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Technik-Show in Mugello

Sauber mit größtem Facelift

Kamui Kobayashi - Sauber - Formel 1-Test - Mugello - 1. Mai 2012 Foto: Grüner 107 Bilder

Das große Wettrüsten für den GP Spanien kommt stockend voran. Am ersten Testtag haben nur Ferrari, Sauber und Williams gravierende Änderungen am Auto gezeigt. Die anderen Teams packen erst am Mittwoch und Donnerstag ihre Modifikationen aus. Manche erst in Barcelona. Wir geben ihnen jetzt schon einen Überblick.

01.05.2012 Michael Schmidt

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Am ersten Testtag von Mugello haben erst drei Teams signifikante Änderungen gezeigt. Die meisten fahren mit weitgehend unveränderten Autos, um einen Vergleichsmaßstab zu bekommen. Am Mittwoch und Donnerstag wird dann nachgerüstet. Das unbeständige Wetter erschwert das Entwicklungsprogramm. Nur in der letzten Stunde am Vormittag konnten die Teams die Slicks auspacken. Am Nachmittag herrschte dann Land unter.

Sauber hat die meisten Änderungen

Deshalb haben die Rundenzeiten wenig Aussagekraft. Für die Ingenieure ein schwieriger Job. Sie müssen in Mugello ein umfangreiches Programm abspulen. Sauber, Ferrari und Williams haben schon am ersten Tag neue Teile ausprobiert. Bei Sauber waren bereits 90 Prozent der Änderungen am Auto, die kommende Woche beim GP Spanien gefahren werden.

Der Frontflügel hat eine neue obere Etage bekommen. Dabei wurde die Lücke zwischen dem Hauptblatt und dem Flap vergrößert, um zu verhindern, dass sich wie beim GP China dort Reifenschnipsel festsetzen. Am Ansatz des Unterbodens ist eine geänderte Luftführung zu erkennen. Die Leiste über den Kühleinlässen liegt noch enger an der Verkleidung an. Die beiden Leitbleche vor den Kühleinlässen bekamen eine neue Form. Der Auspuff liegt jetzt nach McLaren-Vorbild in einem Schacht.

Ferrari testet Auspuff-Varianten

Ferrari tauchte mit einer Auspufflösung auf, die an das Präsentationsmodell erinnerte. Das Endrohr zielte wieder nach außen auf die Spalte zwischen Diffusor und Hinterreifen. Die Coanda-Schiene dahinter ist allerdings deutlich weiter nach unten geneigt. Das spricht dafür, dass es vorher offenbar Probleme mit der Zielgenauigkeit gab. Die neue Lösung soll verhindern, dass sich wie bei den ersten Testfahrten die Hinterreifen aufheizen.

Es handelt sich dabei nur um eine Testversion, um neue Erkenntnisse über die Probleme der frühen Testphase zu bekommen. Die Coanda-Schiene war direkt mit dem Endrohr verbunden. Damit müsste man sie streng genommen als Auspuffteil interpretieren. Da sie nach unten zeigt, wäre sie illegal. Seit diesem Jahr müssen die Endrohre in einem Winkel von mindestens zehn Grad nach oben weisen.

Wenn das Experiment nicht zufällig sensationelle Ergebnisse bringt, wird Ferrari mittelfristig mit dem Auspuff einen anderen Weg gehen. Spätestens am Donnerstag verändert der F2012 sein Gesicht. Dann kommt eine neue Motorabdeckung mit einem weiter innen platzierten Auspuff. Die beiden Ausleger am hinteren Ende der Seitenkästen verschwinden. Der Rest wird erst für Barcelona fertig: neuer Frontflügel, neue Nase, neuer Unterboden.

Force India montiert TV-Kameras ab

Williams fokussiert sich auf den Auspuff. Das Team hat drei unterschiedliche Varianten dabei. Valtteri Bottas begann mit der Standardversion, bei der der Auspuff aus einer Mulde in der Motorabdeckung ragt. Version zwei ähnelt den Lösungen von Red Bull und Sauber. Ansonsten gibt es nur kleine Modifikationen am Frontflügel und Unterboden um die Hinterräder herum. Die sind aber noch nicht in Mugello eingetroffen. Auch für Barcelona ist kein weiteres großes Upgrade geplant.

Red Bull wollte den ersten Testtag mit Abstimmungsarbeiten beginnen. Das Wetter machte dem Weltmeisterteam einen Strich durch die Rechnung. Wer unterschiedliche Fahrwerks-Setups und Bodenfreiheiten ausprobieren will, braucht konstante Bedingungen. Wer bei Red Bull massive Änderungen erwartet, wird enttäuscht. Die neuen Teile für Mugello sind Detailarbeit. Der große Schritt soll kommende Woche in Barcelona folgen. Sebastian Vettel kommentierte: "Wir müssen immer noch lernen, wie das Paket, das wir haben, am besten zusammenpasst, damit wir eine gute Balance hinbekommen."

Force India montierte die TV-Kameras rechts und links von der Nase ab. Die FIA erlaubt dafür noch zwei alternative Stellen. In der Verlängerung des zentralen Frontflügelelements oder weiter hinten am Chassis, so wie es Sauber praktiziert. Force India folgte dem Sauber-Weg. Auch am McLaren MP4-27 und dem Mercedes AMGW03 waren heute noch keine gravierenden Änderungen zu erkennen. Zumindest keine, die auf den ersten Blick ins Auge fallen. Dort vertröstet man uns auf Mittwoch und Donnerstag. Wie die meisten Teams ist am ersten Tag erst einmal Basisarbeit angesagt. Wir werden Sie in den kommenden Tagen auf dem Laufenden halten und die wichtigsten Upgrades in der Einzelkritik beschreiben.

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