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Technik klaut Sauber Punkte

Bremsprobleme und Elektronik-Blackouts

Marcus Ericsson - Sauber - GP Österreich 2015 Foto: Sauber 63 Bilder

Sauber rechnete in Spielberg fest mit WM-Punkten. Mit den Startplätzen 8 und 11 ein realistisches Ziel. Doch dann schlug der Technikteufel zu. Marcus Ericsson blieb zwei Mal mit Elektronik-Blackouts stehen. Und Felipe Nasr musste ab Runde 40 die Bremsen schonen.

24.06.2015 Michael Schmidt

So gut sah es für Sauber schon lange nicht mehr aus. Felipe Nasr startete von Platz 8, Marcus Ericsson von Rang 11. Nasr war überzeugt. "Ich wäre locker auf den sechsten Startplatz gefahren, musste dann aber in den letzten zwei Kurven vom Gas, weil sich Rosberg gedreht hatte." Der Brasilianer wusste aber auch, dass es im Rennen mit den Bremsen knapp werden könnte.

Er erinnerte sich an den GP Kanada, als ihm seine Box schon nach zwei Runden aufforderte, die Bremsen zu schonen. Links vorne stieg die Temperatur astronomisch hoch. Für Österreich hatte Sauber mit Modifikationen am Hauptbremszylinder Vorkehrungen getroffen. Es sollte besser laufen, vor allem bei Außentemperaturen von nur 15 Grad.

Bis Runde 40 lief auch alles gut. Nasr nahm Kurs auf Platz 9. Dann hörte er am Funk wieder das Kommando: "Bremsen schonen. Wenn du so weiter fährst, kommst du nicht ins Ziel." Der Fahrer merkte es auch. Das Pedal wurde immer länger.

Sauber muss an die Bremsbelüftung ran

Der Brasilianer war gegen die Angriff von Sergio Perez und Daniel Ricciardo wehrlos. Nicht nur, weil seine Jäger im Finale mit Supersoft-Reifen unterwegs waren. Nasr musste Fahrt rausnehmen und kam nicht unter 1.13 Minuten. Teamkollege Marcus Ericsson fuhr dagegen 1.12er Zeiten in Serie.

"Um Ricciardo zu halten, hätte Felipe Vollgas fahren müssen", bedauerte Teammanager Beat Zehnder. Wenn der Fahrer seine Bremsen schonen muss, beginnt ein Teufelskreis. Dann strahlt nicht mehr so viel Hitze auf die Vorderreifen ab. Die Temperatur in der Karkasse sinkt, die Reifen körnen.

Das Problem mit den Bremsen ist für Sauber nicht so einfach zu lösen. Seit 3 Rennen verwenden die Schweizer vorne Scheiben von Carbon Industries (CI). Die vertragen höhere Temperaturen. Mit dem Brembo-Scheiben wäre man auf Kursen wie Monte Carlo, Montreal und Spielberg am Limit. Auch wenn die Fahrer das italienische Material vom Gefühl her bevorzugen. "Du kannst die Bremskraft besser dosieren", sagt Nasr.

Beim nächsten Rennen in Silverstone hilft die Strecke. Dort wird nur wenig gebremst. Doch für Budapest, Spa, Monza und Singapur muss eine Lösung her. Und die ist nicht einfach. Es reicht nicht, nur die Belüftungsschächte größer zu machen. Auch die innere Durchströmung muss stimmen. Der Scheibenkühlung, der Aerodynamik und der Wärmeabstrahlung auf die Felgen wegen.

Zwei Mal stellen sich ECU und Motor tot

Marcus Ericsson hatte ebenfalls den Speed in die Punkte zu fahren. Doch für den Schweden war das Rennen eigentlich schon nach zwei Runden vorbei. Zuerst produzierte er einen Frühstart. Der Sauber mit der Nummer 9 rollte eine halbe Sekunde zu früh an. Dazu hätte es nicht einmal die Detektoren in der Startbox gebraucht. Der Frühstart brachte Ericsson eine Durchfahrtstrafe ein, die er in Runde 12 abdiente.

Dann fuhr er in der zweiten Runde auch noch über Wrackteile, die den Frontflügel und den Unterboden beschädigten. Der nötige Reparaturstopp in der zweiten Runde kostete 8 Sekunden extra. Später im Rennen rollte der Schwede zwei Mal aus. Die ECU stellte sich tot. Keine Anzeige mehr am Lenkrad, Motor aus.

Ericsson gelang es beide Male wieder den Motor zu starten. Im Hybrid-Zeitalter ist das ohne externen Anlasser möglich. Die Batterie wird ständig über den Generator geladen und sie hat so viel Spannung, dass man Formel 1-Motoren wie einen Pkw vom Cockpit aus anwerfen kann. Jetzt ist Ferrari in der Pflicht. Der Fehler lag eindeutig im Steuergerät.

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