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Tauziehen um F1-Ingenieure

Auch Red Bulls zweiter Aero-Mann zu McLaren

Domenicali, Boullier, Whitmarsh & Horner - GP Korea 2013 Foto: xpb 23 Bilder

Der Markt für Ingenieure und Teamchefs ist wilder umkämpft als der für die Fahrer. McLaren hat nach Red Bull-Aerodynamikchef Peter Prodromou offenbar eine zweite Trumpfkarte gezogen. Die Nummer zwei aus Red Bulls Aero-Abteilung. Mercedes wildert weiter bei Lotus. Und Teamchef Ross Brawn steht ebenfalls zur Disposition.

16.10.2013 Michael Schmidt

Die Red Bull-Jäger stehen unter Druck. Zum vierten Mal in Folge räumt Red Bull beide Titel ab. Bei Mercedes, Ferrari, Lotus und McLaren gilt deshalb die Devise: Aufrüsten um jeden Preis. Man klaut sich untereinander die Ingenieure.
 
Die kleinen Teams sind bereits leergekauft. Jetzt müssen McLaren, Lotus und offenbar erstmals auch Red Bull bluten, damit Ferrari und Mercedes ihren Hunger nach noch mehr technischer Kompetenz befriedigen können.
 
Mercedes holte sich im Verlauf eines Jahres Paddy Lowe von McLaren sowie Mike Elliott und Gerald Murphy von Lotus. Ein weiterer Aerodynamiker aus Enstone soll im Anmarsch sein. Ferrari luchste Lotus Technikdirektor James Allison und Aerodynamikchef Dirk de Beer ab. Lotus tröstete sich im Gegenzug mit Ferraris Aero-Chef Nicolas Hennel. Aus seinem Stab sollen weitere Ingenieure folgen.

McLaren wildert bei Red Bull

Red Bull kettet seine Angestellten mit Geld und restriktiven Verträgen an sich. Jedes Teammitglied soll im abgelaufenen Jahr einen Titel-Bonus von knapp 12.000 Euro erhalten haben. Man erzählt sich, dass die üppigen Prämien nur dann ausbezahlt werden, wenn der Angestellte im Februar des Folgejahres noch für die Firma arbeitet.
 
Williams-Teammanager Dickie Stanford erinnert sich an die goldenen Zeiten seines Teams: "Wir haben damals rund 500 Euro bekommen." Doch jetzt könnten erstmals zwei aus der Red Bull-Sekte ausbrechen. Ausgerechnet Adrian Neweys rechte Hand, Chefaerodynamiker Peter Prodromou. Und dazu noch Prodromous Nummer zwei in der Aerodynamikabteilung.

McLaren pocht auf Verträge mit Red Bull-Ingenieuren

Angeblich kam es im Aerodynamikbüro von Red Bull zu einem Streit. Beide docken 2015 bei McLaren an. Das würde die Fahnenflucht erklären. Für Red Bull wäre das ein großer Verlust, denn beide Ingenieure wissen genug von der Designphilosophie des 2014er Autos. Und von den Abläufen in der Firma.

Red Bull will um McLarens Beute kämpfen. Teamchef Christian Horner erklärte: "Sein Vertrag läuft noch eine Weile. Und wir haben keinen Eile, ihn früher gehen zu lassen." Berater Helmut Marko fügte kämpferisch an: "Warten wir ab. In einem Jahr schauen wir dann, wo die beiden Herren arbeiten."

Whitmarsh kontert: "Wir haben schon seit geraumer Zeit Verträge mit ihnen abgeschlossen. Sie werden ab einem bestimmten Zeitpunkt für uns arbeiten. Selbstverständlich respektieren wir, dass sie derzeit noch bei Red Bull unter Vertrag sind."

Drei Chefs bei Mercedes sind zwei zu viel

McLaren-Chef Martin Whitmarsh braucht nach einer schlechten Saison positive Nachrichten. Bei Mercedes haben die Zukäufe bereits erste Ergebnisse gezeigt, aber der Aufstieg ist noch nicht gefestigt. Interne Differenzen um Kompetenzen könnten ihn gefährden. Es geht um die Rolle von Ross Brawn.

Der Architekt des Erfolges will nur bleiben, wenn er auch weiter den Ton angibt. Das Dreigestirn mit Toto Wolff, Paddy Lowe und ihm kann auf Dauer nicht funktionieren. Eine Konstellation, bei der jeden Wochentag ein anderer Chef ist, akzeptiert Brawn nicht. Aufsichtsratschef Niki Lauda will um Brawn kämpfen, weiß aber auch: "Am Ende muss Ross entscheiden, was er will."

Ross Brawn hat keinen Plan B

Viele bei Mercedes gehen davon aus, dass der Teamchef am Ende des Jahres geht. Doch wohin? Sicher nicht zu McLaren oder Honda: "Ich habe nie mit ihnen gesprochen." Vielleicht in den Vorruhestand. Oder in eine Pause bis zum nächsten Projekt. Geht er dann zurück zu Ferrari, wenn Präsident Luca di Montezemolo ein Bauernopfer sucht? Oder gar zu Porsche oder Audi für deren Le Mans-Projekt?

Brawn kennt die Sportwagenszene. Er hat einmal für Jaguar gearbeitet. Und er weiß auch, dass entweder Audi oder Porsche eines Tages in der Formel 1 landen werden. Brawn amüsiert sich über derlei Spekulationen. Er ist keiner, der aus der Hüfte schießt: "Wenn ich etwas anderes machen sollte, dann schließe ich zuerst die eine Sache ab, bevor ich die zweite anfange. Es gibt im Moment keinen Plan B."

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