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Teamchef-Sitzung

Es geht um die Zukunft der Formel 1

Foto: Wolfgang Wilhelm

Am Donnerstag (4.12.) findet die wichtigste Formel 1-Sitzung der letzten Jahre statt. Die Teamchefs treffen sich unter dem Vorsitz von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, um ihr Sparpaket abzusegnen.

04.12.2008 Michael Schmidt

Bis jetzt dienten die zahlreichen Zusammenkünfte nur dazu, Vorschläge zu diskutieren. Heute muss das Paket fertig geschnürt werden, damit es Montezemolo FIA-Präsident Max Mosley präsentieren kann. Mosley behält sich vor, seinen eigenen Sparplan durchzuboxen, wenn er mit dem Maßnahmenpaket der Teams nicht zufrieden ist.

Kernpunkt des Krisengipfels ist der Motor. Mit der Ausweitung der Lebensdauer von zwei auf drei GP-Wochenenden für 2009 ist nur der erste Schritt getan. Die Leasinggebühren für Kundenteams werden auf zehn Millionen Euro begrenzt. Ab 2010 schwebt Mosley eine Summe von fünf Millionen Euro vor. Das ist nur mit extrem langlebigen Motoren machbar, die mindestens fünf oder sechs GP-Wochenenden halten. Wird Mosleys Forderung nicht realisiert, will der FIA-Chef auf Einheitsmotoren umschwenken. FIA-intern soll die Entscheidung bereits für Ilmor als Konstrukteur eines solchen Standardtriebwerks gefallen sein.

Alle Änderungen, die 2009 betreffen, müssen im Gremium der Teamvereinigung FOTA einstimmig beschlossen werden. Für weiterreichende Maßnahmen reicht eine 70 prozentige Mehrheit. Viel wird davon abhängen, ob Renault und Honda ihre aktuellen Motoren aufrüsten dürfen, um zu Mercedes, Ferrari, BMW und Toyota aufzuschließen. Auch dieser Antrag steht heute auf der Agenda. Renault und Honda reklamieren ein PS-Defizit von 40 respektive 50 PS zur Konkurrenz und begründen ihre Forderung nach Extrabehandlkung damit, dass sie beim Entwicklungsstopp die einzigen waren, die dem Geist des Reglements entsprochen hätten.

Beide Teams haben bereits durchblicken lassen, dass sie mit den anderen nur kooperieren, wenn ihr Antrag genehmigt wird. Andernfalls stimmen sie für den Einheitsmotor. Außer der Motorenfrage wird noch über weitere Einsparmöglichkeiten abgestimmt: Einheitsgetriebe, Standardradträger, einheitliche Bremsen, ein genormter Diffusor, Materialbeschränkungen, weitere Restriktionen bei Testfahrten, Limits bei der Mitarbeiterzahl der Teams. 250 Angestellte pro Rennstall stehen im Raum. Die Werksteams müssten dann zwei Drittel ihrer Belegschaft entlassen.

Obwohl der Spardruck nun auch die Topteams von Ferrari, McLaren-Mercedes und BMW erreicht hat, zweifeln einige der Teamchefs daran, dass die heutige Veranstaltung ein Erfolg wird. Einer orakelte: 'Wenn es ins Detail geht, denkt wieder jeder nur an sich selbst. Ich nehme mich selbst dabei nicht einmal aus. Damit geben wir Max Mosley einen Steilpass, das zu tun, was er will.' Offenbar ist der Druck der Krise immer noch nicht groß genug, um Vernunft einkehren zu lassen. Toyota testet nächste Woche in Bahrain statt in Europa. Ferrari hat in den USA einen 1:1 Windkanal angemietet, weil der eigene nicht mehr auf dem letzten Stand ist. Honda-Teamchef Ross Brawn wundert sich: 'Wenn schon Weltuntergangsstimmung herrscht, warum beschränken wird die Drehzahl der Motoren nicht gleich auf 15.000/min und kontrollieren über die Standardelektronik den Drehmomentverlauf. Dann könnten wir schon nächstes Jahr vier bis fünf Rennen mit diesen Motoren fahren und der leidige Motorenstreit um die Gleichstellung der Triebwerke wäre automatisch gelöst.'

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