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Streit um Motor-Token geht weiter

McLaren will Höchstzahl an Token

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1-Test - Jerez - 3. Februar 2015 Foto: Stefan Baldauf 53 Bilder

Am 5. Februar geht der Streit um die Motorentwicklung in die nächste Runde. Ursprünglich war Honda der Mittelwert der Token versprochen worden, die sich Mercedes, Ferrari und Renault nach dem 28. Februar aufheben. Damit gibt sich Hondas Partner McLaren nicht zufrieden. Man will den Höchstwert.

03.02.2015 Michael Schmidt

Eigentlich schien das Thema vom Tisch. Die FIA hatte den Streit um die Motorenentwicklung in einem Rundschreiben an die Teams für beendet erklärt. Mercedes, Ferrari und Renault müssen ihre 32 Entwicklungs-Wertmarken nicht mehr bis zum 28. Februar aufbrauchen. Sie können sich beliebig viele Token für den Rest der Saison aufheben. Zur Erinnerung: 32 Token entsprechen 48 Prozent aller Motorkomponenten.

McLaren mit Token-Kompromiss nicht zufrieden

Für Neuzugang Honda wurde ein Kompromiss ausgearbeitet. Die Japaner hätten eigentlich ihren Motor nach dem Stichtag nicht mehr im Hinblick auf mehr Leistung modifizieren dürfen. Doch dann gestand die FIA Honda zu, dass sie ihre Antriebsquelle während der Saison doch weiterentwickeln dürfen. Den Umfang bestimmt die Konkurrenz. Es ist der Mittelwert der Token, die sich Mercedes, Ferrari und Renault nach der Homologationsfrist aufheben. Bei einem ungeraden Wert wird abgerundet. 7,9 bedeutet 7 Token.

Das will McLaren-Chef Ron Dennis nicht hinnehmen. Er wird bei der Sitzung der Strategiegruppe am Donnerstag (5.2.2015) in Paris den Antrag stellen, dass für Honda die höchste Zahl an Token gilt, die sich einer der drei Gegner für später aufhebt.

Doch da wird er auf Widerstand stoßen, vor allem von Ferrari. Das Pikante an der Situation ist, dass es Ferrari war, die den Ball erst ins Rollen gebracht hatten. Die Italiener hatten herausgefunden, dass es im 2015er Reglement keine Festlegung auf ein Datum für den Entwicklungsstopp gibt. Das wiederum öffnete Honda die Tür, um eine Nachrüstung zu beantragen.

Motoren wurden deutlich lauter

Es geht in Paris aber nicht nur um die Motoren der Gegenwart. Bernie Ecclestone verlangt von den 4 Herstellern Vorschläge, wie sein 1.000 PS-Krawallmotor für 2017 aussehen soll. In einem Punkt wird Bernies Forderung nach einem neuen Motorkonzept torpediert. Wer bei den Testfahrten in Jerez an der Strecke stand, musste zugeben: Die V6-Turbos sind 2015 deutlich lauter geworden als im vergangenen Jahr. Und auch die Klangfarbe hört sich mehr wie ein Rennmotor als einen Rasenmäher an.

Mercedes-Motorenchef Andy Cowell zuckte mit den Schultern: "Keine Ahnung, warum das so ist. Wir haben jedenfalls bewusst nichts getan, um den Motor lauter zu machen." Des Rätsels Lösung: Alle Motorenhersteller haben ihre Auspufflängen verändert. Mercedes wurde länger, Ferrari und Renault kürzer. Um mehr Power aus dem Verbrennungsmotor zu holen. Das hat dem Sound gut getan.

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