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Testanalyse von Mercedes

Ferrari holt 1,1 Sekunden auf

Mercedes AMG W06 - Barcelona Test 2015 - Formel 1 Foto: xpb 29 Bilder

Testfahrten sind ein Buch mit sieben Siegeln. Aber nur für Außenstehende. Die Teams wissen dank schlauer Simulationsprogramme nach 12 Testtagen sehr genau, wer wo steht. Mercedes zum Beispiel kennt seinen Vorsprung und weiß, wie viel Ferrari im Vergleich zum Vorjahr aufgeholt hat.

01.03.2015 Michael Schmidt

Testfahrten waren lange ein großes Rätselraten. Die Teams haben früher ihre Gegner anhand von Annahmen analysiert. Man ging zu Beginn einer Rennsimulation von einem vollen Tank aus, notierte sich, wer wann auf welchen Reifen unterwegs war, ob sie neu oder gebraucht ans Auto kamen, und nahm das als Basis für alle anderen Rundenzeiten.

F1-Testfahrten sagen mehr als Rennwochenenden

Heute erledigen das schlaue Simulationsprogramme. Das Ausspionieren der Gegner gehört zum Geschäft. Und dazu zählen nicht nur die Fotos der gegnerischen Autos, die jeden Abend bei den Ingenieuren auf dem Tisch landen. Mit einer Technikanalyse und exakter Vermessung. Auch die Runden- und Sektorzeiten und die Geschwindigkeiten werden bis ins Detail untersucht. Bei Mercedes arbeiten während der Testfahrten sechs Leute daran, sich selbst und die Konkurrenz richtig einzuordnen. Leiter der Gruppe ist Strategiechef James Vowles.

So verwirrend das Testprogramm für Außenstehende erscheint, so klar ist das Bild bei den Spionen. Eine Analyse ist viel einfacher als an den Rennwochenenden. Weil mehr Runden gefahren werden, weil die Strecke zwischen 11 und 16 Uhr konstant ist. Und weil die Strecke GPS überwacht ist. In Barcelona seit dem zweiten Testtag. Nur am ersten Tag fehlte GPS. Und prompt krachte es zwischen Susie Wolff und Felipe Nasr.

Nach ein paar Tagen lichtet sich der Nebel. "Dann erkennst du bei allen ein bestimmtes Testmuster", erklärt Vowles. Und daraus entsteht eine Matrix, die den Ingenieuren und Strategiefüchsen alles verrät. Mercedes weiß von Ferrari fast so gut Bescheid wie Ferrari über sich selbst. Umgekehrt ist das natürlich genauso.

Mercedes liegt acht Zehntel vor dem Rest

Nach Mercedes-Auswertung aller Rundenzeiten liegt der Vorsprung der Silberpfeile in Barcelona bei 0,8 Sekunden pro Runde. Ein Ingenieur sagt dazu: "Das muss niemanden wundern. Wir hatten letztes Jahr ein gutes Auto. Keiner macht ein gutes Auto langsamer." Spannend wird es in der Verfolgergruppe. Ferrari, Red Bull und Williams liegen innerhalb einem Zehntel. Dahinter klafft eine weitere große Lücke, bevor Lotus, ToroRosso, Sauber und Force India folgen.

Ferrari hat sich nach den Berechnungen in Brackley von allen Teams am meisten gesteigert. Vor einem Jahr betrug der Rückstand der Roten auf die Silberpfeile 1.9 Sekunden. Jetzt ist er auf 0,8 Sekunden geschrumpft. Ferrari war aus Sicht von Mercedes ein spezieller Fall. Das Testprogramm verwirrte die Analysten zunächst.

Während Mercedes die Wintertests mit Longruns und Zuverlässigkeits-Checks begann, machte es Ferrari umgekehrt. Fuhr kurze Stints und verfeuerte jede Menge Reifen. Erst am vorletzten Tag schaffte Ferrari eine Renndistanz. Und da gab es eine neue Erkenntnis. Red Bull ist über die Distanz noch eine Spur schneller.

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