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Tequila-Party bei Sauber

Perez schneller als alle Prognosen

Sergio Perez Sauber GP Italien 2012 Foto: Sauber 47 Bilder

Bei Sauber wurde in Monza mit Tequila gefeiert. Selbst die eigenen Ingenieure hatten lange nicht mit dem Podiumsplatz gerechnet. Teamchef Peter Sauber erklärt, wie es dazu kam und was jetzt noch zum ersten Sieg fehlt.

10.09.2012 Michael Schmidt

Eigentlich geht es bei Sauber eher bedächtig zu. Nach dem Rennen werden hinter den Boxen ein paar Flaschen Bier geköpft. Bei guten Rennen auch ein paar mehr. Diesmal fand im Motorhome eine feuchtfröhliche Party statt. Die Mexikaner im Team feierten lautstark den zweiten Platz von Sergio Perez. Und Peter Sauber feierte dankbar mit.

Sauber erstmals dreistellig

Es war das dritte Mal, dass Perez auf dem Podium landete. Und es war das vierte Mal, dass beide Sauber-Piloten gepunktet haben. Zum ersten Mal in der Geschichte von Sauber wurde die 100 Punktemarke geknackt. Kamui Kobayashi rettete auch noch zwei Zähler nach Hause. Damit hat Sauber 26 Punkte Rückstand auf Mercedes. "So viel wie vor Spa", stellte der Chef genüsslich fest.

Mercedes ist das Ziel der Schweizer. Das ist gar nicht so unrealistisch. Auch wenn Mercedes ein Facelift des Autos in Singapur bringt. Sauber wird in Suzuka mit seinem dritten Technikpaket kontern. Da lohnt sich jeder Cent, der noch in die Entwicklung des Sauber C31 investiert wird. Der Unterschied zwischen Platz fünf und sechs im Konstrukteurspokal beträgt mehrere Millionen Dollar.

Die drei Podiumsplatzierungen von Perez liefen alle nach dem gleichen Schema ab. Der Mexikaner kam immer aus den Niederungen der Startaufstellung. In Malaysia war es Platz 9. In Kanada Rang 15. Beim GP Italien Startplatz 12. Immer stoppte Perez spät und fuhr auf uralten Reifen schneller als manch seiner Gegner auf neuen. Und dann schaltete er in der zweiten Rennhälfte den Turbo ein.

Perez fährt eine Rekordrunde nach der anderen

Die zweite Rennhälfte von Monza hat Peter Sauber besonders gefallen: "Sergio ist ein eigenes Rennen gefahren. Er hat den Vorderleuten teilweise über eine Sekunde abgenommen. Wir trauten unseren Augen nicht, aber da kam ein Rekord nach dem anderen." Dass sich Sauber über die entgangene schnellste Rennrunde an Nico Rosberg ärgern konnte, ist fast schon Luxus. "Am Schluss waren die Mercedes-Fahrer schneller. Aber die hatten ja auch schon ihre dritten Reifen drauf."

An der Boxenmauer mussten die Sauber-Strategen ihre eigenen Kalkulationen umschmeißen. Als der Chef zu Halbzeit des Rennens von Chefingenieur Giampaolo Dall‘Ara eine Prognose erfragte, bekam er zur Antwort: so Platz sechs oder sieben. Dann musste sich der Italiener ständig korrigieren.

Perez war erst in der 29. Runde zum Reifenwechsel hereingekommen und auf Platz acht in die letzten 24 Runden gegangen. "Unser Wunschfenster lag zwischen Runde 24 und 30", verriet Sauber. "Wir waren schon überrascht, dass Sergio so spät noch so schnell fahren konnte."

Sauber-Strategie geht perfekt auf

Der Rennbeginn auf den harten Reifen lag laut Teammanager Beat Zehnder auf der Hand. "Mit vollen Tanks sind die harten Reifen besser. Mit den weichen Reifen konnte Sergio ein höheres Tempo fahren als die gesamte Konkurrenz. Er war wie mit einem Tunnelblick unterwegs. Als er an Alonso vorbeigegangen ist, wollte er sofort wissen, wie weit Hamilton noch weg ist." Zu weit, denn Lewis Hamilton hatte noch Reserven.

Die Gefahr, dass Perez die Reifen bei seiner Aufholjagd überstrapaziert, bestand nicht. Sauber: "Wir wussten ja von Kamuis ersten Stint, wie lange die Medium-Reifen halten." Jetzt fehlt Sauber nur noch der erste Sieg. Auch den schließt man im Lager der Eidgenossen nicht mehr aus. "Viel fehlt nicht mehr. Aber dazu brauchen wir bessere Startplätze", mahnt der Chef. "Wir müssen endlich den Fluch besiegen, dass wir nur ein gutes Rennergebnis abliefern, wenn wir von hinten losfahren."

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