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Technik-Analyse

Der Vorteil des Bananen-Flügels

Mercedes - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 20. August 2015 Foto: ams 31 Bilder

In Spa packten viele Teams neue Heckflügel aus. Manche hatten schon Monza-Format. Andere waren für Spa maßgeschneidert. Mercedes kopierte eine alte Deltaflügel-Idee von McLaren. Und Red Bull entschied sich erst nach einem Vergleichstest.

31.08.2015 Michael Schmidt

Spa stellte die Ingenieure vor eine Gewissensfrage: Abtrieb oder Top-Speed? Und wie weit kann ich bei einem Kompromiss in welche Richtung gehen? Der 7,004 Kilometer lange Kurs in den Ardennen hat zwei Gesichter. Sektor 1 und 3 besteht aus Vollgaspassagen und jeweils einer Zweite-Gang-Kurve. Der Abschnitt dazwischen beinhaltet zehn Kurven.

Mercedes löste das Problem am besten. Die Silberpfeile waren im Training mit 47,786 Sekunden die Schnellsten. Und trotzdem landeten sie mit 336,8 km/h in der Top-Speed-Rangliste zusammen mit Pastor Maldonado noch auf Rang 3. Der Kompromiss von Mercedes war ein Flügel in Delta-Form. Keine neue Idee. McLaren hatte die Banane im Heck 2007 uraufgeführt. Williams kopierte die Idee 2011.

Mercedes-Flügel arbeitet mit Diffusor zusammen

Jetzt also Mercedes. Doch was spricht für einen Heckflügel, dessen Mittelteil tiefer liegt als die äußeren Enden an den Endplatten? Eigentlich will man auf schnellen Strecken die Heckflügelelemente an der oberen Kante des erlaubten Fensters platzieren. Also in 95 Zentimeter Höhe. Das reduziert den Luftwiderstand.

Doch damit geht die aerodynamische Anbindung an den Diffusor verloren. Das kostet Abtrieb. Der abgesenkte Mittelteil des Flügels soll genau das verhindern. Andere würden auch gerne solch eine Lösung fahren. Doch nur mit Mercedes-Power kann man den erhöhten Luftwiderstand des nach unten gezogenen Mittelteils ausgleichen, ohne auf der Geraden zu viel zu verlieren.

Red Bull entscheidet gegen Monza-Flügel

Red Bull hatte 2 deutlich flachere Flügel dabei. Die Ingenieure schwankten zwischen der Monza- und der Spa-Version. Mit den Monza-Flügeln gewann man auf der Geraden fünf km/h. Die Spa-Variante war im zweiten Sektor um 3 Zehntel schneller. "Wir bräuchten einen Flügel, der in der Mitte liegt", scherzte Teamberater Helmut Marko.

Obwohl Daniel Ricciardo im freien Training mit dem Monza-Flügel die schnelleren Rundenzeiten fuhr, entschied sich Red Bull aus zwei Gründen für mehr Abtrieb. Um bei Regen besser gerüstet zu sein. Und um den Fahrer Vertrauen zu geben. Ricciardo hatte bei 307 km/h einen atemberaubenden Quersteher in Eau Rouge.

In unserer Galerie mit den Technik-Updates zeigen wir Ihnen noch einmal die unterschiedlichen Flügel-Versionen.

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