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Di Resta, Sutil und Hülkenberg bei Force India

Zwei Deutsche Piloten bei Force India

Di Resta, Sutil & Hülkenberg Foto: Force India 48 Bilder

Force India hat mit seiner Fahrerwahl lange gewartet. Am Mittwoch (26.1.) ließ der Rennstall von Vijay Mallya in Glasgow die Katze aus dem Sack. Adrian Sutil bleibt die Nummer eins. Paul di Resta löst Vitantonio Liuzzi ab. Nico Hülkenberg wird dritter Fahrer.

26.01.2011 Michael Schmidt

Die Benennung von Adrian Sutil, Paul di Resta und Nico Hülkenberg war eine schwierige Geburt. Force India hat als vorletztes Team seine Fahrer für 2011 bekannt gegeben. Jetzt fehlt nur noch Hispania, die mit Narain Karthikeyan erst ein Cockpit besetzt haben. Für Force India fahren damit 2011 zwei Deutsche. Adrian Sutil bleibt die Nummer eins. Nico Hülkenberg wird Ersatzpilot mit dem Versprechen, an jedem Freitag der 20 Grand Prix eine Trainingssitzung fahren zu dürfen.

Vitantonio Liuzzi muss gehen. Der glücklose Italiener wird durch Paul di Resta ersetzt. Damit hat der 23-jährige Schotte seine Chance als Reservefahrer bei Force India optimal genutzt. Di Resta deutete in den Freitagstrainings an, dass er unter gleichen Bedingungen schneller als Liuzzi fahren kann.

Hülkenberg unterschreibt für mehr als ein Jahr

Genau das ist auch das Vorbild für Nico Hülkenberg. Durch Leistung will sich der ehemalige Williams-Pilot für einen Stammplatz in der Saison 2012 empfehlen. Deshalb unterschrieb der Rheinländer für mehr als nur ein Jahr bei seinem neuen Rennstall.

Eigentlich war schon zu Weihnachten alles klar bei Force India. Das Team wollte das Trio Sutil-di Resta-Hülkenberg kurz nach Neujahr präsentieren. Doch dann trat Vitantonio Liuzzi auf den Plan. Der Italiener, der im vergangenen Jahr mit 21 Punkten WM-Platz 15 belegte, pochte auf seinen Vertrag. Der garantierte ihm für 2011 noch ein Cockpit. Liuzzi akzeptierte auch nicht, mit seinem Gehalt von zwei Millionen Dollar nach Hause geschickt zu werden.

Liuzzi verliert Duell mit Sutil deutlich

Der Italiener konnte immerhin argumentieren, dass die Kündigung seine Karriere in Gefahr bringt. Er wollte wenigstens eine höhere Abfindung erstreiten. Tatsächlich aber soll die Weiterbeschäftigung auch vom Leistungsvergleich mit Teamkollege Sutil abhängig gewesen sein. Und da sah es schlecht für Liuzzi aus. Der Formel 3000-Europameister von 2004 verlor das Trainingsduell gegen Sutil mit 3:16 und lag nach Punkten mit 21:47 zurück.

Adrian Sutil geht 2011 in seine vierte Saison mit dem Team. Er hatte im Herbst letzten Jahres mit Renault und Williams geflirtet, kam dort aber nicht zum Zug, weil Vitaly Petrov und Pastor Maldonado mit einer besser gefüllten Kriegskasse vor der Tür standen. Deshalb hängt der WM-Elfte nun ein weiteres Jahr bei Force India dran.

Di Resta hinterlässt guten Trainingseindruck

Di Resta ist die große Hoffnung des Teams. Sportdirektor Otmar Szafnauer und die Ingenieure halten viel von dem Schotten. Di Resta überzeugte die Entscheidungsträger durch gute und konstante Rundenzeiten in den Freitagstrainings. "Auf dem Papier hat sich das vielleicht nicht immer so gezeigt, aber wir wussten ja, wie viel Sprit an Bord war und mit welchen Reifen er wann gefahren ist", verriet ein Ingenieur.

