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Timo Glocks Hoffnung

Kein Regen, keine Crashs, kein Chaos

Timo Glock GP Brasilien 2011 Foto: xpb 66 Bilder

Keine guten Nachrichten für Timo Glock: Der Wetterbericht für Sao Paulo spricht immer noch von Regen. Aber er soll erst am Samstagabend kommen. Glock dagegen wünscht sich ein ganz normales Rennen. Darauf, dass er die Caterham im Regen schlagen könnte, will er sich erst gar nicht einlassen.

22.11.2012 Michael Schmidt

Für Marussia geht es um viel Geld. Zehn Millionen haben oder nicht haben. Wenn das Team Zehnter im Konstrukteurspokal bleibt, winken zehn Millionen Dollar extra aus Bernie Ecclestones Kasse. Dazu darf Caterham am Sonntag nicht Zwölfter werden. "Unter normalen Umständen ist das unmöglich", sagt Glock.

Glock will keinen Fehler riskieren

Aber was ist schon normal in dieser Formel 1. Der Wetterbericht kündigt Regen an. Zunächst sollte es am Samstag und Sonntag regnen. Laut Vorhersage soll die Schlechtwetterfront Sao Paulo nun erst am Samstagabend erreichen.

Für Glock immer noch zu früh. "Ich brauche weder Regen noch Chaos in der ersten Kurve." Dass er bei nassen Bedingungen vielleicht die Caterham aus eigener Kraft schlagen könnte, darauf will es Glock nicht ankommen lassen. "Vielleicht wünsche ich mir ja im Nachhinein Regen, aber wenn ich wählen könnte, würde ich darauf verzichten. Die Möglichkeit Fehler zu machen ist einfach viel größer."

Glock zieht positive Saisonbilanz

Der 30-jährige Hesse will, dass das Saisonfinale den guten Gesamteindruck nicht trübt. "Meine Bilanz fällt positiv aus, wenn ich daran denke, dass wir im Winter gar nicht testen konnten. Ab Mitte der Saison haben wir mit der Entwicklung angezogen. Nach der Sommerpause hat sich der Sprung auch gezeigt. Alle Ausbaustufen haben funktioniert, und wir konnten die Lücke zu Caterham schließen."

Dass die Marussia im Rennen dann meistens doch hinter den grünen Autos landeten, lag am fehlenden KERS. "Gerade in der Anfangsphase des Rennens ist die Extrapower von KERS ein Vorteil", gibt Glock zu bedenken.

Highlight der Saison war der zwölfte Platz von Singapur, mit dem Glock seinem Rennstall möglicherweise einen großen Geldsegen beschert. "Es sind vor uns zwar ein paar Leute ausgefallen, aber wir haben von der Strategie her viel riskiert und das ist aufgegangen. Ich bin mit einem Reifensatz 34 Runden am Stück gefahren. Für mich war dieser zwölfte Platz so viel wert wie früher ein zweiter im Toyota."

Auf der negativen Seite stehen die drei Wochenenden, in dem der Marussia beim Bremsen ein merkwürdiges Fahrverhalten an den Tag legte, weil sich die Hinterachse zu stark bewegte. "Die Rennen haben für mich wegen der technischen Probleme praktisch gar nicht stattgefunden."

Glock zuversichtlich für 2013

Für Glock haben sich die Rennen verändert, seit er mit dem Marussia am Ende des Feldes fahren muss. Das Überrunden lassen kostet viel Zeit. "Manchmal verlierst du nur fünf bis zehn Runden, weil du den Schnelleren Platz lassen musst. So war es in Austin. Dann gibt es aber auch Grand Prix wie in Indien, da wurden mir 25 bis 30 Runden kaputtgemacht."

"Eigentlich haben wir ein ganz gutes System entwickelt, wie wir bei den Überrundungen so wenig wie möglich Zeit verlieren. Wir planen die Überrundungen auch mit in unsere Strategie ein. Das Team warnt mich immer rechtzeitig, wann von hinten einer anfliegt. Ich versuche das dann so zu timen, dass ich möglichst wenig Zeit dabei verliere."

Glock freut sich schon auf nächstes Jahr. Gibt es überhaupt eine vierte Saison angesichts der Meldungen aus England, dass Marussia mit 49 Millionen Pfund in der Kreide steht? Glock kennt die Schreckensnachrichten natürlich auch, ist aber nicht beunruhigt: "Wir arbeiten an einem größeren Budget. Die Vorbereitung für 2013 läuft ganz normal. Mit dem neuen Auto haben wir schon drei Windkanalsitzungen abgeschlossen. Ich habe nichts Gegenteiliges gehört."

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