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Teams testen V8-Motoren

Foto: Wolfgang Wilhelm

Toyota und Williams-BMW ließen am Mittwoch (13.7.) im spanischen Jerez erstmals die Motoren für 2006 laufen. Die Teams gehen bei der Entwiscklung sehr unterschiedliche Wege. Bezüglich 2006 gibt es schon die ersten Unstimmigkeiten.

14.07.2005

Am schnellsten reagierte Honda auf das neue Reglement mit 2,4 Liter-V8-Motoren, das ab 2006 gelten wird. Bereits im April drehte Testfahrer Enrique Bernoldi in einem BAR mit Achtzylinder 30 Runden in Mugllo. Nun zogen die ersten Konkurrenzten nach.

Toyota und Williams-BMW unterzogen ihre Achtzylinder am Mittwoch in Jerez einem ersten Funktionstest. Antonio Pizzonia kam im Williams zunächst nur neun Runden weit, dann sorgte ein defekter Sensor an der Airbox für Sorgenfalten in der Box. Am Donnerstag setzte der Brasilianer den Test fort und drehte bis zum frühen Nachmittag 22 Runden. Er kam auf eine Bestzeit von 1:21.0 Minuten, damit liegt der V8-Renner dreieinhalb Sekunden hinter der aktuellen Formel 1-Generation.

20.000 Umdrehungen pro Minute

Die nagelneuen Aggregate drehen bereits 18.800/min, der aktuelle BMW-V10 liefert 19.000/min. Auf Prüfständen wollen Renault und Mercedes bereits die 20.000er Marke geknackt haben. Toyota gibt eine Leistung von 730 PS an, was zur Zeit einem Verlust von 200 PS gegenüber den V10 gleichkommt.

Olivier Panis drehte für die Japaner die ersten Runden in Jerez, er kam auf eine 1:22er Zeit. Die restlichen Gegner hinken unterschiedlich weit hinterher. Die meisten Teams wollen im September mit der V8-Arbeit an der Rennstrecke beginnen. Probleme gibt es bei Cosworth. Da bisher ein Auftraggeber für 2006 fehlt, ist die Finanzierung der Weiterentwicklung nicht gesichert. Renault hat ein Platzproblem. Der V8 mit 90 Grad Zylinderbankwinkel passt nicht ins aktuelle Chassis mit 72 Grad-V10. Ein Interimsauto will man sich sparen, also soll der neue Motor erst im Winter sein Streckendebüt geben.

Ferrari protestiert

Die anderen Teams behelfen sich mit Zwischenlösungen. Toyota und Williams verwenden ein Distanzstück, um den um 20 Prozent kürzeren V8 ins aktuelle Auto einzupassen. Neben der nicht optimalen Balance stören bisher auch die großen, für den Zehnzylinder vorgesehenen Kühler und Seitenkästen. Ferrari und Mercedes lassen auf ihren Prüfständen bisher nur Zehnzylinder laufen, bei denen zwei Zylinder stillgelegt werden.

Beim Reglement droht indessen der nächste Ärger. Ferrari schrieb der FIA einen Brief und teilte Bedenken mit, dass 2006 immer noch V10 Motoren erlaubt sein sollen, wenn sie mit einem Drehzahllimit von 15.000/min laufen. Die Ferrari-Ingenieure errechneten, dass der so gebremste Zehnzylinder bei annähernd gleicher Leistung ein höheres Drehmoment und einen besseren Verbrauch hat als die neuen V8. So könnte ein Topteam die Regel nutzen und weiter auf einen "alten" Motor setzen, obwohl dieser Passus eigentlich nur für finanzschwache Teams vorgesehen war, die sich die neue Motorengeneration nicht leisten können.

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