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Marussia-Pleite in Kanada

Der Leidensweg von Timo Glock

Timo Glock GP Kanada 2012 Foto: xpb 63 Bilder

Timo Glock hat seinen Marussia in Montreal 14 Runden vor dem Ziel abgestellt. Erst macht der Motor Ärger, dann die Bremsen. Glock stoppte gerade noch rechtzeitig. Die Bremsscheibe vorne links war gefährlich weit abgefahren.

11.06.2012 Michael Schmidt

Montreal war nicht die Rennstrecke für Marussia, und der GP Kanada nicht das Rennen für Timo Glock. Die Marussia hatten für den Stop-and-Go-Kurs auf der Isle de Notre Dame das falsche Paket. Zu langsam auf der Geraden, zu wenig Abtrieb für die Schikanen. Sogar die HRT waren schneller.

Marussia langsamer als HRT

"Wir hatten nicht genügend Zeit, uns auf ein Aero-Paket für mittleren Abtrieb zu konzentrieren", erklärte ein leidgeprüfter Glock. Schon in Training verlor er eine halbe Sekunde auf HRT-Pilot Pedro de la Rosa. Auch im Rennen musste er sich hinter dem Spanier anstellen. Der HRT war auf der Geraden um vier km/h schneller.

Das lag auch daran, dass bei Glock die Motortemperatur schon ab der vierten Runde gefährlich anstieg. "Ab da habe ich Leistung verloren, und ab der 17. Runde wurde es so schlimm, dass mir allein auf der langen Geraden zweieinhalb Zehntel gefehlt haben. So habe ich den Anschluss zu Pedro verloren."

Als Glock im Sandwich der Caterham nach deren ersten Boxenstopp fuhr, kühlten auch noch die Hinterreifen zu stark aus. Er zog den ersten Boxenstopp vor. Nach dem Reifenwechsel in Runde 24 machte Glock eine Erfahrung, die auch Sebastian Vettel an der Spitze feststellte. "Die härteren Reifen wollten lange nicht auf Temperatur kommen." Weil Teamkollege Charles Pic erst vier Runden später stoppte, kam der Franzose an Glock vorbei.

Bremsen gefährlich weit abgefahren

Doch Glocks Leidensweg ging weiter. "Ich konnte die Lücke zu Charles von elf auf sechs Sekunden schließen, als die Bremsen langsam nachließen. Bis mir irgendwann das Bremspedal durchgefallen ist. Ich bin an die Boxen gefahren und dort haben wir gesehen, dass die Bremsscheibe links vorne gefährlich weit abgefahren war. Es ging um Millimeter. Zwei Runden länger, und mir wäre das Ding um die Ohren geflogen. Zum Glück haben wir rechtzeitig aufgehört."

Sonst wäre es Glock womöglich so gegangen wie Jean-Pierre Jabouille 1980 oder Heinz-Harald Frentzen 1999. Beide hatten spät im Rennen Bremsdefekte und als Folge davon böse Unfälle.

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