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Testanalyse Top-Speeds

Ferrari schnell, Red Bull langsam

Mark Webber Red Bull F1 Test Barcelona 2013 Foto: Wolfgang Wilhelm 48 Bilder

Wir haben die letzten beiden Testtage von Barcelona anhand von Speed-Messungen, Sektor-Daten und Rundenzeiten analysiert. In Teil 1 unserer detaillierten Test-Auswertung beleuchten wir die Top-Speeds. Da liegt Ferrari neun km/h vor Red Bull. Das schnellste Auto auf der Geraden aber war ein Marussia.

06.03.2013 Michael Schmidt

Auf der Geraden werden keine Rennen gewonnen. Wäre es so, hätte Red Bull kein einziges Mal Weltmeister werden dürfen. Die Autos von Adrian Newey lagen in den letzten drei Jahren bei den Top-Speed-Messungen ständig im hinteren Feld. Die Red Bull-Verantwortlichen geben gerne dem angeblich schwachbrüstigen Renault-Motor die Schuld. Was natürlich Unsinn ist. Dann müssten Lotus und Williams auch hinten liegen. Lotus war aber gerade im vergangenen Jahr bei den Top-Speed-Messungen einige Mal an der Tabellenspitze. Mit dem gleichen Motor. Und sie sind auch jetzt wieder deutlich schneller.

Red Bull Letzter in der Top-Speed-Wertung

Red Bull ist aus anderen Gründen langsam auf der Geraden. Newey stellt sein Auto gerne stark an, was den einerseits den Abtrieb, andererseits aber auch den Luftwiderstand erhöht. Außerdem übersetzt der Meister des Reißbretts die Getriebe gerne kurz. Fahrbarkeit in den Kurven bringt mehr Rundenzeit als der höchste Speed auf der Geraden. Drei WM-Titel geben Newey Recht.

An der goldenen Regel, dass Red Bull auf der Geraden am Tabellenende steht, hat sich nichts geändert. "Wir sind schon wieder hinten dran", ärgerte sich Teamberater Helmut Marko. Die Weltmeistertruppe landete mit 307,7 km/h auf dem letzten Platz. Gefahren von Mark Webber am Samstag. Sebastian Vettel kam sogar nur auf 306,8 km/h.

Die Liste führt überraschenderweise ein Marussia an. Man könnte bei den 320,5 km/h von Jules Bianchi am Samstag von einem Einzelfall sprechen, doch der neue Mann im Team der Russen war am Sonntag mit 313,0 km/h auch relativ flott unterwegs. Vermutlich hat er bei seinem Rekordwert vom Windschatten profitiert.

Ferrari klar verbessert

Da sind die 316,7 km/h von Fernando Alonso, Nico Hülkenberg, Adrian Sutil und Paul di Resta schon eher repräsentativ. Bei Ferrari erstaunt der Top-Speed. Die roten Autos zählten im vergangenen Jahr noch zu den Schnecken auf der Geraden. Der alte F2012 stand wie ein Scheunentor im Wind. Die Tatsache, dass der neue Ferrari sowohl auf der Geraden als auch auf eine Runde schnell ist zeigt, um wie viel besser der neue F138 dasteht als sein Vorgänger.

Beim Sauber C32 sind die Top-Speed-Werte auch auf die schmalen Seitenkästen zurückzuführen. Sie bieten deutlich weniger Luftwiderstand. Der Force India VJM06 sieht zwar unauffällig aus, doch auch er hat relative schlanke Seitenkästen und damit wenig Stirnfläche. Es war das einzige Team, das an beiden Tagen auf die gleiche Höchstgeschwindigkeit kam.

Caterham entzog sich den Messungen

McLaren, Mercedes und Lotus liegen im Mittelfeld. Der Unterschied zwischen Lewis Hamilton mit 314,9 km/h und Nico Rosberg mit 312,1 km/h kann mit Windschatten zusammenhängen. Gleiches gilt für Jenson Button (315,8 km/h) und Sergio Perez (314,0 km/h). Williams und Toro Rosso platzieren sich vor Red Bull am unteren Rand der Tabelle.

Alle drei waren aber an den letzten Testtagen mit ordentlich Benzin unterwegs und kamen demzufolge auch schon langsamer aus der Zielkurve. Sie haben bereits auf dem Zielstrich ein Defizit zwischen neun und zwölf km/h zu den Top-Speed-Königen. Das pflanzt sich fort. Nur ein Team taucht überhaupt nicht in den Messwerten auf. Caterham entzog sich einer Analyse, vermutlich weil mit dem Transponder etwas nicht stimmte.

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