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Streit um Strafe für Sergio Perez

"Fünf Startplätze sind noch zu wenig"

Sergio Perez - GP Kanada 2014 Foto: xpb 66 Bilder

Die FIA-Sportkommissare gaben Sergio Perez die Schuld für die Highspeed-Kollision mit Felipe Massa in der letzten Runde. Perez muss beim GP Österreich fünf Startplätze zurück. Für Massa nicht genug. Force India reagiert sauer und vermutet eine Verschwörung.

09.06.2014 Michael Schmidt

Dieser Unfall hätte ins Auge gehen können. Am Ende der Zielgeraden werden die Autos mit 300 km/h gemessen. In der letzten Runde kam es zwischen Felipe Massa und Sergio Perez zu einem haarsträubenden Highspeed-Crash. Massa wollte Perez innen überholen. Dabei verhakten sich das rechte Vorderrad des Williams und das linke Hinterrad des Force India. Beide flogen heftig in die Reifenstapel. Am Williams wurden 27 g Verzögerung gemessen, am Force India 32 g.

Massa erzählte: "Es war ein brutaler Aufprall. Ich hatte Angst, mich zu verletzten." Auf dem Weg ins Krankenhaus sprachen die beiden Unfallopfer. Massa machte Perez schwere Vorwürfe: "Es ist nicht das erste Mal, dass du beim Bremsen die Spur wechselt. Lerne endlich, dass das nicht geht", so der Hinweis des Routiniers an den Jungspund. "Aber Perez drehte sich nur wortlos um."

Perez zog leicht nach links

Die Sportkommissare stellten sich auf die Seite des Brasilianers. Beim nächsten Rennen in Österreich muss Perez 5 Startplätze weiter hinten starten. Für Massa kommt sein mexikanischer Gegner damit noch gut weg: "Wir hatten 300 km/h drauf. Das hätte auch für Vettel gefährlich werden können. Da sind 5 Startplätze noch zu wenig."

Aus der Helikopter-Kamera ist nach FIA-Angaben klar zu erkennen, dass Perez kurz vor dem Zusammenstoß leicht nach links lenkt. Der Spurwechsel gab den Ausschlag. Sobald ein Auto sein Vorderrad neben das Hinterrad des Vordermanns schiebt, muss der Verteidiger seine Linie einhalten. "Es war nicht das Vorderrad", ereifert sich Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer. "Es war die Endplatte von Massas Frontflügel. Er lag noch nicht auf gleicher Höhe mit Sergio."

Für Force India war klar. Hier wurde der falsche bestraft. Szafnauer: "Schaut euch die TV-Bilder an. Von vorne und aus Sicht der Bordkamera. Sergio fährt seine Linie. Massa probiert einen Angriff, der nicht gutgehen konnte. Er hätte innen auf der dreckigen Spur nie sein Auto abgebremst. An dieser Stelle kann man gar nicht überholen. Deshalb gab es da im ganzen Rennen auch kein einziges Manöver."
 
Technikchef Andy Green ergänzt: "Massa war für die Stelle, an der er sich befand, viel zu schnell. Für mich sieht es so aus, dass er die Unmöglichkeit seines Vorhabens einsieht und wieder zurück auf die Rennlinie zurücklenken will."

Welche Rolle spielte Adrian Fernandez?

Force India vermutet hinter dem Urteil eine Verschwörung. Neben den vier Sportkommissaren saß mit Adrian Fernandez ein Beobachter in dem Gremium. Fernandez war früher ein passabler Indy Car-Fahrer und außerdem Manager von Sergio Perez. Doch die beiden gingen vor zwei Jahren im Streit auseinander. Jetzt vermutet Force India, dass Fernandez mit seiner Einschätzung einen kleinen Racheakt verübt hat. "Der Fahrer-Kommissar war Derek Daly. Ich weiß gar nicht, warum man Fernandez überhaupt um seine Meinung gefragt hat", wunderte sich Teammanager Andy Stevenson.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting klärte auf: "Wir haben von Zeit zu Zeit Beobachter an Bord. Fernandez soll beim GP Russland der Fahrervertreter der Sportkommissare sein. Weil das sein erstes Mal ist, haben wir ihn eingeladen, dass er sich seine künftige Arbeit einmal anschaut. Da an eine Verschwörung zu glauben, ist Quatsch."
 
Der Einwand der Sportkommissare, dass man auch anhand der Datenauswertung entschieden habe, ließ Green nicht gelten: "Sie haben uns gar nicht um Daten gefragt. Deshalb kann es auch keine Daten geben." Also müssen sie von Williams stammen. Massa soll zehn Meter früher gebremst haben als in der Runde davor. "Du siehst aber nicht, wo auf der Strecke er da gerade war", winkt Stevenson ab.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Szenen des Crashs.

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