe am 1. Juli hat die Formel 1 nicht revolutioniert. Aber sie hat ein paar sinnvolle Detailentscheidungen für die Zukunft gebracht. Viel wichtiger aber ist, was hinter den Kulissen besprochen und nicht kommuniziert wurde. Die FIA hat einige heiße Themen angefasst, zu denen es noch Gesprächsbedarf gibt. Dazu zählt auch der Preis für die Motoren.

FIA-Präsident Jean Todt ist der Meinung, dass die Formel 1 Hybridtechnologie braucht. Weil es eine zukunftsweisende Entwicklung ist, und nur sie Automobilhersteller in die Königsklasse locken kann. Die FIA hat es aber bei dem Beschluss des aktuellen Reglements im Jahr 2012 versäumt, die Kosten für die Motoren zu begrenzen. So wie das beim V8 der Fall war. Der durfte maximal 8 Millionen Euro kosten.

Motoren als Genickbrecher für das Mittelfeld

Jetzt will die FIA das nachholen, was sie den Herstellern zuliebe einst unterlassen hat. Weil die Kosten für die Motoren die Privatteams an den Rand des Ruins getrieben haben. Damit ist nicht nur die Miete für die 11 Antriebsquellen gemeint, die ein Rennstall für eine Saison braucht. Die V6-Turbos mit ihren zwei Elektromotoren haben auch die Kosten an der Peripherie steigen lassen. Kühlung, Unterbringung der Bausteine, Elektronik und Energiemanagement sind viel komplizierter als vorher.

Im Augenblick bezahlen die Teams je nach Ausstattung ihres Vertrages zwischen 17 und 22 Millionen Euro für das Antriebspaket. Bei Force India und Sauber gehört auch noch das Getriebe dazu. Für das Mittelfeld haben sich die 10 Millionen extra im Vergleich zur V8-Ära als Genickbrecher erwiesen. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass keiner die Hersteller beauftragt hat, 100 Millionen Euro in die Entwicklung der Triebwerke zu investieren.

Hersteller wollen Motoren nicht subventionieren

Die FIA will die reinen Motorkosten ab 2017 auf 12 Millionen Dollar senken. Ein Getriebedeal soll nicht mehr als 1,5 Millionen Dollar kosten. Die FOM, angeführt von Bernie Ecclestone und CVC-Chef Donald Mackenzie schließt sich dieser Forderung an. Ecclestone sind die augenblicklichen Motoren ohnehin suspekt. Wenn sie die Hersteller unbedingt haben wollen, müssen sie auch den Preis dafür bezahlen.

Das sehen Mercedes und Ferrari anders. Mercedes behauptet, dass bei 17 Millionen Dollar das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Teamchef Toto Wolff signalisiert aber zumindest Gesprächsbereitschaft: "Wir nehmen die Anfrage der FIA ernst. Der aktuelle Preis berechnet sich nach unserem ursprünglichen Geschäftsmodell. Wenn er jetzt sinken soll, müssten wir unsere Stifte noch einmal spitzen."

Ferrari-Rennleiter Maurizio Arrivabene will die Motoren auf keinen Fall subventionieren. "Wir können nicht weniger verlangen als das, was sie uns kosten." Der frühere Williams-Technikchef Patrick bezweifelt, dass 11 Antriebseinheiten vom reinen Materialwert her 17 Millionen ausmachen. Ein Satz würde demnach 1,54 Millionen Euro kosten. Deutlich mehr als Ferraris Vorzeigemodell "La Ferrari". Head vermutet, dass die Hersteller einen Teil der Entwicklungskosten umschlagen.

Und genau da setzen Sauber, Force India und Lotus an. "Wir haben diese Motoren nie gewollt. Sie kamen auf Wunsch der Automobilhersteller und wurden uns aufs Auge gedrückt. Deshalb können sie uns auch nicht die Entwicklungskosten anrechnen. Sie betreiben damit Imagewerbung, nicht wir", argumentiert Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn.

Die Hersteller stehen da auf dünnem Eis. Arrivabene betreibt eine Milchmädchenrechnung. Wenn die Teams sterben, bekommen sie gar kein Geld. Bei einem dritten Auto oder "Franchise-Nehmern" müssten sie selbst die Kosten tragen.

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