Force India hofft, dass di Resta die gute Tradition schottischer Rennfahrer in der Formel 1 fortsetzt. Seine Vorgänger tragen berühmte Namen: Jim Clark, Jackie Stewart, David Coulthard. Bei Di Resta liegt das Rennfahrergen in der Familie. Sein Cousin heißt Dario Franchitti, der sich in den letzten vier Jahre drei Mal die IndyCar-Meisterschaften sicherte.

Hülkenberg sagt Virgin ab

Nico Hülkenberg musste trotz einer Pole Position bei Williams sein Cockpit räumen, weil der englische Traditionsrennstall dringend Geld brauchte. Angeblich hat Pastor Maldonado über 30 Millionen Euro gebracht, mehr als bislang angenommen. Für Hülkenberg kam deshalb nur der Job als Ersatzfahrer in Frage. Virgin bot Hülkenberg zwar sein zweites Cockpit an, doch der lange Kerl aus Emmerich sagte ab. "In der Situation, in der Nico ist, kannst du nur verlieren", winkt Manager Willi Weber ab. "Wenn du am Ende des Feldes fährst, bist du schnell vergessen. Und keiner kann uns garantieren, dass Virgin plötzlich ins Mittelfeld aufsteigt."

Bei Force India weiß man, woran man ist. Gesunder Mittelstand mit Perspektive nach oben. Nach seiner Trainingsbestzeit beim GP Brasilien stand Hülkenberg bei Teambesitzer Vijay Mallya hoch im Kurs. Deshalb machte der indische Milliardär Hülkenberg das Angebot, die Ersatzfahrerrolle zu übernehmen. Mit der Garantie, dass er jeden Freitag eine Trainingssitzung bestreiten kann. Und dass er in Valencia und Bahrain je einen Tag testen darf. Wenn Hülkenberg am Freitag fährt, müssen Sutil und di Resta abwechselnd pausieren.

Sutil und Di Resta unter Beobachtung

Die beiden Stammpiloten wissen am Beispiel Liuzzis, was das heißt. Sie stehen unter Beobachtung. Die langfristige Bindung von Hülkenberg an Force India spricht dafür, dass der 14. der WM 2010 im nächsten Jahr zum Stammfahrer befördert wird, wenn er im Freitagstraining eine gute Figur macht.

Theoretisch hätte sich Hülkenberg auch bei Mercedes oder McLaren als dritter Fahrer bewerben können. Doch bei beiden Teams wäre er erfahrungsgemäß nicht zum Fahren gekommen, weil die Stammfahrer fast alle Testfahrten selbst bestreiten und ihr Cockpit am Freitag nicht für einen Youngster räumen. Nick Heidfeld kann ein Lied davon singen.

Hülkenberg will Stammplatz 2012

Willi Weber sieht Force India deshalb als Ideallösung an: "Wir brauchen eine Fahrmöglichkeit, damit Nico in Übung bleibt. Für so einen jungen Fahrer ist es nicht gut, wenn er ein Jahr nur zuschaut. Wenn Nico seine Qualitäten im Auto zeigen kann, hält er seinen Fuß in der Tür zur Formel 1."

Berufsoptimist Weber ist überzeugt, dass sein Schützling spätestens 2012 wieder einen festen Arbeitsplatz hat. Nicht nur bei Force India eröffnet der Freitagsjob Chancen. Auch McLaren hat über die Schiene Force India ein Auge auf Hülkenberg. Die beiden Teams sind durch eine Technikpartnerschaft eng miteinander verbunden. McLaren liefert die Kraftübertragung und die Hydraulik an Force India und bekommt auf Nachfrage auch Einblick in die Fahrdaten. Außerdem dürfen die Force India-Piloten den Simulator in Woking nutzen.

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