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Technik-Streit in Malaysia

Front gegen F-Schacht wird größer

Mercedes Heckflügel F-Schacht GP Malaysia 2012 Foto: xpb 20 Bilder

FIA-Rennleiter Charlie Whiting hatte einen arbeitsreichen Nachmittag. Jetzt sind es schon drei Teams, die gegen den F-Schacht von Mercedes Politik machen. Zu Red Bull und Lotus gesellte sich Ferrari. McLaren sprang nicht mit auf den Zug.

24.03.2012 Michael Schmidt

Die Top-Speed-Hitliste spricht eine klare Sprache. Michael Schumacher liegt mit 312,7 km/h an der Spitze. Nico Rosberg ist mit 309,9 km/h Dritter. Die Red Bull-Piloten rangieren mit 299,0 km/h und 298,7 km/h am anderen Ende der Liste. Aber nicht nur den Titelverteidigern sind die Geschwindigkeiten der Silberpfeile auf der Geraden unheimlich. Ein Team rechnete aus, dass die Mercedes auf allen Geraden zusammengerechnet bis zu einer halben Sekunde auf die Konkurrenz gewinnen. Da kochte natürlich das Thema F-Schacht wieder hoch.

Die Schlange vor der Tür von FIA-Rennleiter Charlie Whiting ist länger geworden. Zu Red Bull und Lotus gesellte sich jetzt auch Ferrari. Alle drei bombardierten Whiting mit neuen Argumenten gegen den F-Schacht. Eigentlich waren es alte, neu aufgefrischt. "Es dreht sich weiterhin darum, ob der Fahrer über den DRS-Knopf das System bedienen darf. Bis jetzt haben sie mir keine Begründung aufgetischt, die uns davon überzeugen könnte, dass diese Bedienung illegal ist", erklärte Whiting.

Whiting glaubt nicht an Protest nach dem Rennen

Er will aber nicht ausschließen, dass dies noch passieren kann. "Beim Massedämpfer kamen mit mehr Verständnis über dessen Wirkungsweise auch Argumente auf den Tisch, vor denen wir nicht die Augen verschließen konnten."

Theoretisch könnten Red Bull, Lotus und Ferrari nach dem Rennen protestieren, doch Whiting glaubt nicht, dass der Worstcase eintreten wird. "Ich glaube, alle haben verstanden, dass dies nicht gut für den Sport wäre." Auch Mercedes-Teamchef Ross Brawn appelliert an den Sportsgeist der Mitbewerber. "Wir haben nichts dagegen, wenn einer unser System in Frage stellt. Und wenn er meint, gute Gründe zu haben dagegen zu protestieren, dann soll er das vor der Veranstaltung machen. Alles andere würde das Rennen für die Fans zerstören."

Brawn nennt den Trick übrigens nicht F-Schacht, sondern ganz simpel DRS. "Unser System macht nichts anderes als DRS. Es reduziert den Luftwiderstand." Die Tatsache, dass die Mercedes die schnellsten auf der Geraden sind, will Brawn nicht überbewerten. "Wenn wir nur den Flap am Heckflügel flachstellen würden, ergäbe das ein Plus von fünf km/h Top-Speed. Alle versuchen jedoch, den DRS-Effekt zu optimieren, der eine besser, der andere weniger gut. Das ganze ist so berechnet, dass beim Flachstellen des Flaps nicht nur die Strömung am Flap selbst abreißt, sondern auch am Hauptblatt, am Unterflügel und am Diffusor. So kommt am Ende ein Top-Speedgewinn von 20 km/h heraus."

McLaren hält sich aus dem Streit raus

Michael Schumacher will den Vorteil des Systems nicht abstreiten, unterstellt aber, dass die Konkurrenz zu viel in den Nutzen hineininterpretiert. "Klar gibt es einen Vorteil, sonst würden wir es nicht machen. Aber er ist geringer als viele glauben machen wollen. Das wird von unseren Gegnern überbewertet, um von eigenen Problemen abzulenken."

Fast wäre die Anti-Mercedes-Partei noch um ein viertes Team bereichert worden. Doch McLaren lehnte die Bitte von Lotus ab, sich den Aktivisten anzuschließen ab. McLaren-Chef Martin Whitmarsh hielt sich zu dem Thema bedeckt. Man nimmt aber an, dass McLaren keinen Krieg gegen seinen Motorenlieferanten führen will.

Whitmarsh bleibt bei seiner Meinung, dass eine Ausnahme im Reglement die Nutzung des DRS-Knopfes für eine zweite Funktion gestattet. McLaren-Ingenieure sollen jedoch herausgefunden haben, dass ein kleiner technischer Aspekt an dem System in Frage gestellt werden könnte. Die wäre aber von Mercedes schnell aus der Welt zu schaffen.

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