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Technikmisere beim Weltmeister

Warum immer Vettel?

Sebastian Vettel - GP Österreich 2014 Foto: xpb 16 Bilder

Es ist nicht die Saison des Sebastian Vettel. Drei Mal fiel er aus. In sechs der acht GP-Wochenenden gab es technische Probleme. Teamkollege Daniel Ricciardo fuhr nur ein Rennen nicht zu Ende. Was die Frage aufwirft, warum es immer nur Vettel trifft?

26.06.2014 Michael Schmidt

Red Bull hatte sich sein Heimspiel anders vorgestellt. Das eine Auto mit Daniel Ricciardo wurde 43,5 Sekunden hinter dem Sieger Achter. Das andere bog bei halber Distanz in die Boxengasse ab. Ein taktische Aufgabe, weil Sebastian Vettels Rückstand aussichtslos war.

Er fing ihn sich ein, als er in der zweiten Runde eine Minute und 23 Sekunden am Streckenrand parkte. Der Motor war in den Streik getreten. "Ich bin auf dem Gas, aber nichts tut sich", meldete Vettel frustriert an die Box und schickte die vorsichtige Frage hinterher: "Könnt ihr mir helfen?"

Das Feld hatte ihn gerade ein zweites Mal passiert, da gelang der Reset. Doch der Schaden war angerichtet. Vettel fuhr nur noch fürs Publikum. Nach 34 Runden nahm ihn Red Bull aus dem Rennen. Man machte aus der Not eine Tugend. Vettel hat bereits derart viele Komponenten aus seinem Antriebsstrang verbraucht, dass bald schon eine Strafversetzung droht. Bei Motor, Turbolader, MGU-H und Elektronikbox befindet er sich bereits in der vierten von fünf erlaubten Einheiten. Ricciardo hat überall eine Einheit weniger verbraucht, beim Steuergerät sogar zwei.

Nur zwei Wochenenden ohne Probleme

Der Weltmeister hat die Seuche am Hals. Es gab überhaupt nur zwei Wochenenden, bei denen es keine technische Probleme gab. Vier Mal in dieser Saison spielte Vettel die Technik in der Qualifikation einen Streich. In Melbourne der Motor, in Sakhir das Wastegate-Ventil, in Barcelona das Getriebe, in Monte Carlo die MGU-K.

Drei Mal fiel er aus. In Melbourne, weil sich zwei Zylinder abmeldeten. In Monte Carlo, weil die Turboladerwelle brach. Mindestens drei Rennen lang stimmte die Ausrichtung des Chassis nicht. Das provozierte ein unberechenbares Fahrverhalten beim Bremsen und Einlenken. Inzwischen weiß man, woran es lag. Die Messplattform in der Fabrik hatte einen Fehler.

Vettel hat in den acht Rennen insgesamt 1.699,6 Kilometer zurückgelegt. Teamkollege Daniel Ricciardo kommt auf 2.350,3 Kilometer. Der Australier blieb in dieser Saison von Technikproblemen verschont, auch wenn er die ersten beiden Rennen leere Kilometer schrieb. Ricciardo kam in Melbourne als Zweiter ins Ziel, bezahlte aber dafür, dass sich Red Bull bei der Benzindurchflussmenge nicht an die FIA-Vorgaben hielt. In Malaysia büßte er für einen missratenen Boxenstopp. Das Team holte Ricciardo nach fünf Boxenstopps wegen seiner aussichtslosen Position an die Box. Wie Vettel in Österreich.

Vettel mit Weltmeister-Team im Rücken

Wenn ein Fahrer immer ankommt und alle Pannen den anderen treffen, dann sind schnell Verschwörungstheorien bei der Hand. Teamchef Christian Horner winkt ab: "Bei Seb arbeitet die gleiche Mannschaft am Auto, die mit ihm vier Mal Weltmeister wurde. Sebastian weiß das." Im letzten Jahr war es umgekehrt. Da ging Vettel mit 5.730,4 Kilometern aus der Saison, Stallrivale Mark Webber mit 5.352,3 Kilometern. Webber musste vier Mal vorzeitig aufgeben, Vettel nur ein Mal.

Mit anderen Worten. Die Pannenserie bei Vettel ist Zufall. Im Fall von Österreich trifft das auf jeden Fall zu. Vettels Problem hätte jeden treffen können. Schuld war offenbar ein Problem in der Standardelektronik. Als er den Überholknopf drückte, reagierte der Motor nicht mehr auf das Gaspedal. Ricciardo wurde daraufhin vorgewarnt.

Pechsträhnen haben in der Formel 1 Tradition

Pechsträhnen sind nichts Neues in der Formel 1. 1967 legte Jim Clark im Lotus 2.938,9 Kilometer zurück, sein Teamkollege Graham Hill nur 2.137,4 Kilometer. Clark fiel fünf Mal aus, Hill acht Mal. 1991 brachte es Ayrton Senna auf 4.391,8 Rennkilometer. McLaren-Teamkollege Gerhard Berger nur auf 3.057,9 Kilometer. Nach Ausfällen stand es 3:7 zu Ungunsten von Berger.

Auch 2005 gab es bei Renault ein Ungleichgewicht. Alles Pech traf Giancarlo Fisichella. Er ging mit fünf Ausfällen und 4.380,9 Kilometer durch die Saison. Fernando Alonso wurde mit nur einem Ausfall und einer Gesamtleistung von 5.330,9 Kilometern Weltmeister. Und noch ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: 2011 schlug Nico Rosberg seinen Mercedes-Kollegen Michael Schumacher mit 5.274,3 zu 4.843,2 Kilometer. Schumacher blieb fünf Mal stehen, Rosberg nur zwei Mal.

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