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Formel 1-Technik GP Ungarn

Teams holen alte Teile aus der Kiste

Red Bull Foto: xpb 19 Bilder

Für Technik-Freunde hatte der GP Ungarn einige Überraschungen parat. Viele Teams setzten auf bewährte Aerodynamik-Teile der vorletzten Generation. Neue Spielereien wie F-Schächte und angeblasene Diffusoren wurden reihenweise wieder eingepackt.

01.08.2010 Tobias Grüner

Für den Hungaroring haben sich einige Teams eine besondere Technik-Strategie überlegt. Das ungewöhnliche Streckenlayout mit den vielen Kurven und kurzen Geraden verlangt nach alternativen Ansätzen. Statt Top-Speed ist hier Abtrieb gefragt, was an den Autos deutliche Spuren hinterließ.

F-Schacht aus der Mode

Red Bull hatte sich schon vor dem Ungarn-Wochenende fest entschieden, den F-Schacht in Budapest in der Kiste zu lassen. Stattdessen kam wieder die konventionelle Heckflügel-Variante zum Zug, mit der die Luftströmung nicht gestört werden kann, um mehr Abtrieb zu generieren. "Der alte Flügel produziert effizienteren Abtrieb", begründete Teamchef Christian Horner den Schritt.

Prompt war Red Bull auf der Geraden wieder deutlich langsamer als McLaren, die als F-Schacht-Pioniere gar keine konventionelle Heckflügelversion im Repertoire haben. Dafür fuhr Red Bull der Konkurrenz in den Kurven auf und davon. Bei Ferrari beobachtete man den Technik-Rückschritt von Red Bull mit besonderem Interesse. Nachdem die roten Autos das erste Training noch mit dem belüfteten Heckflügel begannen, wurde das System schließlich ebenfalls abgebaut.

Force India auf dem Stand von Kanada

Neben den Ferrari- und Red Bull-Autos war auch der Force India von Adrian Sutil im Qualifying plötzlich ohne F-Schacht unterwegs. "Wir hatten im dritten Training gar keinen Grip", berichtet der Deutsche. "Da haben wir kurzfristig entschieden, auf den F-Schacht zu verzichten. Das hat sich auch gelohnt. Es lief deutlich besser."

Aber nicht nur der F-Schacht wurde am Force India wieder abgebaut. Auch auf den angeblasenen Diffusor musste Sutil verzichten. Am Freitag hatte der Deutsche das neue System noch getestet, bei dem die Auspuffgase direkt auf den hinteren Teil des Unterbodens geleitet werden. "Wir hätten das Rennen damit definitiv nicht beenden können. Wir hatten noch ein paar Probleme mit der Hitze", begründete Sutil den Rückschritt. Ohne F-Schacht und ohne den neuen Diffusor war Sutil zuletzt beim GP Kanada unterwegs.

Mercedes machte die gleichen Erfahrungen mit dem angeblasenen Diffusor schon in Hockenheim. Die heißen Abgase hatten das Karbon am Unterboden angeschmort und zu erheblichen Verformungen geführt. Bis Ungarn konnte das Problem nicht gelöst werden. Auch bei Mercedes kamen wieder Alt-Teile auf dem Stand von Silverstone zum Einsatz. Nur der Heckflügel überlebte aus dem großen Hockenheim-Update.

Renault mit mehr PS und neuem Flügel

Bei Renault arbeitet man ebenfalls fieberhaft daran, den angeblasenen Diffusor zum Arbeiten zu bekommen. Bei den gelb-schwarzen Autos sorgte allerdings weniger die Hitzeentwicklung für Probleme. Vielmehr klagten die Piloten über Leistungsverlust durch die neu verlegten Auspuffrohre. In Ungarn setzte Renault ein neues Motorprogramm ein, wodurch Robert Kubica und Vitaly Petrov wieder die gewohnten Pferdestärken zur Verfügung haben.

Ebenfalls neu am Renault war ein außergewöhnlich geformter Heckflügel. Das Profil des Flügels unterschied sich schon vorher stark von der Konkurrenz. Nun präsentierten die Renault-Ingenieure eine noch extremere Variante. Der Mittelteil des Hauptblatts ist in der Mitte stark nach unten gebogen. Wo früher eine u-förmige Welle zu sehen war, ist nun ein eine v-förmige Kerbe eingearbeitet.

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