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Technikrückblick

Licht und Schatten bei Williams

Formel 1, Testfahrten, Barcelona, 26.-27.02.2008 Foto: Wolfgang Wilhelm 143 Bilder

Williams-Technikdirektor Sam Michael zieht Bilanz. Das Team aus Grove hat sich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert, aber es wäre mehr möglich gewesen. Vier Defekte schmerzen genauso wie Nico Rosbergs Fehler in Singapur und Kazuki Nakajimas schwarze Serie.

24.10.2009 Michael Schmidt

Williams hatte eine gute Saison, die noch ein böses Ende nehmen könnte. Lange hatte der Rennstall von WM-Platz fünf geträumt, sich auf Rang sechs sicher gefühlt, um jetzt plötzlich noch den heißen Atem von BMW zu spüren. Das Problem von Williams ist, dass man nur ein Einmannteam hat. Kazuki Nakajima hat zu den 34,5 Punkten keinen einzigen Zähler beigesteuert.

Technisch gelang Williams im Vergleich zum Vorjahr ein großer Sprung nach vorn. Wenn Nico Rosbergs Leistungen ein Maßstab sind, dann war das Team unter dem Strich so gut wie Toyota. In der Spitze etwas weniger stark, dafür konstanter. Nur in Spa und Monza lag Williams völlig neben der Spur. Technikdirektor Sam Michael erklärt warum. "Nachdem Montreal und Indy aus dem Kalender gefallen waren, blieben mit Spa und Monza nur noch zwei Strecken übrig, auf denen wenig Abtrieb gefragt ist. Wir haben unsere Windkanalkapazitäten hauptsächlich auf die restlichen 15 Strecken konzentriert."

Williams bei der Aerodynamik in der Spitze

Mit Erfolg. Im letzten Jahr trennten die Williams 10 Prozent an aerodynamischer Effizienz von den Siegerautos. In diesem Jahr hat sich der Wert mehr als halbiert. Williams zählte neben Brawn GP und Toyota zu den drei Teams, die vom ersten Rennen an mit dem Doppeldiffusor fuhren. Die Idee dazu wurde aus den Zwängen des neuen Reglements geboren. "2008 begann der Diffusor 330 Millimeter weiter vorne", erzählt Sam Michael. "Die Querlenker liefen damals voll durch den Diffusor und wir haben ihre Oberfläche als eine Art Flap benutzt, um so die Expansionsfläche zu vergrößern. Mit dem nach hinten versetzten Diffusor in diesem Jahr war dieser Trick nicht mehr möglich. Also mussten wir etwas Neues finden, um mehr Diffusorfläche zu generieren. So kamen wir schließlich zu der doppelstöckigen Lösung."

Die Williams-Ingenieure wunderten sich in Melbourne, dass nicht mehr Teams auf den Zug aufgesprungen waren, obwohl man bei Testfahrten diese Art Unterboden bereits beobachten konnte. So schaffte man sich mit dem FW31 einen technischen Vorteil, von dem man bis zum GP Türkei gut zehren konnte. Trotzdem wusste die Mannschaft um Patrick Head und Sam Michael, dass man nicht untätig rumsitzen konnte, denn das Entwicklungstempo war noch nie so groß wie in diesem Jahr.

16 verschiedene Frontflügel

Der Output des Williams-Konstruktionsbüros war gewaltig. "Wir haben 16 unterschiedliche Frontflügel produziert. Hauptsächlich ging es um die Optimierung der Endplatten", rechnet Sam Michael vor. Je länger die Saison dauert, umso mehr Flaps und Finnen wuchsen dem Auto, obwohl das Reglement diese Anbauten eigentlich verbieten wollte. "Wir haben uns die Stellen am Auto ausgesucht, die noch nicht rote Zone waren", lächelt der Williams-Technikchef. "Das ist unter der Nase und knapp vor den Seitenkästen."

Alles drehte sich darum, die Luft möglichst sauber zum Diffusor zu leiten, wo der Großteil des Anpressdrucks erzeugt wird. Besonders stolz ist Michael darauf, dass praktisch alle Modifikationen auf der Strecke so funktionierten wie im Windkanal. "Unsere Trefferquote lag bei fast 100 Prozent. In Suzuka berechnete die Simulation einen Fortschritt von zweieinhalb Zehntel für das dort erstmals eingesetzte Aero-Paket. Und es waren zweieinhalb Zehntel."

Williams wieder zuverlässig

Auch die Standfestigkeit hat sich seit dem Katastrophenjahr 2006 stark verbessert. Vor drei Jahren blieben die Williams-Cosworth insgesamt elf Mal mit einem technischen Defekt stehen. In dieser Saison waren es vier, drei Mal davon im Umfeld Getriebe. Besonders der Getriebeschaden von Brasilien tat Williams weh. Nico Rosberg war auf dem Weg zu Platz vier und zu fünf WM-Punkten. Dieser Ausfall geht voll auf die Kappe des Teams. Er kompensiert die große Enttäuschung von Singapur, wo der Fahrer durch einen Fehler sichere acht WM-Punkte wegwarf.

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