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Stunde der Wahrheit für Sauber

"Will hier mit Punkten abreisen"

Nico Hülkenberg - Sauber - Formel 1 - GP Spanien - 9. Mai 2013 Foto: xpb 21 Bilder

Sauber bringt ein modifiziertes Auto zum Europa-Start der Formel 1-Saison 2013. Die Ingenieure sind zuversichtlich, dass die Änderungen funktionieren. Doch auch andere Teams bringen neue Teile. Für Sauber gilt das gleiche wie für McLaren und Williams. In Barcelona schlägt die Stunde der Wahrheit.

09.05.2013 Michael Schmidt

Sauber, McLaren und Williams haben sich in den ersten vier Rennen unter Wert verkauft. Man muss nur die Punktestände mit dem Vorjahr vergleichen. Sauber hatte 2012 nach vier Grand Prix 31 Punkte. Ein Jahr später sind es fünf Zähler. McLaren stürzte von 92 auf 23 Punkte ab, Williams von 18 auf null. Alle drei Teams sind mit technischen Problemen in die Saison gestartet.

Die Symptome hören sich durchweg gleich an, egal ob man mit Jenson Button, Nico Hülkenberg oder Pastor Maldonado spricht. Beim Einlenken in die Kurven reißt der Anpressdruck ab. Also immer dann, wenn sich der Bodenabstand im Heck ändert. McLaren verlor bis zu 35 Punkte Abtrieb bei höheren Bodenfreiheiten im Heck. In langsamen Kurven war diese Tendenz stärker ausgeprägt als in schnellen. Als Folge wurden die Autos auf hart getrimmt, um sie in der aerodynamisch günstigsten Position zu halten. Das erhöhte den Reifenverschleiß.

Windkanaltest mit dem Originalauto

Sauber-Technikchef Matt Morris weiß seit dem zweiten Rennen, warum das Auto bei Lastwechseln im Heck instabil wird. "Es ist nichts Grundlegendes falsch, nur eine Summe von kleinen Dingen. Wenn wir diese Dinge in den Griff bekommen, können wir einen großen Sprung nach vorne machen." Tatsächlich handelt es sich offenbar nur um Kleinigkeiten. Die Änderungen am Sauber C32 sind mit freiem Auge nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Es geht darum, wie der Unterboden um die Hinterräder ausgeschnitten ist, wie die Leitbleche platziert sind, wohin der Auspuff bläst. Wie der Heckflügel angeströmt wird. Sauber hat den Heckflügel und den Unterboden modifiziert, dazu die Flaps der Frontflügel. Ein Test mit dem Originalauto im Windkanal sollte Klarheit bringen, ob die Daten mit dem 60-Prozent-Modell mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Offenbar ist das  der Fall.

Hülkenberg hofft auf Besserung

Nico Hülkenberg hofft, dass die Ingenieure mit ihrem vorsichtigen Optimismus Recht behalten. "Wenn es nicht funktioniert, wäre es nicht ideal, aber auch noch nicht das Ende der Welt. Wir haben große Hoffnungen in die neuen Teile. Sollten sie nicht bringen, was wir erwarten, wird es schon schwieriger."

Das ist leicht untertrieben, denn nach dem GP Spanien bleiben den Teams nicht mehr viele Möglichkeiten zu reagieren. Die beiden folgenden Rennen in Monaco und Kanada sind wegen der speziellen Charakteristik der Rennstrecken nicht repräsentativ. Man wird also erst beim achten Grand Prix in Silverstone wissen, ob das nächste Entwicklungspaket funktioniert. Und danach lenken die Teams ihre Aufmerksamkeit voll auf 2014.

Hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Hülkenberg blickt ohne Schönfärberei auf die ersten vier Rennen des Jahres zurück: "Ich war nicht zufrieden, und das Team war es auch nicht. Wir sind hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Das Gute ist: Wir kennen unsere Probleme. Unsere Aufgabe ist es jetzt, sie so gut wie möglich zu lösen."

Hülkenberg warnt davor, dass ein Fortschritt allein Sauber nicht viel bringt. "Auch die anderen Teams bringen neue Teile. Wenn wir nicht besser gearbeitet haben als unsere Gegner, stehen wir am Ende wieder dort, wo wir jetzt sind." Der Plan für Barcelona ist glasklar: "Ich will hier mit Punkten abreisen."

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