Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Test-Analyse

Rätsel um neue F1-Hackordnung

F1-Testfahrten Foto: Bridgestone 35 Bilder

Nach dem Test-Gipfel von Barcelona steht die Formel 1 mehr denn je vor einem Rätsel. Das erste und einzige Aufeinandertreffen aller zehn Teams hat für mehr Verwirrung als Erkenntnisse gesorgt.

13.03.2009

Völlig überraschend fuhr Honda-Nachfolger Brawn GP an den vier Testtagen auf dem Circuit de Catalunya vorneweg. Die Titelaspiranten Ferrari und BMW-Sauber tummelten sich eher im Mittelfeld. Favorit McLaren-Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton stürzte gar ans Ende der Formtabelle.

Vor allem die unerwartete Stärke des erst in letzter Minute geretteten Rennstalls um Ross Brawn verblüffte die Konkurrenz. "Wenn die in Melbourne genauso stark fahren, dann hat keiner eine Chance", befand Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel. Jenson Button und Rubens Barrichello waren in Barcelona unter allen Bedingungen schnell.

Button mochte die Freude darüber, dem Team auch in seiner schwärzesten Stunde nach dem Honda-Ausstieg die Treue gehalten zu haben, nicht verhehlen. "Klar habe ich riskiert, ohne Job dazustehen. Aber ich wusste anhand der Daten, was mich erwartet, wenn das Team überlebt", sagte der Brite.

Barrichello träumt vom Titel

Grand-Prix-Rekordteilnehmer Barrichello träumt auf seine alten Tage schon heimlich vom Titel, der ihm bei Ferrari als Nummer zwei hinter Michael Schumacher verwehrt blieb. "Dieses Auto ist eine Bombe. Das habe ich schon nach dem ersten Tag gespürt", erklärte der Brasilianer. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug urteilte aus der Ferne: "Die sind so gut. Da ist nichts gespielt."

Das starke Brawn-Debüt lindert bei Mercedes auch den Ärger über die enttäuschende Zwischenbilanz der Silberpfeile. Während mit dem Motorenkunden aus Brackley plötzlich sogar Grand-Prix-Siege winken und auch das ebenfalls mit Mercedes-Aggregaten ausgestattete Force-India-Team einen verbesserten Eindruck hinterließ, kommen die Autos mit dem Silberanstrich nicht auf Touren. Diagnose: Massive Schwierigkeiten mit der Aerodynamik.

McLaren-Piloten erhalten Redeverbot

"Wir haben ein Problem", hieß es in Barcelona knapp aus dem McLaren-Camp. Dann fielen die Rollläden an den Garagen. Die Fahrer hatten Redeverbot. Doch ihre Gesichter sprachen Bände. Champion Hamilton will sein Glück erzwingen und riskiert Unfälle. Der Brite ist der Crashkönig des Testwinters. Jetzt sollen es abschließende Probefahrten kommende Woche in Jerez richten. "Wir arbeiten rund um die Uhr daran, uns zu verbessern. Aber es kann möglicherweise das erste Saisondrittel vergehen, bevor deutliche Steigerungen möglich sind", erklärte Haug am Freitag (13.3.).

Positive Ausrufezeichen setzte Nico Rosberg mit Williams. Erstmals durfte der Wiesbadener in Spanien mit Minimal-Tankfüllung auf die Jagd nach Bestzeiten gehen und etablierte sich hinter den Brawn-Boliden auf Rang zwei. "Ich glaube daran, dass Williams von den neuen Regeln profitiert. Alles beginnt bei Null, und wir konnten nicht mehr schlechter werden", sagte Rosberg.

Fragezeichen hinter Ferrari, BMW und Toyota

Offen blieb, was die Titelaspiranten Ferrari und BMW-Sauber noch im Köcher haben. Meist experimentierten beide unter Rennbedingungen und wollten dabei feststellen, welchen Einfluss der Einsatz des Hybridantriebs auf den Verschleiß der Hinterreifen hat. Sogar bei BMW, dem größten Verfechter des neuen Energierückgewinnungssystems, ist noch nicht sicher, ob das KERS beim Saisonauftakt in Australien zum Einsatz kommt.

Als Geheimfavorit wird Toyota gehandelt. Das in Köln-Marsdorf beheimatete Team beteiligte sich nicht am Wettrennen um Bestzeiten. Jarno Trulli und Timo Glock drehten stur ihre Runden und notierten zufrieden, dass ihr Auto schonender mit den Reifen umgeht als die meisten anderen.

Dabei pokert Toyota hoch. Als einziges Team baute man ein Auto, das für den Verzicht auf KERS optimiert wurde. "Unseren Berechnungen nach fährt man auf den meisten Strecken ohne KERS schneller", sagte Technikchef Pascal Vasselon. Der Wersauer Glock geht zuversichtlich in seine zweite volle Formel-1-Saison: "Unser Auto ist unter allen Bedingungen schnell."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden