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Technikchef Allison zum ersten Ferrari-Sieg

"Bin Millionen Titel hinter Brawn"

Ferrari-Technikchef - James Allison - GP Malaysia 2015 Foto: Ferrari 36 Bilder

Der Sieg von Ferrari in Malaysia war nicht nur für Sebastian Vettel eine Premiere. Auch Technikchef James Allison feierte seinen ersten Triumph in Rot. Als italienische Medien ihn mit Ross Brawn vergleichen wollten, wehrte Allison ab.

06.04.2015 Michael Schmidt

Es war für viele das erste Mal. Sebastian Vettel holte in Malaysia seinen ersten Ferrari-Sieg. Er brauchte dazu nur zwei Anläufe. Genauso wie der neue Teamchef Maurizio Arrivabene. Nur Technikchef James Allison musste länger warten. Der 47-jährige Engländer ist bereits seit August 2013 im Amt. Er überstand als einer der wenigen die große Säuberungsaktion des neuen Oberindianers Sergio Marchionne.

Es war eine weise Entscheidung. Allison ist das Rückgrat der Technikertruppe in Maranello. Er brauchte Zeit, die internen Strukturen neu zu ordnen. Nach dem Prinzip "alles unter einem Dach" trägt Allison seit diesem Jahr die Verantwortung für das Gesamtpaket. Motorenchef Mattia Binotto und Chefdesigner Simone Resta müssen an ihn berichten. Dazu kommt noch das Urgestein Rory Byrne als Ratgeber, Mentor und Designer.

Allison hat keine Schraube konstruiert

Den letztjährigen Ferrari hat Allison nur geerbt. Er und sein Aerodynamikchef Dirk de Beer waren zu spät von Lotus zu Ferrari gestoßen, um an das Konzept Hand anlegen zu können. Wobei Allison mit einem Märchen aufräumt. Nämlich dem, dass der Technikdirektor die Formen des Autos beeinflusst. "Ich habe weder am Vorjahresauto, noch am aktuellen SF15-T eine Schraube konstruiert. Mein Job ist es zu entscheiden, welche Komponente es wert ist, weiterentwickelt zu werden."

Italienische Gazetten stellten den Engländer gleich auf ein Podest mit seinem Vorgänger Ross Brawn. Allison wehrt ab: "Ich habe genau null WM-Titel gewonnen. Ross gefühlt mehrere Millionen." Ferrari ist für Allison kein Neuland. Er hat dort von 2000 bis 2004 unter Brawn in der Aerodynamikabteilung gearbeitet, bevor ihn Lotus abwarb.

Ferrari vertritt Hoffnungen einer ganzen Nation

Ferraris erster Mann im Technikbüro kann Sebastian Vettels Gefühle nach dem ersten Ferrari-Sieg nachvollziehen. "Siege sind immer schön. Aber bei Ferrari sind sie etwas Besonderes. Irgendwie hast du das Gefühl, dass du für diese Firma härter arbeitest als anderswo. Überall in den Büros, auf den Gängen, in der Rennabteilung hängen die Bilder mit den früheren Siegern und deinen Vorgängern. Du wirst auf Schritt und Tritt von der Historie und der Tradition verfolgt. Und du weißt, dass du die Hoffnung einer ganzen Nation vertrittst."

Auch von Allison fiel eine große Belastung ab. Der Technikchef von Ferrari steht traditionell unter immensem Erfolgsdruck. Ferrari hat im letzten Jahr viel Geld in die Rückkehr zum Erfolg investiert. Man hat mit der Renovierung des Motors im Mai begonnen und mit der Chassis-Entwicklung im Juni.

Viele Programme wurden schon angeschoben, als Stefano Domenicali noch im Amt war. Die Neubesetzung der Motorenabteilung fällt noch auf die Ära Montezemolo/Mattiacci zurück. Doch das war am letzten Sonntag im März allen egal. Die Roten genossen ihren Triumph in vollen Zügen. Allison fasste es so zusammen: "An einem Tag wie heute bist du elektrisiert."

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