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Force India - Formel 1 - GP Spanien - 9. Mai 2013 26 Bilder Video Zoom

Streit um neue Pirelli-Reifen: Force India sagt nein zu neuen Reifen

Pirelli informiert die Teams in Monaco über die neuen Reifenspezifikationen ab dem GP Kanada. Doch es ist noch nicht einmal sicher, ob die neuen Reifen überhaupt kommen. Force India lehnt jede Änderung ab. Pirelli braucht aber Einstimmigkeit.

Was für ein Hickhack. Nach dem GP Spanien kündigte Pirelli an, dass man ab dem GP Kanada zu den Reifenkonstruktionen von 2012 zurückkehren werde. Drei Tage später meldete sich die FIA zu Wort. Sie war von Ferrari, Lotus und Force India eingeschaltet worden.

Gemäß Artikel 12.6.3. des Technischen Reglements müssen die Reifenspezifikationen spätestens bis zum 1. September des Vorjahres von der FIA abgesegnet werden. Weitere Änderungen sind nur mit Zustimmung aller Teams möglich. Daraufhin musste Pirelli seine Pläne eindampfen. Man sprach von kleineren Änderungen, um das Ablösen der Lauffläche an den Hinterreifen zu verhindern.

Nur Außenschulter am Hinterreifen ändert sich

Bis jetzt war nur bruchstückweise durchgesickert, was Pirelli vorhat. Man wollte sich mit den Modifikationen auf die Hinterreifen beschränken. Am Donnerstag (23.5.2013) will der italienische Reifenhersteller die Teams über Details informieren. Demnach soll am Hinterreifen lediglich der Stahlring in der Außenschulter geändert werden. Man will zurück zu den letztjährigen Kevlar-Ringen.

Die restliche Karkasse und die Mischungen bleiben gleich. "Damit verändert sich auch die Form der Reifen nicht, und die Teams müssen auch ihre Aerodynamik nicht anpassen", verspricht Reifenchef Paul Hembery. Der Kevlar-Ring soll verhindern, dass sich die Karkasse zu stark aufheizt, was bislang in fünf Fällen zur Delaminierung der darüber liegenden Gummischicht geführt hatte.

Mehr laterale Bewegung im Reifen

Es ist eine kleine Änderung, die trotzdem Folgen auf das Verhalten der Reifen hätte. Die Laufflächentemperaturen würden um fünf bis zehn Grad sinken und bei heißen Außentemperaturen das Körnen leicht reduzieren. Ist es kalt, würde der Prozess allerdings beschleunigt. Das Walkverhalten in Vertikalrichtung bliebe gleich, weil sich die Konstruktion der Reifenschulter nicht verändert.

Allerdings gäbe es wegen des weicheren Rings mehr laterale Bewegung im Reifen, was einige Teams durchaus für Probleme stellen könnte. Aber eher die, die sowieso schon Probleme haben. Hembery verspricht: "Diese Änderung würde keinen bestrafen, der jetzt gut mit den Reifen zurechtkommt."

Force India gegen Pirelli Reifen-Änderung

Trotzdem wird sich Pirelli schwertun, die geplante Änderung durchzuboxen. Force India ist dagegen. "Wir werden keiner Änderung zustimmen, egal wie sie ausfällt. Da Pirelli Einstimmigkeit braucht, wird sich gar nichts ändern", bestätigt Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Seine Begründung: "Wir haben unser Auto anhand der Reifenspezifikationen gebaut, die uns Pirelli am 1.September 2012 gegeben hat. Der Tausch des Stahlrings gegen einen Kevlar-Ring ändert die Dynamik des Reifens. Das könnte einige Teams bevorzugen, andere nicht. Wir sehen nicht ein, dass Pirelli Eingriffe vornimmt, nur weil ein paar Teams mit den Reifen Probleme haben. Sollen sie andere Autos bauen."

Auch das Sicherheitsargument von Pirelli weist Szafnauer zurück: "Die Reifen sind sicher, weil sie nach einem Schaden die Luft behalten. Es sieht nur dumm für Pirelli aus. Einer Änderung nur des besseren Images wegen stimmen wir nicht zu." Tatsächlich müsste Pirelli nur seine Marketingstrategie ändern. Sie könnten sagen, dass sie den ersten Runflat-Reifen in der Formel 1 erfunden haben.

Herbert warnt davor, Pirelli zu vergraulen

Pirelli ist in dem Tauziehen um Teaminteressen zum Spielball geworden. Ein Spiel, das der Reifenhersteller nicht gewinnen kann. "Irgendeiner ist immer unzufrieden", bedauert Reifenchef Paul Hembery. Sky-Experte Johnny Herbert warnt die FIA und die Teams davor, es zu übertreiben. "Die machen so lange herum, bis Pirelli keine Lust mehr hat und aufhört. Und was passiert dann? Die Formel 1 findet so kurz vor Torschluss keinen Ersatz mehr. Dann kann Bernie seine alten Avon-Reifen hervorkramen."

Michael Schmidt

Autor

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ams

Datum

23. Mai 2013
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