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Testanalyse Sektorzeiten

Ferrari in allen Disziplinen stark

Felipe Massa Ferrari F1 Test Barcelona 2013 Foto: xpb 21 Bilder

Wir haben die letzten beiden Testtage von Barcelona anhand von Speed-Messungen, Sektor-Daten und Rundenzeiten analysiert. In Teil 2 unserer Serie werten wir die einzelnen Sektorzeiten aus. Ferrari ist der Star im ersten und im dritten Sektor. Mercedes dominiert im zweiten.

08.03.2013 Michael Schmidt

Die Zeitmessung zerlegt den Circuit de Catalunya in drei Abschnitte. Der erste reicht vom Zielstrich bis auf die Gerade vor Kurve 4. In zwei mittelschnellen Kurven und dem 230 km/h schnellen Rechtsbogen ist die Aerodynamik gefragt. Der zweite Streckenteil geht bis ans Ende der Gegengeraden. Ein Segment für Allrounder. Zwei 180 Grad-Kehren, eine Dritte-Gang Linkskurve mit Bergaufpassage und ein 220 km/h schneller Rechtsknick in die Gegengerade hinein. Es ist der längste der drei Sektoren. Der dritte Abschnitt beinhaltet sechs langsame Kurven und den schnellen Rechtsbogen auf die Zielgerade. Hier zählt vor allem mechanischer Grip.

Alonso ging die Puste aus

Die Sektorbesteiten bedeuten nicht automatisch, dass dieser Wert in der schnellsten gefahrenen Runde erzielt wurde. Nur Paul di Resta, Pastor Maldonado, Jules Bianchi und Max Chilton haben alle drei Sektorbestzeiten in eine Runde verpackt. Deshalb ist bei der Analyse der Abschnittszeiten Vorsicht zu genießen.

Wer im ersten Sektor richtig Attacke gemacht hat, bezahlte im letzten Sektor dafür. Da verloren die weichen Reifen schon wieder an Grip. Auch der Umkehrschluss gilt. Nico Rosberg zum Beispiel legte zwei Sektorbestzeiten in seine zweitschnellste Runde von 1.20,180 Minuten. Im dritten Abschnitt ging wegen des hohen Anfangstempos schon Haftung verloren. Dafür ließ er es in seiner Rekordrunde etwas langsamer angehen und belohnte sich im Schlussabschnitt mit seinem persönlichen Bestwert.

Bei Fernando Alonso war es umgekehrt. In seiner schnellsten Runde mit 1.20,494 Minuten ging ihm im letzten Teil der Strecke die Puste aus. Da wurde er mit 27,779 Sekunden gemessen, um 0,26 Sekunden langsamer als bei seinem Sektorrekord von 27,519 Sekunden. Zum besseren Verständnis haben wir in den untenstehenden Tabellen die jeweilige Runde zum Sektor-Bestwert dazugestellt.

Der Ferrari kann alles gut

Trotzdem haben die Sektorzeiten von Fernando Alonso die meiste Aussagekraft. Der Spanier war im ersten und im letzten Sektor der schnellste, büßte allerdings im Mittelsektor drei Zehntel auf die Mercedes ein. Der Ferrari kann offenbar alles ganz gut und er schont seine Reifen insoweit, dass auf den letzten 1,5 Kilometern trotz verschärfter Fahrt im ersten Sektor immer noch genügend Grip da ist. Mit 27,779 Sekunden wäre Alonso immer noch Dritter hinter den Mercedes.

Der Ferrari F138 ist schnell auf der Geraden, schnell in schnellen Kurven, und er hat eine ausgezeichnete Traktion. Und das war einer der Schwachpunkte des Vorgängers. In der Qualifikation zum GP Spanien wurde Alonso im Schlusssektor mit 28,430 Sekunden gemessen. Das ging jetzt mit 27,519 Sekunden schon wesentlich besser. Man muss dabei allerdings einrechnen, dass Barcelona bei den niedrigen Temperaturen im Winter immer schnellere Rundenzeiten als beim Grand Prix erlaubt.

Mercedes muss mehr Abtrieb finden

Der erste Sektor verrät, dass Ferrari, Sauber und McLaren eine ordentliche Aerodynamik haben, und dass Mercedes da noch ein bisschen nachbessern muss. Da bewegten sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton auf dem Niveau von Force India. Die Zwischenzeit von Neuling Esteban Gutierrez bestätigt den zweiten Platz von Nico Hülkenberg. Der Sauber ist in schnellen Kurven eine Rakete.

Die Red Bull hängen hier nur im Mittelfeld herum, was nicht nur mit hohem Benzingewicht erklärt werden kann. Auch Williams hatte nicht abgetankt, war aber einen Hauch schneller. Red Bull ist ein Sonderfall. Man muss davon ausgehen, dass die Weltmeisterautos an den beiden letzten Tagen auf frischen Reifen nie unter 50 Kilogramm gefahren sind. Das erklärt auch, die Plätze 13 und 14 im letzten Sektor.

Der ist eigentlich eine Domäne von Adrian Neweys Autos. Seit 2011 sind die Red Bull nicht mehr die Könige der schnellen, sondern der langsamen Kurven. Im Stop-and-Go der letzten eineinhalb Kilometer tut Gewicht natürlich besonders weh. Trotzdem muss sich Red Bull da den Vergleich mit den ebenfalls schweren Williams und dem Toro Rosso von Jean-Eric Vergne gefallen lassen, der am Samstag vermutlich ebenfalls ordentlich Benzin im Tank hatte. Das zumindest lassen die Rundenzeiten der Toro Rosso vermuten. Da schneiden Vergne, Maldonado und Bottas besser ab als Vettel und Webber.

Warum ist Mercedes im Mittelsektor so schnell?

Der Mittelsektor ist ein Rätsel. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum Mercedes ausgerechnet dort so viel Zeit auf die Konkurrenz gutmacht. Wären die langsamen Kurven 4 und 5 ausschlaggebend, hätte Mercedes auch im letzten Sektor die Nase vorne haben müssen. Würde die superschnelle Kurve 9 die Hauptrolle spielen, dürften Rosberg und Hamilton im ersten Sektor nicht zweieinhalb Zehntel auf den Ferrari verlieren.

Ferrari ist im zweiten Sektor die zweite Kraft. Mit Alonso und Massa. Dann folgt der erstaunliche Force India, dem man seine Rundenzeiten gar nicht zutraut. Da er einen Mercedes-Motor im Heck hat, liegt der Verdacht nahe, die Motorleistung könnte in diesem Abschnitt ein Faktor sein. McLaren bewegte sich im Bereich der Force India und fährt ebenfalls mit Mercedes-Power.

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