Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Timo Glock

Mehr Reifen bringen nicht mehr Action

Timo Glock Marussia GP England 2012 Foto: xpb 98 Bilder

Im Training von Silverstone sahen die vielen Fans auf den Tribünen zumeist nur feuchten Asphalt. Einige Teams redeten sich heraus, dass sie zu wenig Reifensätze zur Verfügung hatten. Timo Glock gibt dagegen freimütig zu: "Auch mit mehr Reifen wären wir wohl nicht mehr gefahren."

06.07.2012 Tobias Grüner

In allen Presseaussendungen nach dem Freien Training von Silverstone war der gleiche Satz zu lesen. "Es tut uns leid für die Fans." Die englischen Formel 1-Schlachtenbummler waren am Freitag (6.7.) trotz widrigen Bedingungen in Scharen an die Strecke gepilgert. 80.000 machten sich insgesamt auf den Weg zum Traditionskurs und sorgten damit für ein mittelschweres Verkehrschaos.

Bedingungen waren zu gefährlich

Doch die Mühen wurden am Ende nicht belohnt. Bei 15°C und Nässe frierten die Fans auf den Tribünen und sahen dem Spiel der Regentropfen auf dem Asphalt zu. Nur sporadisch kam mal ein Auto vorbei. "Wir haben leider nur drei Reifensätze", entschuldigte Lokalmatador Lewis Hamilton den mangelnden Fahrbetrieb und zuckte mit den Schultern.

Timo Glock wollte das als alleinige Ausrede aber nicht gelten lassen. "Es stimmt. Wir haben nur drei Sätze Regenreifen für das Wochenende. Aber heute war es einfach zu gefährlich auf der Strecke. Vor allem, wenn man neue Teile am Auto hat. Mit mehr Reifen wären wir wohl auch nicht mehr gefahren."

Der Hesse bittet um Verständnis für die Lage der Teams und der Fahrer: "Es bringt uns ja nichts, wenn wir für die Fans rausgehen und dann das Auto kaputtfahren. Ich kann aber auch nicht richtig verstehen, wie hier 80.000 Fans bei dem Wetter anreisen. Ich wäre wahrscheinlich daheimgeblieben und hätte es mir vom Fernseher aus angeschaut. Das zeigt, dass die Fans hier motorsport-verrückt sind. Für uns und die Formel 1 ist das natürlich super."

Regen macht die Strecke unberechenbar

Bei Glock blieb der Zähler am Ende bei 17 Runden stehen. Kamui Kobayashi setzte mit 35 Umläufen den Bestwert. "Es war extrem schwer", berichtet Glock über die Verhältnisse auf der Piste. "Es gibt komischerweise hier viele Stellen, an denen der Asphalt das Wasser relativ gut aufnimmt. Und auf einmal ist dann wieder ein riesen See vor Dir und Du fängst an zu schwimmen. Wenn viele Autos fahren, verschieben sich die Wasserstellen auch noch. Und wenn einer vor dir ist, dann siehst du gar nichts."

Beinahe hätte auch Glock für seinen Mut bezahlt. Am Ende hielt er das Auto aber gerade so auf dem schwarzen Bodenbelag. "Da waren schon zwei drei Momente dabei, die haarig waren. Auf der Hangar-Gerade habe ich kurz vor Schluss im siebten Gang einmal Aquaplaning bekommen. Das Problem an den Reifen ist, dass das Aquaplaning so abrupt kommt, dass man nichts mehr machen kann."

Glock hat Verständnis dafür, dass der Tanz auf der Rasierklinge auch mal schiefgeht. "Das kann passieren." Den Crash von Kollege Bruno Senna in der schnellen Chapel-Passage konnte der Marussia-Pilot aber nicht ganz nachvollziehen. "Das war eigentlich offensichtlich, dass an der Stelle viel Wasser stand."

Update-Teile funktionieren ohne Zwischenfälle

Glock rückte am Freitag erstmals mit dem neuen Update-Paket aus. Es gab neue Flügel vorne und hinten sowie einen komplett überarbeiteten Auspuff im McLaren-Stil. Von den erhofften fünf bis acht Zehnteln Verbesserung war beim ersten Test aber noch nichts zu spüren. "Wir haben leider keinen Vergleich zum alten Paket im Regen. Deshalb ist es unmöglich zu sagen, ob es eine Verbesserung war."

Immerhin gab es keine kritischen Zwischenfälle mit den Update-Teilen. Hitzeschäden oder ähnliche Probleme waren nicht zu erkennen. "Wir haben direkt zu Beginn des zweiten Trainings einen Test gemacht. Und da war alles normal. Auch vom Fahrverhalten gibt es nichts, was außergewöhnlich schlecht oder außergewöhnlich gut war." Deshalb sollen alle Teile auch am Rest des Wochenendes weiter getestet werden.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden