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Technik-Updates GP Russland 2016

Motor-Upgrades und Technik-Finessen

Ferrari - Technik-Update - GP Russland 2016 - Sochi Foto: ams 23 Bilder

Das Wettrüsten in der Formel 1 ging auch beim GP Russland 2016 weiter. Mercedes und Ferrari opferten die ersten Token. Die Aerodynamik verfeinerten die Teams weiter. Die ganz großen Updates kommen dann in Barcelona.

05.05.2016 Andreas Haupt

Der Entwicklungskampf zwischen Mercedes und Ferrari ist eröffnet. Beide WM-Aspiranten zündeten beim GP Russland 2016 ihre ersten Motorausbaustufen. Ferrari investierte für Modifikationen im Brennraum des V6-Turbos drei Token - die sogenannten Entwicklungsmarken auf der Motorenseite. Die Ausbaustufe hatte nichts mit der Standfestigkeit zu tun, wie zunächst gemunkelt wurde. Die Entwicklung hat zum Ziel, dass der Turbolader über die MGU-H mehr elektrische Leistung produziert, ohne dass dabei Motorleistung verloren geht. Außerdem reduzieren die Maßnahmen den Benzinverbrauch. In einem zweiten Schritt sollen ab dem GP Kanada neue Turbolader kommen. Das wird mindestens zwei weitere Token kosten.

Motor-Upgrade bei Mercedes und Ferrari

Um 10:15 Uhr gab die FIA am Freitag in ihrem Bericht bekannt, dass Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen für den GP Russland neue Aggregate auffassen. Für Vettel war es bereits der dritte Motor 2016 im erst vierten Rennen. Für den Finnen das zweite Triebwerk.

Mercedes löste für sein Upgrade zwei Token ein. Für die restliche Saison hat der Titelverteidiger nun noch elf Wertmarken. Ferrari sechs. Ein neues Kraftstoffsystem und eine neue Öl-Rezeptur von Partner Petronas erforderten keinen Motortausch. Weil die FIA-Siegel nicht gebrochen werden mussten. Das Mercedes-Upgrade am Kraftstoffsystem zeigt noch keine große Wirkung auf der Strecke. "Wir werden die Fortschritte, die daraus entstehen, erst etwas später in der Saison sehen", tut ein Mercedes-Ingenieur geheimnisvoll.

Nachdem im Qualifying die MGU-H in der Antriebseinheit von Lewis Hamilton wie in China kaputt ging, baute Mercedes für den Rennsonntag den reparierten Ersatzmotor vom GP China ein. Kurios: Das neue Benzinsystem musste erst einmal aus England eingeflogen werden. Mercedes hatte keine Ersatzteile dabei. Es gab insgesamt nur acht Systeme für das Werksteam und die Kunden. Ein Ausbau der Leitungen aus dem defekten Antriebsstrang hätte aufgrund der Parc Fermé-Regeln zu einer Strafversetzung geführt.

Neuer Frontflügel bei Ferrari für GP Russland

Zudem brachte Mercedes einen neuen Frontflügel. Die Änderungen betreffen die Endplatten. In der neuen Version sind sie am hinteren Ende gezackt. Ähnlich wie die Bargeboards vor den Kühleinlässen der Seitenkästen. Das verändert den Luftstrom um die Vorderräder. Mercedes verzichtete am Ende auf den Einsatz des Flügels. "Wir hatten genug andere Dinge zu testen. Alles in Vorbereitung für uns großes Aero-Ugrade für Barcelona", verriet Teamchef Toto Wolff.

Auch der schärfste Konkurrent entwickelte für Sochi einen anderen Frontflügel. Das Hauptblatt des Ferrari-Flügels ist nun in vier Elemente untergliedert und nicht mehr in drei. Außerdem fehlen im Vergleich zur alten Variante die vier kleinen Zacken auf der Innenseite des mittleren Blattes. Damit erzeugte man kleine Luftwirbel. Auch der Strömungsausrichter neben der Kaskade weist keine kleine Einkerbung mehr auf. Im Freitagstraining fuhr Ferrari mit beiden Frontflügeln ausgiebige Vergleichstests. Im Rennen kam sie zum Einsatz.

McLaren-Entwicklungsmaschine weiter auf Hochtouren

Bei Force India mussten sowohl Nico Hülkenberg als auch Sergio Perez bei ihrem 100. Grand-Prix-Wochenende auf den neu angekündigten Frontflügel verzichten. Der Produktion ging die Zeit aus. Der neue Flügel kommt jetzt erst zusammen mit dem großen Upgrade-Paket nach Barcelona. Dagegen läuft die McLaren-Entwicklungsmaschine weiter auf Hochtouren. Woking ließ nach Sochi einen leicht modifizierten Frontflügel einfliegen. Die Kaskade bestückten die Ingenieure mit einem kleinen vertikalen Blech. Außerdem änderte McLaren den Seitenkasten-Flügel. HaasF1 gab dem neuen Frontflügel, der in China debütierte, eine zweite Chance.

Williams karrte nach Russland endlich auch eine zweite Version seiner neuen, kürzeren Nase und des dazu passenden Flügels. Im Training klebten die Mechaniker auf die Innenseite der Endplatte und auf den vertikalen Strömungsausrichter eine schwarz-weiß-karierte Folie. Damit sollte die Verbiegung des Flügels, in Englisch "deflection", nachvollzogen werden.

Bei Red Bull experimentierten die Techniker erneut mit Zacken am unteren Teil des oberen Hauptblattes des Frontflügels. Das soll mehr Anpressdruck erzeugen, beeinflusst aber gleichzeitig die Strömung dahinter. Außerdem hatte die Truppe um Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat einen neuen Heckflügel mit abgeänderten Endplatten im Gepäck. Der fiel aber kaum auf. Alles wurde vom Cockpitschutz in den Schatten gestellt.

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