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Teamchefs geben zu

"Wir haben gemeinsam versagt"

Toni Fernandes GP Singapur 2013 Foto: xpb 23 Bilder

Die Formel 1 befindet sich in der Krise. Mit den neuen Motoren und der Rückkehr zu Testfahrten während der Saison wird es 2014 noch teurer. Die Teamchefs der kleinen Teams geben zu: "Wir haben gemeinsam versagt."

20.09.2013 Tobias Grüner

Der Formel 1-Zug scheint an die Wand gefahren. Das Reglement für 2014 lässt sich nicht mehr aufhalten. Neue Motoren und die Rückkehr der Testfahrten bedeuten für die Teams erhöhte Ausgaben. Das Problem: Auf der Einnahmenseite hat sich nichts verändert. Bernie Ecclestone hat mit allen Teams Deals abgeschlossen, mit denen die großen der Branche gestärkt und die kleinen geschwächt werden. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Rennstall über die Klippe springt.

"Seit meinem ersten Tag in der Formel 1 sage ich, dass die Kosten zu hoch sind. Seitdem versprechen mir alle, dass sich die Kosten reduzieren werden. Stattdessen wird es aber immer mehr. Und nächstes Jahr wird es das teuerste Jahr überhaupt. Da läuft etwas fundamental schief", klagt Caterham-Teamchef Tony Fernandes.

Eigene Interessen vor Gemeinwohl

Der Millionär aus Malaysia macht nicht nur den Motor verantwortlich für die verzwickte Situation. "Die Teams haben wegen eigener Interessen die Gelegenheit verpasst, die Kosten unter Kontrolle zu bringen. Wir sind also genauso daran Schuld wie die Einführung der neuen Motoren."

Auch Eric Boullier sieht schwere Zeiten auf die Formel 1 zukommen. "Es ist nicht der Motor sondern der Prozess, wie er entwickelt und an die Teams weiterverkauft wurde, den wir mehr hätten kontrollieren müssen", übt der Franzose Selbstkritik. "Wir können uns nicht leisten, jedes Jahr mehr auszugeben. Die Teams sollten zusammenhalten, was allerdings nicht so einfach ist. Und Bernie Eccelestone und die FIA sollten sicherstellen, dass die Regeln stabil bleiben."

Testfahrten von den großen Teams beschlossen

Toro Rosso-Kollege Franz Tost pflichtet bei. "Wir sind die Spitze des Motorsports und müssen mit Innovationen kommen. Aber das neue Paket kostet wirklich einen riesigen Haufen Geld. Und dazu kommt noch, dass die Teams so dumm waren, 2014 wieder Testfahrten einzuführen. Das ist total rausgeschmissenes Geld."

Die Testfahrten wurden von der Strategie-Gruppe der Formel 1 beschlossen. Da sitzen allerdings nur die großen Teams drin. "Auf der einen Seite beschweren sich die Teams, dass sie kein Geld haben auf der anderen Seite schmeißen sie es zum Fenster raus. Das ist nur schwer zu verstehen. Wir wollten nicht testen. Das waren die reichen Teams", betont Tost.

Top Teams verhindern Verteilungsplan

Auf der Ausgabenseite wird alles teurer. Auf der anderen Seite kommt aber nicht mehr Geld rein. Sponsoren sind seit einigen Jahren zurückhaltend. Und auch von Bernie Ecclestone ist nicht mehr Geld zu erwarten. Ursprünglich sollte es eine gemeinsamen Verteilungsplan geben. Doch dann schloss der F1-Zampano einzelne Finanzabkommen mit den Teams.

"Die Teams hatten die tolle Chance, sich zusammenzutun und eine faire Verteilung auszuhandeln", so Fernandes. "Das wäre eine Win-Win-Situation für alle, wenn wir dadurch einen gesunderen Sport bekommen hätten. Aber wir haben es verbockt. So einfach ist das. Einige Teams haben sich dafür entschieden, einen eigenen Weg zu gehen. Und dann ist alles auseinandergefallen. Am Anfang gab es noch große Einigkeit. Und dann hat einer nach dem anderen begonnen, sein eigenes Ding zu machen."

Force India-Teammanager Rob Fernley gibt seinen Mitstreitern Recht. "Wir haben gemeinsam versagt, einen Deal zustanden zu bringen. Die Topteams sind da auch verantwortlich." Ferrari und Red Bull hatten sich zuerst von der Gruppe abgespalten. Dann folgte einer nach dem anderen. Franz Tost glaubt aber nicht, dass sich mit erhöhten Einnahmen irgendetwas ändern würde. "Wenn wir mehr Geld bekommen, geben wir auch mehr aus. Dann gehen wir eben noch mehr testen."

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