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Test-Analyse

Ferrari knapp vor McLaren

Foto: McLaren F1 16 Bilder

Die beiden Top-Teams der Formel 1 gehen sich aus dem Weg. Ferrari testet in Bahrain, McLaren-Mercedes in Europa. Trotzdem haben die Datenanalysten bereits erste Hochrechnungen angestellt, wer wo steht.

07.02.2008 Michael Schmidt

Da keiner vom anderen weiß, wer mit wie viel Benzin unterwegs ist, werden Worstcase- und Bestcase-Kalkulationen angestellt. Die Wahrheit bewegt sich irgendwo in der Mitte. Aus diesen internen Analysen ergibt sich folgendes Bild: Auf eine Runde hat McLaren-Mercedes die Nase leicht vorn - im Schnitt um eine Zehntelsekunde. Bei Dauerläufen ist Ferrari weiter eine Macht, allerdings mit schwindendem Vorsprung. Geht man vom schlechtesten Szenario für McLaren-Mercedes aus, dann wäre Ferrari pro Runde um 0,3 Sekunden schneller.

Der Rückblick auf die bisher abgespulten Tests in Jerez, Valencia, Barcelona und Bahrain ergibt folgendes Bild: Die Bestzeit ging mit einer Ausnahme an die Silberpfeile. In Jerez lag sie bei 1:19,5 Minuten, ein Zehntel unter Ferraris schnellster Runde. In Valencia war Heikki Kovalainen mit 1:11,0 Minuten um fast zwei Zehntel flotter unterwegs als der beste Ferrari. Nach McLaren-Hochrechnungen hätte Kovalainen auf einer echten Qualifikationsrunde 1:10,5 Minuten fahren können.

Top-Teams ohne Schwächen?

Das gleiche traut man Ferrari zu. Das heißt: Die Roten haben ihre Schwachpunkte von 2007 abgestellt. Der F2008 ist schnell auf einer Runde und in langsamen Kurven. Letzte Woche in Barcelona kam es nicht mehr zum Duell der Giganten, weil Ferrari sein Lager in Bahrain aufgeschlagen hatte. McLaren markierte für einmal nicht die Bestzeit. Die ging mit 1:21,7 Minuten an Toro Rosso-Pilot Sebastian Vettel, der allerdings im Qualifikations-Trim unterwegs war. "Wir sollten schon in der Lage sein, "tiefe 1:21er Zeiten zu fahren, wenn wir es drauf anlegen", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Doch reicht das aus, um Ferrari in die Knie zu zwingen?

Aus Bahrain kamen beunruhigende Nachrichten. Ferrari unterbot die Trainingsbestzeit vom letztjährigen Grand Prix um drei Sekunden, und das ohne Traktionskontrolle. Was aussieht wie ein Wunder klärt sich schnell auf. Der Kurs von Bahrain war am GP-Wochenende 2007 wegen eines Sandsturms extrem langsam. Ferrari erzielte exakt die gleichen Zeiten wie bei den Testfahrten vor einem Jahr. Also kein Grund zur Panik. Es zeigt aber auch, wie gut Maranello gearbeitet hat.

Bahrain ist ein Stop-and-go Kurs, bei dem Bremsen und Beschleunigen die Hauptrolle spielen. Wer ohne Traktionskontrolle und ohne Motorbremse die gleichen Zeiten schafft wie mit elektronischen Fahrhilfen, hat sich die Favoritenrolle verdient. Die beiden Topteams schauen aber nicht nur auf sich. Hinter ihnen gibt es ein eng gestaffeltes Verfolgerfeld, das aus BMW, Renault, Red Bull und Williams besteht.

Konkurrenz mit Problemen

BMW hat deutlich aufgeholt. Der Rückstand auf McLaren schrumpfte in den Longruns auf 0,4 Sekunden. Ob das Problem, das im mechanischen Bereich liegt, wirklich gelöst ist, wird der Test kommende Woche in Jerez zeigen. Da muss auch Williams seine Leistungen bestätigen. Barcelona war wegen der strukturellen Schwächen an der Frontflügelaufhängung ein Reinfall. Dafür hat Red Bull mächtig zugelegt. "Die Zeiten von Mark Webber sind ernstzunehmen. Die haben nach unseren Erkenntnissen nicht mit dem Benzingewicht gespielt", verrät Norbert Haug.

Über Renault herrscht noch Rätselraten. Auf eine Runde büßte Fernando Alonso eine halbe Sekunde auf die McLaren-Mercedes ein. Es gab aber auch einen Longrun, in dem der Ex-Weltmeister im Schnitt nur zwei Zehntel über Lewis Hamilton lag. Wenn das ein Trend ist, könnte Renault noch eine Rolle spielen. Der neue R28 spulte in Barcelona erst seine zweite Testwoche ab. McLaren-Mercedes ist mit seinem MP4-23 schon seit Anfang Januar unterwegs. 8.672 Kilometer sind Rekord für ein neues Auto.

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