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Teams testen Teile für 2014

Technik-Wettlauf um Platz 2

Mercedes  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 31. Oktober 2013 Foto: ams 61 Bilder

Der Kampf um Platz 2 wird intensiver. Mercedes, Ferrari und Lotus brachten neue Teile nach Abu Dhabi. Andere testen bereits Komponenten für 2014. Das Reglement setzt den Experimenten jedoch enge Grenzen. Keiner darf zum Beispiel einen 2014er Flügel am Freitag fahren.

01.11.2013 Michael Schmidt

Von wegen. Diese Saison ist mit dem WM-Titel von Sebastian Vettel noch lange nicht abgehakt. Für Mercedes, Ferrari und Lotus fängt sie gerade erst wieder an. Es geht um Platz 2 in der Konstrukteurswertung und damit um viel Geld.

Die Entwicklungsabteilungen der drei Kandidaten arbeiten zum Teil immer noch für das 2013er Auto. Mercedes machte in Indien mit Modifikationen am Diffusor, an den Motorkennfeldern und dem vernetzten Fahrwerk signifikante Fortschritte. Die Erkenntnisse daraus sind auch auf 2014 übertragbar. In Abu Dhabi legten die Silberpfeile mit einer geänderten Geometrie der Hinterachse nach. Auch das kann für nächstes Jahr relevant sein.

Ferrari mit neuen Aerodynamik-Teilen

Ferrari unternahm in Abu Dhabi einen weiteren Versuch, die aerodynamischen Defizite zu bereinigen. Über den Seitenkästen thronte ein Bügelflügel. Das hatten die Ingenieure schon einmal beim GP Spanien probiert, allerdings ohne Erfolg. Das Leitblech, das am Ansatz des Seitenkastens in einen horizontalen Flügel übergeht, soll die Strömung zwingen, am Seitenkasten anzuliegen. Oben, wie auf der Seite. Außerdem änderte Ferrari die Kufe des Unterbodens. Dort entscheidet sich, welchen Weg die vom Frontflügel produzierten Turbulenzen nach hinten nehmen.

Auch Lotus brachte neue Teile. Zum Beispiel in Indien drei Strömungsausrichter auf den Seitenkästen. Kimi Räikkönen nahm am ersten Trainingstag in Abu Dhabi wieder im E21 mit dem kurzen Radstand Platz. Der Finne will herausfinden, ob er sich in der Kurzversion des Autos wohler fühlt. Seit Pirelli zu den 2012er Reifenkonstruktionen zurückkehrte, beschwert sich Räikkönen über hartnäckiges Untersteuern. Hier stellt sich die Frage: Sind es nur die Reifen, oder trug die Radstandsverlängerung um 10 Zentimeter auch dazu bei?

Sauber testet neuen Frontflügel in Vairano

Für viele Teams ist die Saison 2013 jedoch bereits gelaufen. Sie unternehmen schon Versuchsfahrten für 2014. Das Reglement setzt ihnen an einem GP-Wochenende aber enge Grenzen. So wäre es beispielsweise nicht erlaubt, einen der nächstjährigen Frontflügel zu benutzen. Der wäre nach dem aktuellen Regelwerk illegal, weil 15 Zentimeter zu schmal.

Auch an PR-Tagen dürfen die Teams keine neuen Teile testen. Das Auto muss bei den 100-Kilometer-Fahrten mit Komponenten bestückt sein, die während der Saison bereits einmal gefahren worden sind. Die Formel 1 ist jedoch ein misstrauischer Verein. Der Verdacht geht um, dass einige Teams den Testvertrag unterlaufen. Einige wollen an noch ausstehenden PR-Tagen Beobachter entsenden. Experimente dieser Art dürfen nur an Aero-Testtagen durchgeführt werden. Sauber zum Beispiel hat einen der neuen 165 Zentimeter breiten Frontflügel bereits ausprobiert. Auf einer Versuchsfahrt in Vairano.

Ferrari experimentierte mit kleineren Bremsen

Trotz der Restriktionen kann man auch an den aktuellen Flügeln viel für nächstes Jahr lernen. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erklärt: "Eines der größten Probleme sind die Turbulenzen, die am Übergang zwischen dem standardisierten Mittelteil des Flügel und der freien Zone entstehen. Dieses Problem wird uns 2014 bleiben. Unsere jüngsten Frontflügeltests zielten alle in diese Richtung."

Ferrari probierte in Indien kleinere Hinterradbremsen. Die werden 2014 aktuell, weil der Motor wegen des auf 4.000 Kilojoule erhöhten Speicherbedarfs im Ladebetrieb deutlich mehr mitbremsen wird. Die Teams dürften theoretisch auch 2014er Nasen einsetzen. Die sind zwar niedriger als die aktuellen Nasen, doch das Reglement schreibt hier keine Mindesthöhe vor. Tiefer geht, höher nicht. Der Versuch würde allerdings nicht viel bringen, weil der Rest des Autos darauf abgestimmt sein müsste.
 

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