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Technik-Trick in Vorderachse

Hat der Mercedes ein Geheimnis?

Mercedes - Fahrwerk - GP England 2015 Foto: Wilhelm 12 Bilder

Liegt die Mercedes-Dominanz nur am überragenden Abtrieb und am Motor? Die Gegner haben einen anderen Verdacht. Im Visier ist die Vorderachse des Silberpfeils. Wir erklären die Technik-Details.

14.07.2015 Michael Schmidt

Mercedes hat in den ersten neun Grand Prix noch keine Pole Position abgegeben. Und erst ein Rennen. In der Qualifikation beträgt der durchschnittliche Vorsprung zum nächstbesten Auto 0,680 Sekunden. Lassen wir die beiden Ausreißer in Australien und Malaysia mal beiseite, schwankt der Abstand zu Ferrari oder Williams zwischen 3 und 8 Zehnteln. Im Rennen liegen die Silberpfeile im Mittel 18,425 Sekunden vor der Konkurrenz.

Die Überlegenheit der Mercedes bringt die Gegner ins Grübeln. Eigentlich hätten sie über den Winter näherkommen müssen. Die Verfolger tun sich immer leichter, weil sie mehr Spielraum zur Verbesserung haben. Doch im Training wurde der Vorsprung der Mercedes im Vergleich zu 2014 eher größer als kleiner. Im Rennen ging er leicht zurück.

Alles nur Power und Abtrieb?

Es gibt einen Anfangsverdacht, warum die Mercedes so viel schneller sind. Der Motor hat mehr Power und die Autos mehr Abtrieb. Wer hätte das gedacht? Williams, Force India und Lotus haben aber identische Motoren. Mit dem gleichen Kraftstoff. Im Vergleich zu denen müsste der Mercedes schon überragend viel Anpressdruck generieren. Was im zweiten Jahr einer Aerodynamikformel ziemlich unwahrscheinlich ist.

Der Ferrari-Motor ist nach Berechnungen von Mercedes in Bezug auf die Power fast gleichwertig. Dafür sprechen auch die Top-Speeds. Der Unterschied liegt wahrscheinlich darin, dass die Mercedes-Piloten öfter im Power-Modus fahren können. Auch hier muss man sich wundern, dass Ferrari so viel Rundenzeit verliert. Alles nur Abtrieb?

Mercedes killt Konkurrenz in der letzten Kurve

Force India machte in der Qualifikation von Silverstone eine interessante Entdeckung. Bei der detaillierten GPS-Analyse Kurve für Kurve kam heraus, dass Mercedes die meiste Zeit im Streckenabschnitt Vale und Club auf die Konkurrenz gewinnt. "In der letzten Kurve haben sie alle gekillt", verrät Force India-Technikchef Andy Green.

Eine eher langsame Passage, in der nicht nur Abtrieb eine Rolle spielt. Was schließt Green daraus? "Offenbar hält der Mercedes im ersten Teil der Runde seine Hinterreifen so gut in Schuss, dass sie in den letzten Kurven noch Grip liefern. Bei allen anderen geht die Temperatur dort schon hoch." Was eigentlich für einen überragenden Abtrieb spricht. Der Mercedes rutscht weniger als die anderen Autos und stellt so sicher, dass die Reifen in ihrem Arbeitsfenster bleiben.

Legales FRIC-System für die Vorderachse?

Den Force India-Technikern ist aber noch etwas anderes aufgefallen. "Die fahren an der Vorderachse mit ungewöhnlich viel Federweg. Das hilft ihnen über die Randsteine. Trotzdem ist das Auto vorne extrem tief. Das passt eigentlich nicht zusammen."

Die Vermutung: Mercedes kann die Vorderachse in den langsamen Passagen mit irgendeinem Trick "hochpumpen" ohne in den schnellen auf einen starken Anstellwinkel nach vorne verzichten zu müssen. Das wäre ein Plus an aerodynamischem und mechanischem Grip. Solange die Achsen vorne und hinten nicht miteinander vernetzt sind (Fric), ist es auch erlaubt.

In unserer Bildergalerie erklären wir die Problematik noch einmal anhand von aktuellen Technik-Fotos.

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