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Technik-Probleme

Gnade für acht DRS-Sünder

Esteban Gutierrez - Formel 1 - GP China - 14. April 2013 Foto: xpb 40 Bilder

Gleich acht Fahrer haben beim GP China den Heckflügel in einer DRS-Zone geöffnet, obwohl es verboten war. Alle kamen mit einem blauen Auge davon. Sie rettete die Tatsache, dass die elektronische Deaktivierung des Systems nicht funktionierte.

16.04.2013 Michael Schmidt

Was war da los? Noch während des Rennens tauchte auf dem Informations-Bildschirm der Rennleitung die Mitteilung auf, dass acht Fahrer den Heckflügel flachgestellt hatten, obwohl die Teams informiert worden waren, dass DRS (Drag Reduction System) wegen gelber Flaggen in einer der beiden Überholzonen außer Kraft gesetzt sei.

Die acht Piloten hießen: Sebastian Vettel, Mark Webber, Kimi Räikkönen, Romain Grosjean, Jenson Button, Valtteri Bottas, Daniel Ricciardo und Max Chilton. Normalerweise wird ein unerlaubter DRS-Einsatz unter gelber Flagge mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden geahndet. Das hätte das Klassement komplett durcheinandergewirbelt. Doch diesmal kamen alle Fahrer mit einem blauen Auge davon. Weil ein ganz besonderer Fall vorlag.

FIA wollte Fahrer nicht in Versuchung führen

In Shanghai gab es zwei DRS-Zonen, 500 Meter voneinander getrennt. Die gelben Flaggen wurden in den betreffenden Runden immer am Ende der langen Gegengeraden geschwenkt. Doch die Verstöße fanden allesamt auf der Zielgeraden statt. Dort wurde den Fahrern eine grüne Flagge gezeigt. Trotzdem wäre diese Zone für den Einsatz von DRS gesperrt gewesen.

Wir haben uns bei FIA-Rennleiter Charlie Whiting erkundigt, warum beide Zonen von dem Verbot betroffen waren. Die Erklärung ist etwas kompliziert. Sie hat damit zu tun, dass sich zwischen den beiden DRS-Zonen nur eine kurze Gerade befindet, in der auch der Messpunkt für die nächste DRS-Zone liegt. Wenn an besagter Stelle der Verfolger innerhalb einer Sekunde zum Vordermann liegt, dürfte er auf der Zielgeraden den Flügel flachstellen. Genau das wollte die Rennleitung verhindern.

Hätte sie den DRS-Einsatz auf der Zielgeraden erlaubt, hätten einige Fahrer auf der langen Geraden versucht unter gelben Flaggen den Rückstand auf den Vordermann so zu verkürzen, um am Messpunkt dazwischen den erforderlichen Abstand für das Öffnen des Heckflügels zu haben. "Wir wollten die Fahrer nicht in Versuchung führen das zu tun. Dadurch, dass auch auf der Zielgeraden ein DRS-Verbot herrschte, machte es keinen Sinn, in der Gelbzone Risiken einzugehen um aufzuschließen", erklärte Whiting.

Elektronisches Flaggensystem funktioniert nicht

Doch warum konnten die Fahrer überhaupt den Flügel öffnen? Normalerweise wird die Funktion des DRS-Knopfes per Fernsteuerung außer Kraft gesetzt. Doch die elektronische Sperre funktionierte auch im dritten Rennen des Jahres nicht zuverlässig. Das gesamte elektronische Flaggensystem ist deshalb seit Saisonbeginn außer Kraft gesetzt.

In Hardware und Software steckt der Wurm. Die FIA hat über den Winter den Ausrüster gewechselt. Von IMM, einem Ableger von Magneti Marelli, zu der deutschen Firma Riedel. EU-Gesetze schreiben dem Verband alle drei Jahre eine Neuausschreibung des Ausrüsters vor. Die FIA entschied sich für das billigere Angebot. Offenbar noch nicht das bessere.

Solange eine einwandfreie Funktion nicht gewährleistet werden kann, sind die Teams angewiesen, ihre Fahrer via Funk davon zu unterrichten, wenn DRS-Zonen gesperrt sind. Die meisten der betroffenen Teams haben das gemacht. Aber die Fahrer haben weggehört. Den Verstoß kann der FIA-Rennleiter über die Telemetrie der Teams erkennen.

Drei Gründe zur Entlastung

Die Sportkommissare führten drei Gründe an, warum es bei einer Ermahnung blieb. Zwischen dem Zeigen der gelben Flaggen und der Nachricht auf dem Bildschirm der Rennleitung lag eine Minute. Das elektronische System war ausgeschaltet, weshalb sich die Fahrer auf Funksprüche ihrer Teams verlassen mussten. Es wurde eingeräumt, dass dies für Konfusion gesorgt haben könnte.

Weitere Verwirrung stiftete die grüne Flagge, die zu Beginn der Zielgeraden gezeigt wurde. Doch wie wäre das Rennen ausgegangen, wenn die acht Sünder jeweils 20 Sekunden Zeitstrafe bekommen hätten? Wir sagen es Ihnen. Alonso hätte vor Hamilton, Räikkönen, Vettel, Massa, di Resta, Button, Hülkenberg, Ricciardo und Perez gewonnen.

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