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Testreport Magny-Cours

Routinier schlägt Rookies

Magny-Cours 2012 Foto: xpb 36 Bilder

Der schnellste Mann bei den Rookie-Testfahrten der Formel 1 in Magny-Cours war ein Routinier. Jules Bianchi testet seit 2009 in diversen Formel 1-Autos. In Magny-Cours war er für Ferrari und Force India unterwegs. Die Bestzeit markierte er im Force India. Mercedes nutzte den Test um Neuentwicklungen auszuprobieren.

14.09.2012 Michael Schmidt

Die Engländer nennen die Veranstaltung "Young drivers days". Das Reglement erlaubt den Teams drei extra Testtage für Fahrer, die noch nicht an einem Grand Prix teilgenommen haben. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Für die meisten Piloten, die an den drei Tagen in Magny-Cours zum Einsatz kamen, war die Fahrt im Formel 1-Auto ein Wiedersehen. Die meiste Erfahrung brachte Jules Bianchi mit. Der 23-jährige Franzose ist seit 2009 Testfahrer bei Ferrari, seit diesem Jahr Reservepilot bei Force India und hatte vor seinem Programm in Magny-Cours in den vergangenen vier Jahren insgesamt 3.622 Kilometer abgespult. Von Rookie kann da keine Rede sein.

Bianchi an allen Tagen Schnellster

Bianchi war an den drei Tagen auf dem ehemaligen GP-Kurs im Herzen Frankreichs der fleißigste Fahrer. Der Dritte der letztjährigen GP2-Serie fuhr zwei Tage für Ferrari und einen für Force India und brachte es auf 1.506 Kilometer. Bianchi war an allen drei Tagen Schnellster und setzte am zweiten Tag mit dem Force India mit 1.16,467 Minuten die absolute Bestzeit.

Der Versuch, die Zeit am letzten Tag im Ferrari zu unterbieten, scheiterte am Wetter. Am Vormittag war die Bahn nass. Sie trocknete erst in den Mittagsstunden ab. Am Ende blieb die Uhr bei 1.16,985 Minuten stehen. An dem Tag, an dem Bianchi Dienst für Force India schob, kam der Italiener Davide Rigon bei Ferrari zum Einsatz. Er stellte mit 168 Runden den Dauerlauf-Rekord für einen Tag auf.

Mercedes fährt großes Entwicklungsprogramm

Auch Mercedes-Testpilot Sam Bird ist ein alter Bekannter im Formel 1-Cockpit. Der Engländer testet seit 2010 für das Team und hatte vor seinem zweitägigen Einsatz in Frankreich schon 2.222 Testkilometer auf seinem Konto. Bird wurde am dritten Tag durch Brendon Hartley abgelöst, einem der Simulatorfahrer von Mercedes. Der 22-jährige Neuseeländer hatte ebenfalls schon Formel 1-Erfahrung. 2009 spulte er 527 Kilometer in einem ToroRosso ab.

Bei Force India saß jeden Tag ein anderer Fahrer im Cockpit. Luiz Razia nahm am ersten Tag Platz im Auto von Nico Hülkenberg und Paul di Resta. Der Brasilianer drehte sich einmal und kam wegen technischer Gebrechen nur 65 Runden zum Einsatz. Am letzten Tag durfte Rodolfo Gonzalez ran. Der Venezolaner hat in den letzten Jahren regelmäßig für Caterham getestet. Insgesamt 1.358 Kilometer in drei Jahren. Gonzalez kam am letzten Tag auf 79 Runden und war mit seiner Zeit von 1.18,018 Minuten leidlich zufrieden. "Für mich waren die Strecke und das Auto neu. Da hätte noch mehr kommen können."

Ferrari und Force India ließen ihre Fahrer Reifen und Abstimmungsvarianten testen. Mercedes packte in den Rookie-Test ein groß angelegtes Entwicklungsprogramm mit einer neuen Auspuffanordnung, einen Dreifach-DRS und einer neuen Airbox. Teamchef Ross Brawn zeigte sich zufrieden: "Für uns war es ein wichtiger Test, der den Fahrern Kilometer in einem Formel 1-Auto verschaffte und es uns erlaubte, neue Teile auszuprobieren. Sowohl Sam Bird als auch Brendon Hartley haben ein gutes Feedback geliefert."

Für Jules Bianchi hat sich der Test gelohnt. "Im Force India hatte ich endlich mal die Gelegenheit einen vollen Tag zu fahren. Das ist schon etwas anderes als nur eine Trainingssitzung am Freitagmorgen. So konnte ich das Auto und seine Kontrollsysteme besser kennenlernen, sowohl mit vollen Tanks als auch mit weniger Benzin an Bord. Der Ferrari-Test konzentrierte sich hauptsächlich auf Aerodynamikmessungen und den Vergleich unterschiedlicher Fahrzeugabstimmungen. Ich glaube, wir konnten die Balance des Autos verbessern und haben ein paar Dinge gelernt, von denen Ferrari in den nächsten Rennen profitieren wird.

   

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