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Timo Glock im Interview

"Alle fangen bei Null an"

Timo Glock Foto: dpa 44 Bilder

Timo Glock geht optimistisch in seine zweite vollständige Saison. Durch das stark geänderte Reglement haben viele Teams die Chance, den Top Drei McLaren, Ferrari und BMW-Sauber Paroli zu bieten.

22.01.2009

Sie haben hier in Portugal nach der Winterpause erstmals wieder Ihre Kollegen anderer Teams, auch Ingenieure und Mechaniker getroffen. Wie ist die Stimmung in der Formel 1 angesichts der schweren Krise?
Glock: Ich bin nur kurze Zeit hier, aber bei uns ist die Stimmung ganz normal, jeder ist motiviert und freut sich auf die neue Saison. Ist natürlich eine schwierige Situation für alle im Moment. Die Krise spürt man jetzt, glaube ich, überall, auch bei uns in der Formel 1. Aber die Stimmung ist bei uns trotzdem weiterhin gut, besonders nach dem letzten Jahr, wo wir einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben. Nun ist jeder motiviert, auch den nächsten Schritt zu machen. Wir müssen aber schauen, dass wir alles vor dem ersten Rennen hundertprozentig umsetzen, da es jetzt relativ wenige Tests gibt.

Der zweimalige Champion Fernando Alonso sagte, in der neuen Saison sei wegen der vielen Änderungen alles möglich. Ist 2009 wirklich alles offen?
Glock: Mehr oder weniger fangen alle bei Null an, weil das Renn-Reglement so extrem geändert worden ist. Es ist natürlich schon ein großer Wechsel, aber ich glaube, dass im Prinzip die Top-Teams wie McLaren, Ferrari, auch BMW, die werden natürlich schon gut aussehen in diesem Jahr. Bei allen anderen Teams ist trotzdem die Möglichkeit gegeben, näher dran zu sein oder sogar mehr aufzuholen und vielleicht sogar vor den Top-Teams zu sein. Deswegen müssen wir abwarten, wie die ersten Rennen laufen.

Wird der Pilot eine wichtigere Rolle spielen?
Glock: Ich glaube schon ein bisschen, weil man einfach mehr Möglichkeiten hat im Auto, durch die verstellbaren Frontflügel und durch das KERS-System kommt es vielleicht ein bisschen mehr auf den Fahrer drauf an. Durch die geringere Aerodynamik ist der Fahrer etwas mehr gefragt, mit den Reifen umzugehen. Das sind alles so Kleinigkeiten, die wahrscheinlich schon eine tragende Rolle spielen.
 
Welche der Neuerungen sind aus Ihrer Sicht sinnvoll, welche machen weniger Sinn?
Glock: Also, ich glaube, auf jeden Fall die Aerodynamik zu reduzieren, etwas zu vereinfachen, das macht Sinn. Zurück zu den Slick-Reifen ist auch ein sinnvoller Weg. Hinter dem KERS-System (Energie-Rückgewinnung) steht für mich ein Fragezeichen, weil das etwas ist, das gegen die Kostenreduzierung spricht. Alle Teams haben Probleme, das auf ein Top-Niveau zu bringen. Das ist etwas, wo ich mir nicht sicher bin, ob das der richtige Weg war. Aber das liegt nicht in Fahrerhänden, sondern das entscheidet der FIA.

Was ist Ihr Ziel vor der zweiten Saison in der Formel 1?
Glock: Mein Traum wäre natürlich, das erste Rennen für Toyota zu gewinnen. Das wäre mein Traum, mein Ziel, und so oft wie möglich wieder auf dem Podium zu stehen. Das hat mir im letzten Jahr ganz gut gefallen. Wir müssen einen Schritt nach vorne machen.

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