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Tauziehen zwischen Red Bull und Ferrari

Foto: Wolfgang Wilhelm 58 Bilder

Eisern hält Ferrari-Teamchef Jean Todt an dem Motorenvertrag mit Red Bull fest, obwohl die Kundschaft lieber zu Renault wechseln möchte. Es geht um Geheimnisverrat, Parkpositionen für Fahrer und nicht zuletzt auch um einen persönlichen Zwist mit Renault-Teamchef Flavio Briatore.

25.07.2006 Markus Stier

"No way", ist der einzige Kommentar, der Jean Todt zur Zeit zum Thema Red Bull und Renault entfährt - keine Chance. Der Ferrari-Teamchef will mit aller Macht verhindern, dass Red Bull Racing trotz gültigem Leasingvertrag mit Ferrari 2007 Renault-Achtzylinder ins Heck baut.

Dabei hatten sich das Red Bull-Strategen und Renault-Teamchef Flavio Briatore so schön ausgedacht. Man leitet einfach die Ferrari-Motoren zu Toro Rosso um. Da Red Bull Racing und Toro Rosso beide unter einer Holding zusammengefasst sind, argumentiert man von Red Bull-Seite, es bleibe ja quasi alles in der Familie.

Flavio Briatore macht Ferrari-Motoren schlecht

Genau das bezweifeln Jean Todt und Mitstreiter Ross Brawn. Der Technikchef fürchtet: Wenn Red Bull beide Motoren, inklusive elektronischer Bauteile wie Traktionskontrolle besitzt, lassen sich die Finessen der unterschiedlichen Technik leicht ausloten und an Renault weitergeben.

Zu der verständlichen Angst vor Industriespionage kommt noch eine persönliche Komponente. Jean Todt ist sauer auf Renault-Kollege Flavio Briatore. So lange, wie Ferrari die Option auf Kimi Räikkönen (bis spätestens 7. August) noch nicht offiziell eingelöst hat, singt der Renault-Impressario dem begehrten Finnen ständig ein, dass die Renault-Motoren viel besser seien als die von Ferrari.

Umleitung für Kovalainen oder Massa

Die Ferrari-Seite lästert dagegen, Red Bull-Technikchef und Design-Superstar Adrian Newey würde lieber mit Renault-Motoren arbeiten, weil es keine Ausreden gäbe, wenn der Motor des derzeit besten Chassis auch im Red Bull RB3 steckt, und dieser möglicherweise das Nachsehen gegen die Roten hat.

Schließlich gibt es in dem Streit um die Motorenlieferungen noch eine weitere Komponente. Sowohl Renault als auch Ferrari halten Ausschau nach Parklätzen für die eigenen Fahrer. Sollte Flavio Briatore es entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch schaffen, Kimi Räikkönen umzuleiten, bräuchte er ein weiteres Cockpit für Nachwuchsmann Heikki Kovalainen. Da käme ein Red Bull-Renault ganz gelegen.

Ähnlich denkt auch Jean Todt. Falls Michael Schumacher nicht zurücktritt, hat er mit Räikkönen zusammen seinen Stall voll. Was also liegt näher, als den von Sohnemann Nicolas Todt gemanagten Ferrari-Fahrer Felipe Massa zu Red Bull zu schicken. Dort wackelt Christian Klien. Ferrari hat auch schon das passende Argument für Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Todt bietet an, Red Bull und Toro Rosso mit Motoren zu beliefern.

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