Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Stirbt die Formel 1?

Tag der Entscheidung in Abu Dhabi

Donald Mackenzie - Bernie Ecclestone - F1 - Abu Dhabi 2015 Foto: xpb 14 Bilder

Die erste Krise hat die Formel 1 abgewendet. Die FIA, Bernie Ecclestone und die Teams einigten sich auf ein neues Motorenformat 2018. Doch das noch größere Unwetter ist schon im Anrollen. Am Freitag in Abu Dhabi geht es um Sein oder Nichtsein der Formel 1.

27.11.2015 Michael Schmidt

Die Formel 1 steht vor einer Zerreißprobe. Die Blitze schlagen immer näher ein. Und irgendwann könnte es zum großen Knall kommen. Die erste Krise hat die Königsklasse am 24. November in Paris gerade noch abgewendet. Ab 2018 soll es ein neues Motorenformat geben, das unter dem Motto steht: einfacher, billiger, lauter. Die Drohung, einen Billig-Motor als Alternative zu den Hybridantrieben auf den Markt zu werfen, brachte die Teams zur Vernunft.

Im Rahmen dieser Sitzung machte Bernie Ecclestone den Teams jedoch klar, dass damit noch nicht alles Unheil abgewendet ist. Renault-Konzernchef Carlos Ghosn drohte ihm mit dem totalen Rückzug. Es geht um Sonderzahlungen im dreistelligen Millionen-Bereich, die Renault versprochen wurden, jetzt aber auf eine Garantie warten. Renault will wie Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren und Williams ein privilegiertes Mitglied im Formel 1-Club werden. Und macht davon sein Ja-Wort abhängig.

Uhr tickt bis zum 7. Dezember

Das Verhältnis zwischen Ecclestone und Ghosn ist angespannt. Offenbar stand das Barometer im Verlauf der letzten 3 Wochen mehrmals im Keller. Im letzten Augenblick konnte der Renault-Vorstand immer wieder bei Laune gehalten werden. Nebenbei tickte die Uhr. Lotus braucht bis spätestens zum 7. Dezember grünes Licht von Renault. Sonst steht der Insolvenzverwalter vor der Tür.

Red Bull kann sich der Motorenlieferung von Renault erst sicher sein, wenn Ghosn sich für einen Verbleib in der Formel 1 entscheidet. Teamchef Christian Horner erklärte zwar, dass man jetzt einen Motor für 2016 sicher habe, doch er durfte den Namen nicht nennen. Obwohl der auf der Hand liegt.

Die einzige Option für Red Bull ist Renault. Die zerrüttete Ehe muss nach Einschätzung von Red Bull noch ein Jahr weitergeführt werden, weil die Teamleitung nur eine Absichtserklärung unterschrieben hat sich zu trennen, nicht aber eine rechtsgültige Trennungserklärung.

Ghosn spielt mit seiner Rückzugs-Drohung

3genau hier scheiden sich die Geister. Ghosn ist offenbar der Ansicht, keine Verpflichtung gegenüber Red Bull zu haben. Jedenfalls spielt er mit der Drohung des totalen Rückzugs. Weil er genau weiß, dass mit seiner Absage 3 Teams vor dem Aus stehen: Red Bull, Toro Rosso und Lotus. Am Freitag kam es in Abu Dhabi zur entscheidenden Sitzung.

Man sah nacheinander CVC-Chef Donald Mackenzie, Bernie Ecclestone und Renault-Marketingvorstand Jérôme Stoll im FOM-Pavillon verschwinden. Wenn Renault bekommt, was sie wollen, soll am Samstag der Kauf von Lotus und die Lieferung von Motoren an Red Bull bekanntgegeben werden. Wenn nicht, hat der Sport ein massives Problem.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden