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Timo Glock erleichtert

Rückkehr zum Normalzustand

Timo Glock GP Monaco 2012 Foto: xpb 61 Bilder

Timo Glock atmet auf. Sein Marussia benimmt sich wieder wie ein richtiges Rennauto. Die Fehler sind gefunden und behoben. Jetzt richtet sich der Blick auf Silverstone. Da soll ein Upgrade einen massiven Fortschritt bringen.

05.06.2012 Michael Schmidt

Für Timo Glock beginnt die Formel 1-Saison zum zweiten Mal. Sie war in Melbourne mit der positiven Erkenntnis gestartet, dass der Marussia MR01 ein ordentliches Rennauto ist. Um Welten besser als seine beiden Vorgänger. Doch seit dem GP Bahrain war der Wurm drin. Zwei Rennen lang kämpfte Glock mit einem Auto, dessen Heck beim Bremsen und Einlenken ein Eigenleben führte. "Es hat brutal übersteuert, und das ging nach wenigen Runden auf die Reifen."

Glock begann an sich selbst zu zweifeln

Verdachtsmomente gab es viele. Als Glock bei den Testfahrten von Mugello im Auto von Charles Pic Platz nahm, glaubte man das Rätsel gelöst zu haben. Die hintere Crashstruktur stand im Verdacht, vielleicht sogar das Getriebegehäuse. An beiden Komponenten lenkt die Hinterradaufhängung an. Irgendetwas in diesem Bereich war weich.

Pics Dienstwagen benahm sich im Vergleich zum Schwesterauto völlig normal. Als Glock in Barcelona in sein modifiziertes Rennauto zurückkehrte, hatte sich nichts geändert. "Ich begann schon an mir selbst zu zweifeln, ob ich vielleicht das Fahren verlernt habe", schüttelte Glock den Kopf.

Dann brachte ein Abflug im freien Training und der Bruch der Hinterachse die Techniker langsam auf die Lösung. Die Anlenkpunkte der hinteren Querlenker waren ausgeschlagen. So bewegte sich bei jedem Lastwechsel das ganze Heck.

Bremsbalance verschiebt sich zu schnell

Dazu kam noch eine Fehleinstellung der Bremsbalance. Die ist in der Regel so justiert, dass sie bei abnehmendem Pedaldruck mehr Bremskraft dosiert nach hinten verteilt. Die Betonung liegt auf dosiert. Bei Glocks Auto ging der Transfer der Bremskraft nach hinten viel zu schnell.

In Verbindung mit dem instabilen Heck war der Marussia mit der Startnummer 24 praktisch unfahrbar. Die Hinterräder zeigten die Tendenz zum Blockieren. Das erhöhte den Reifenverschleiß, und das wiederum vergrößerte das Problem. Ein Teufelskreis.

Da die Misere nach dem GP China begann, hat Glock einen Zwischenfall im Training in Shanghai im Verdacht. "Da bin ich in einem freien Training abgeflogen, weil irgendetwas mit dem Auto nicht stimmte. Vielleicht ist damit alles losgegangen."

Glock seit Monaco wieder in der Spur

Seit dem GP Monaco ist wieder alles im Lot. Glock verlor im Q1 der Qualifikation nur 0,543 Sekunden auf den schlechteren der beiden Caterham. Im Rennen lag der 30-jährige Hesse bis Runde 53, einen Umlauf vor seinem unplanmäßigen zweiten Boxenstopp, nur 9,914 Sekunden hinter Heikki Kovalainen. Und der hatte immerhin Jenson Button im Schlepptau.  Im Vergleich der schnellsten Rennrunde fehlten den Marussia nur drei Zehntel auf die Caterham. Das ist verschmerzbar.

Glock hofft, dass die vielen kleinen Pannen in seinem Team bald ein Ende haben. Und er blickt gespannt auf Silverstone. Da erwartet die Marussia-Piloten ein größeres Facelift, darunter auch ein neuer Heckflügel. "Wenn die Daten sich bewahrheiten, dann ist das ein richtig großer Schritt", meint Glock vorsichtig optimistisch. Bis jetzt konnte er sich auf eines im Team immer verlassen. Die Versprechungen vom Windkanal und aus dem Simulator wurden auf der Rennstrecke zuverlässig erfüllt.

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