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Testanalyse Barcelona

Wie gut sind McLaren und Mercedes?

Nico Rosberg - Mercedes GP - Barcelona 2012 Foto: Mercedes 117 Bilder

Red Bull bleibt in allen Prognosen die Nummer eins. Während Williams, Sauber und Force India Strohfeuer abfackeln, verstecken sich McLaren und Mercedes hinter Dauerläufen. Die Teamchefs Martin Whitmarsh und Ross Brawn zogen eine kritisch positive Zwischenbilanz.

24.02.2012 Michael Schmidt

Die zweite Testwoche in Barcelona ist schwer zu lesen. Sauber und Williams fahren Bestzeiten. Kamui Kobayashi mit weichen, Pastor Maldonado mit superweichen Reifen. Paul di Resta wollte Eindruck schinden, flog aber nach einem schnellen ersten Sektor ins Kiesbett. Ferrari strauchelt weiter und kommt noch nicht einmal zu einem geregelten Testbetrieb.

Die Favoriten Red Bull, McLaren und Mercedes dagegen lassen ihre Muskeln noch nicht spielen. Sie sind meistens mit viel Benzin an Bord unterwegs. Vergleiche sind nur anhand der Rennsimulationen möglich.

Weniger Testkilometer bei Red Bull

Nicht nur Sebastian Vettel hängt in der Luft. "Ich sehe noch kein klares Bild. Wenn ich nur auf uns schaue, bin ich zufrieden." Im Vergleich zum letzten Jahr steht das Auto zu oft an der Box. Es gab Getriebeprobleme, und rund um den Auspuff wurde es zu heiß. "Nichts, um was wir uns Sorgen machen müssten", wehrt Teamchef Christian Horner ab.

"Letztes Jahr hat uns KERS in Atem gehalten, jetzt sind es andere Teile am Auto. Das ist ganz normal für die frühe Testphase." Ganz richtig liegt Horner damit nicht. Der alte Red Bull RB7 hatte nach acht Testtagen im letzten Jahr deutlich mehr Kilometer zurückgelegt als der neue RB8.

Whitmarsh: "Red Bull nicht superüberlegen"

Red Bull liegt trotzdem in allen Charts vorne. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh liest aber aus der Datenflut: "Red Bull hat ein solides, schnelles Auto. Aber sie sind nicht superüberlegen. Wir sind besser in schnellen Kurven, sie in langsamen."

Da schwingt Erleichterung mit. McLaren wird nächste Woche mit einem großen Facelift nach Barcelona kommen. "Das wird uns einen Schritt voranbringen", verspricht Whitmarsh. "Aber Red Bull wird vermutlich das gleiche tun." McLarens erster Mann glaubt trotzdem nicht, dass irgendeiner die Geheimwaffe auspackt: "Bis jetzt habe ich nichts entdeckt, was darauf hindeutet."

Whitmarsh sieht sich in einer deutlich besseren Ausgangsposition als im letzten Jahr. "Da sind wir unsere erste Renndistanz in Melbourne gefahren. Jetzt legen wir 500 Kilometer pro Tag zurück. Die Startbasis ist deutlich besser." Es gibt aber auch noch ein Defizit zu Red Bull, das möglichst schnell gelöst werden muss: "Sie bringen gebrauchte Reifen viel schneller in ihr Arbeitsfenster."

Mercedes noch kein Siegerauto

Bei Mercedes wurde die erste Euphorie nach dem Vergleich der Rennsimulationen von Michael Schumacher und Mark Webber etwas gebremst. "Red Bull war schneller", schloss Teamchef Ross Brawn aus der Datenflut und fügte hinzu: "Etwas deutlicher, als wir uns das erhofft hatten."

Ein Siegerauto sei der neue Mercedes noch nicht. Bereinigt um alle Parameter wie Reifenzustand und Tankinhalt beträgt der Unterschied zwischen einer halben und einer dreiviertel Sekunde. Damit wäre zwar der Rückstand aus dem Vorjahr halbiert, doch nach den ersten beiden Testtagen mit dem neuen Mercedes AMGW03 flogen die Träume etwas höher. Brawn weiß auch schon, wo man ansetzen muss. "Bei uns verschleißt der linke Vorderreifen schneller, und der Red Bull hat eine bessere Traktion."

Neuer Silberpfeil ist standfest

Die zweite Rennsimulation von Nico Rosberg am Freitag lieferte zwar Rundenzeiten, die sich mit denen von Webber vergleichen ließen, doch Brawn warnt: "Erstens hatten wir anhand der Erfahrungen vom Vortag das Setup verbessert. Michael war nicht happy mit der Balance des Autos. Zweitens ist Nico am Vormittag gefahren. Da ist es kühler und die Strecke schneller als am Nachmittag, als Michael und Mark unterwegs waren."

Die positive Erkenntnis im Lager von Mercedes ist, dass der neue Silberpfeil zwei Renndistanzen ohne technische Probleme überstanden hat. Das Getriebeproblem vom zweiten Testtag ist im Griff. "Wir können uns voll darauf konzentrieren, Speed zu finden. Im letzten Jahr war das anders. Da mussten ständig irgendwelche Brandherde gelöscht werden."

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die besten Fotos vom vierten Testtag in Barcelona.

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