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Formel 1 Technik-Taktik 2012

Entwicklungsstopp als Erfolgsrezept

Pastor Maldonado - Williams - GP Spanien 2012 Foto: Grüner 38 Bilder

Wer hat beim GP Spanien die wenigsten Technik-Updates ans Auto gebracht? Richtig, Lotus und Williams. Und wer hatte das schnellste Auto in Barcelona? Auch richtig: Lotus und Williams. Offenbar ist es im Augenblick besser, die Fahrzeugentwicklung zurückzuschrauben. Wir erklären das neue Erfolgsrezept.

18.05.2012 Michael Schmidt

Nach dem großen Wettrüsten der Teams vor dem GP Spanien stellt sich die Frage, was es gebracht hat. Wer hat profitiert, wer fiel zurück? Bei Ferrari und Sauber scheint sich der Aufwand gelohnt zu haben. Beide verbesserten sich dank umfangreicher Umbaumaßnahmen um eine halbe Sekunde.

Bei Ferrari kommt das wenig überraschend. Schlechter als vorher ging es nicht. Sauber hatte 90 Prozent des Pakets bereits in Mugello an Bord. Das war eine kluge Entscheidung. So hatte Sauber drei Testtage lang Zeit, die Auswirkungen der Neuentwicklungen zu testen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Red Bull und McLaren zu inkonstant

Red Bull und McLaren ließen sich mit dem Großteil der Modifikationen bis Barcelona Zeit. Und wurden dort zum Teil böse überrascht. Prinzipiell sind die Änderungen wahrscheinlich ein Fortschritt. Das haben Sebastian Vettels Bestzeit im dritten Training und Lewis Hamilton überragende Runde in der Qualifikation gezeigt. Aber es fehlte noch nicht die totale Sicherheit.

Vettel stürzte in der Qualifikation ab. Jenson Button kam ab Samstag nicht mehr annähernd an die Zeiten von Hamilton heran. Da gab es offensichtlich noch große Verständnislücken im Zusammenspiel Auto und Reifen. Die neuen Teile warfen eher mehr Fragen auf, als dass sie welche beantwortet haben.

Red Bull machte zum dritten Mal die Erfahrung, dass ein vermeintlicher Fortschritt erst im zweiten Anlauf funktioniert. "Wir bringen weniger neue Teile als letztes Jahr ans Auto und investieren dafür mehr Zeit, unser Auto zu verstehen", beschwichtigte Red Bull-Teamchef Christian Horner.

Darin sah auch Fernando Alonso den größten Fortschritt. Nicht im neuen Auspuff, nicht im neuen Frontflügel, nicht im neuen Diffusor. "Wir haben heute mehr Informationen über unser Auto als zu Saisonbeginn. So wissen wir besser, in welcher Konfiguration es am schnellsten ist."

Lotus und Williams nur mit kleinen Updates

Lotus und Williams haben schon vorher Fahrt aus der Entwicklung genommen. Die beiden Teams tauchten in Barcelona nur mit kleinen Modifikationen auf. Williams griff auf eine alte Auspuffposition zurück und hatte nur einen neuen Heckflügel zu bieten, den man aber schon in Mugello ausprobiert hatte. Eine der Längskiemen war gar nicht Formel 1-like mit Klebeband abgedeckt.

Beim Heckflügel ging es primär gar nicht um einen größeren DRS-Vorteil oder mehr Abtrieb, wie Technikkoordinator Mark Gillan bestätigte: "Der neue Flügel hat die Balance verbessert. Damit machst du Rundenzeit, weil es die Reifen schont und dem Fahrer Vertrauen gibt." Das Ergebnis gibt ihm Recht. Der Traditionsrennstall aus Grove stand zum ersten Mal seit dem GP Brasilien 2010 wieder in der ersten Startreihe und zum ersten Mal seit Brasilien 2004 wieder ganz oben auf dem Podest.

Lotus hatte lediglich kleinere Modifikationen am Frontflügel und der Bremskappselung zu bieten. Die schwarzen Autos waren die schnellsten im Rennen. Leider viel zu spät. Trotzdem zeigte sich erneut, dass der Lotus ein Allroundkönner ist. Er kann schnelle Kurven, ist top im Top-Speed und hat eine passable Traktion. Seit ein größeres Facelift beim GP China nicht auf Anhieb funktioniert hat, ist die Truppe von Technikchef James Allison geheilt. Lieber kleine Schritte als große, die man dann nicht versteht.

Kein Supertrick bei Lotus und Williams

Lotus und Williams haben viele Dinge gemeinsam. Beides sind unspektakuläre Autos. James Allison von Lotus gibt zu: "Wir hätten gerne den Supertrick gefunden, aber es gab ihn nicht." Sein Kollege Mike Coughlan von Williams folgte dem gleichen Prinzip. Verbesserung im Detail. Das ist die sicherste Lösung bei den unberechenbaren Reifen.

Beide Auto sind einfach zu fahren und einfach abzustimmen. Beide gehen sorgsam mit den Reifen um. Lotus macht seine Zeit in den schnellen Passagen, Williams in der Traktion. Nach Pastor Maldonados Sieg geht Williams im direkten Vergleich in Monaco sogar als Geheimfavorit ins Wochenende. Weil es dort mehr langsame als schnelle Kurven hat.

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal alle Technik-Updates von Barcelona im Überblick.

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