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Streit um Motoren-Entwicklung

Mehr Freiheit gegen Kostenbremse

Honda - Formel 1-Motor - V6 - 2015 Foto: Honda 28 Bilder

Drei der vier Motorenhersteller fordern mehr Freiheit bei der Entwicklung ihrer Motoren. Die FIA will dafür die Zusage, dass die Kunden weniger für die Motoren bezahlen. Mercedes braucht weder das eine, noch das andere. Ferrari will das eine, aber nicht das andere.

28.09.2015 Michael Schmidt

Ferrari, Renault und Honda setzen Mercedes unter Druck. Sie wollen mehr Freiheiten bei der Entwicklung ihrer Antriebseinheiten, in der Hoffnung dadurch schneller zu Mercedes aufzuschließen. Der FIA liegt der Antrag vor, dass im Winter von 2015 auf 2016 nicht wie geplant 25 sondern 32 Entwicklungs-Token eingesetzt werden dürfen. Außerdem wollen die Gegner von Mercedes, dass sämtliche gesperrten Bereiche geöffnet werden. Argument: Das würde potenzielle Neueinsteiger anlocken. Sie müssten sonst Angst haben, nie den Standard von Mercedes zu erreichen.

Die FIA steht dem Antrag offen gegenüber. Paris weiß, dass man mehrere Fehler mit den Rahmenbedingungen für die Hybridformel gemacht hat. Und dass man sie jetzt möglicherweise ausbaden muss. Voraussetzung für die Regeländerung ist, dass alle Motorenhersteller zustimmen. Mercedes hat bereits grünes Licht signalisiert. Brixworth hat ein reges Interesse daran, dass die Hybrid-Formel überlebt. Das geht nur, wenn die Gegner happy sind.

Ferrari droht mit Veto-Recht

Doch die FIA will Geschenke nur im Tausch mit Gegengeschenken machen. Wenn die Hersteller ein offenes Entwicklungsrennen beginnen, wird alles teurer. FIA-Präsident Jean Todt will deshalb die Kostenbremse ansetzen. Das würde für die Kunden eine Festsetzung der Motorenpreise bedeuten.

Ein aktueller Motor soll 12 Millionen Euro kosten, ein 12 Monate altes Triebwerk 8 Millionen. Außerdem verlangt der Weltverband, dass ab 2017 jeder Hersteller eine Mindestzahl an Teams beliefert. Bei 11 Teams und 4 Motorenlieferanten wären das bei Nachfrage mindestens 2 Teams pro Hersteller.

Die Kunden finden das gut. Die Hersteller weniger. Ferrari droht sein Veto-Recht geltend zu machen. Niki Lauda wettert: "Die FIA kann nicht in bestehende Verträge eingreifen. Sie hätten diese Regel mit Einführung der neuen Motorenformel aufstellen müssen."

Paris interessiert das Säbelrasseln wenig. Todt weiß genau, dass die Hersteller in dem Punkt verwundbar sind. Ferrari will Freiheit, aber kein Kostenlimit. Mercedes will zufriedene Gegner, aber nicht die Preise senken. Wenn Todt hart bleibt, bekommen weder Ferrari noch Mercedes was sie wollen. Und alle sind unglücklich. Was die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Motorenformel weiter anheizen wird.

Viele Token aber wenig Ideen

Renault und Honda überschätzen das Token-Geschenk. Im Augenblick hat Renault noch 12 Token offen und Honda 4. Beiden fehlen offenbar die Ideen, die zusätzlichen Entwicklungsspielräume umzusetzen. Da ist es eigentlich auch egal, ob man im Winter 32 oder 25 Token einlösen darf. Ein FIA-Mann meint: "Da spielt wohl mehr die Psychologie eine Rolle. Man will wenigstens theoretisch alle Chancen haben."

Bei Ferrari liegt der Fall anders. Maranello wird die 4 Rest-Token noch verwenden. Dazu muss das Upgrade nicht physisch in einer Antriebseinheit auftreten. Es reicht, wenn der Hersteller den FIA-Kommissaren bis zum letzten Rennen in Abu Dhabi ein detailliertes Dokument schickt, in dem steht, was man noch in diesem Jahr zu ändern wünscht. Wer das Datum verpasst, hat die Rest-Token verloren. Deshalb hat Mercedes seine ganzen Wertmarken bereits eingelöst. Als Vorgriff auf einen neuen Motor für 2016.

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