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Taktik-Briefing GP Bahrain 2016

Mercedes plante mit 2 Stopps

Nico Rosberg - Crazy Stats - GP Bahrain 2016 Foto: sutton-images.com 63 Bilder

Nur 3 der 17 Fahrer im Ziel kamen mit 2 Boxenstopps über die Distanz. Dabei war das rechnerisch die schnellere Strategie. Mercedes plante ebenfalls mit 2 Reifenwechseln. Doch dann nahm Ferrari den Strategen der Silberpfeile die Entscheidung ab.

07.04.2016 Michael Schmidt

Auf dem Papier war ein Zweistopp-Rennen in Bahrain der schnellste Weg zum Ziel. Nicht mit großem Vorsprung, aber immerhin. 3 Stopps bedeuteten zusätzlich die Gefahr immer wieder in den Verkehr zu fallen. Besonders im Mittelfeld. Trotzdem sind am Ende nur Felipe Massa, Valtteri Bottas und Marcus Ericsson im Sauber mit zwei Reifenwechseln über die 57 Runden in Bahrain gekommen.

Das führte zu 52 Boxenstopps auf insgesamt 14 unterschiedlichen Taktiken. Es tat dem Rennen gut. Die Statistiker zählten 84 Überholmanöver. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Unterschiedliche Reifenfolgen mit frischen und gebrauchten Reifen gemixt ergeben unterschiedliche Geschwindigkeiten. Und damit die Chance zum Überholen.

Mercedes wollte Supersoft-Soft-Medium fahren

Mercedes plante ursprünglich auch mit einer Zweistopp-Strategie. Und zwar mit der Reifenfolge Supersoft-Soft-Medium. Nico Rosberg sagte beim Siegerinterview: "Ich bin heute die sicherste Variante gefahren und nicht die schnellste."

Er musste nicht. Seine Gegner waren nach 3 Kurven weg. Sebastian Vettel raus mit Motorschaden. Lewis Hamilton von Bottas weggeboxt, was am Mercedes gravierende Spuren hinterließ. Kimi Räikkönen nur auf Platz 5.

So packte der Mercedes-Kommandostand gelassen die zweitbeste Taktik aus. Bis Räikkönen endlich mal auf Platz 2 vorgefahren war, hatte er bereits 11,8 Sekunden Rückstand auf den WM-Spitzenreiter. Mercedes konnte ohne Angst eines Undercuts abwarten, was Ferrari aus dem Hut zaubert.

Räikkönen fuhr Supersoft-Soft-supersoft-Soft. Rosberg machte das gleiche, immer ein bis zwei Runden später. Die Strategen verrieten: "Wir hatten den Medium auf der Rechnung, aber Ferrari nahm uns die Entscheidung ab. Als Kimi zum Schluss auf Soft ging, haben wir mit Nico das gleiche gemacht."

Hamilton mit Alternativ-Taktik gegen Kimi

Ferrari musste aber immer noch ein Auge auf Hamilton haben, obwohl der wegen der Beschädigungen an Frontflügel und Unterboden im Heck massiv Abtrieb verlor, was auch in einem höheren Reifenverschleiß resultierte. Trotzdem hatten die Mercedes-Strategen um James Vowles den Ehrgeiz, Hamilton noch an Räikkönen vorbeizubringen. "Das ging nur, wenn wir etwas anderes machen als Kimi."

Deshalb wurde Hamilton für den zweiten Stint mit Medium-Reifen auf die Reise geschickt. Rückblickend war das eher kontraproduktiv. Nur Max Verstappen konnte die härteste Mischung einigermaßen erfolgreich zum Arbeiten bringen. Der Holländer fuhr 20 Runden damit. Hamilton wurde den Medium-Satz schon nach 15 Runden wieder los.

Der Medium-Gummi war ein Risiko, denn es gab keine Erfahrung mit ihm. Als Hamilton damit losfuhr, war nur Massa mit den Medium-Sohlen unterwegs, allerdings auch erst eine Runde.

Die Mercedes-Strategen verteidigen ihre Wahl: "Supersoft wäre zu dem Zeitpunkt die falsche Wahl gewesen. Dann hätten wir uns zu früh auf eine Dreistopp-Strategie festgelegt. Die böse Überraschung war, das der Medium fast genauso stark abgebaut hat wie der Soft. Wir haben erwartet, dass der Medium nach 10 Runden im Vergleich zum Soft die Oberhand gewinnt. Das ist aber nicht eingetreten. Vielleicht auch, weil das Auto so beschädigt war. Deshalb haben wir in der Folge die Finger vom Medium gelassen."

HaasF1 mit aggressiver Reifenfolge

Am besten machte es wieder einmal HaasF1. Diesmal ohne Glück. Es war von vorherein geplant, die Fahrer hauptsächlich mit den weicheren Reifen fahren zu lassen. Weil das Auto so gutmütig zu den Reifen ist. Romain Grosjean hatte vor dem Start 2 frische Supersoft und je einen neuen Soft und Medium in der Hinterhand. Am Ende fuhr er Supersoft-Supersoft-Supersoft-Soft. Nur noch Kevin Magnussen traute sich 3 Mal auf Supersoft zu gehen, allerdings in anderer Reihenfolge.

Der zusätzliche Gummi auf der Fahrbahn und die etwas höheren Temperaturen als an den Vorabenden halfen dem weichsten Reifen im Angebot. Der Supersoft war ein besserer Rennreifen als erwartet.

Alles richtig gemacht hat auch Red Bull. Sie brachten Daniil Kvyat mit Soft-Soft-Supersoft-Supersoft vom 15. Startplatz auf Rang 7. Nur Pascal Wehrlein war mit der gleichen Reifenfolge unterwegs. Und landete auf dem respektablen 13. Platz.

Völlig verzockt hatte Williams. Massa und Bottas hatten sich je 2 frische Medium-Garnituren aufgehoben. Sämtliche Soft- und Supersoft-Reifen im Kontingent waren gebraucht. Am Ende des Rennens merkte auch Williams, dass man aufs falsche Pferd gesetzt hatte. Bottas nahm im letzten Stint lieber einen gebrauchen Soft als einen neuen Medium. Und fuhr damit in seiner besten Rennrunde um 0,5 Sekunden schneller als Massa.

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