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Rätsel um Glock-Unfall

Glock wird am Sonntag nicht starten

Timo Glock Foto: dpa 32 Bilder

Update ++ Glock startet nicht ++ Timo Glock fuhr im Qualifying von Suzuka in der Zielkurve mit 260 km/h einfach geradeaus und krachte in die Reifen. Die Daten zeigen jedoch keinerlei Defekt.

03.10.2009 Tobias Grüner

Timo Glock hätte am besten in Singapur bleiben und seinen zweiten Platz noch etwas feiern sollen. Japan war in dieser Woche kein gutes Pflaster für den Deutschen. Zuerst steckte er sich bei Teamkollege Jarno Trulli an und musste das Freitagstraining mit einer Erkältung und Fieber auslassen, dann krachte der geschwächte Pilot in Qualifying mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel der Zielkurve.

Glock nicht einsatzfähig

Bei dem Aufprall zog sich der gelernte Gerüstbauer aus dem Odenwald eine tiefe Fleischwunde am linken Unterschenkel zu, die mit zwölf Stichen genäht werden musste. Vermutlich hat er sich an der Lenksäule gestoßen. Außerdem klagte der 24-Jährige über Schmerzen im Rücken, als er per Hubschrauber in das Krankenhaus nach Yokkaichi transportiert wurde.

Wie sich am Abend japanischer Zeit immer mehr herauskristallisierte, wird Glock am Sonntag nicht teilnehmen. Sein Startplatz wird leer bleiben. Ein Einsatz von Ersatzmann Kamui Kobayashi kommt nicht in Frage. Wie die Rennleitung bestätigte, hätte der Japaner am Samstag fahren müssen, um einsatzberechtigt zu sein.

Warum crashte Timo Glock?

Die Unfallbilder aus der Cockpitkamera erinnern an den Crash von Ayrton Senna. Glock lenkt ein, aber der Toyota fährt geradeaus. Die Toyota-Ingenieure schwören jedoch Stein und Bein: "Es gibt auf den Daten keinerlei Anzeichen für einen Defekt mit der Lenkung."

Teamchef John Howett behauptet sogar, dass der Fahrer keinen physischen Versuch unternommen habe am Lenkrad zu drehen. Da muss der Toyota-Feldherr nicht genau hingeschaut haben. Das Toyota-Lenkrad, das am oberen Holm waagrecht verläuft, steht diagonal zur Horizontalen im Cockpit und entspricht in etwa dem Lenkeinschlag für die bergab führende letzte Kurve von Suzuka.

Erste Vermutung: Lenkdefekt

Der Toyota näherte sich langsam dem äußeren Grasstreifen. Als das Auto mit allen vier Rädern neben der Strecke fuhr, war der Aufprall nicht mehr zu verhindern. Obwohl die meisten Fahrer aufgrund der TV-Bilder einen Lenkdefekt vermuteten, meinte Nico Rosberg, dass man in dieser Kurve durchaus wegen eines Fahrfehlers abfliegen könne.

"Es ist eigentlich eine einfache Kurve. Sie geht ja fast geradeaus. Aber Mark Webber hatte vor drei Jahren einen ähnlichen Crash im Rennen. Wenn du Probleme mit der Traktion hast, kommst du am Kurvenausgang ganz an den Rand der Straße. Und wenn du dann nicht genau aufpasst und mit zwei Rädern auf den Grünstreifen gerätst, dann geht die Post ab."

Warum blickt Glock nach unten?

Ross Brawn fiel beim Studium der Fernsehaufnahmen auf: "Glock schaut kurz bevor er die Strecke verlässt, nach unten ins Cockpit." Da schließen sich zwei Fragen an: War er kurz unkonzentriert, oder gab es ein Problem im Auto, weswegen er seinen Blick nach unten senkte?

Für Timo Glock ist es nicht der erste Crash in seiner Karriere. Erst vor gut einem Jahr prallte sein Toyota in Hockenheim - ebenfalls am Eingang der Zielgerade - in die Boxenmauer. Damals sorgte eine gebrochene Spurstange an der Hinterradaufhängung für den Abflug. Glock blieb eine Nacht im Krankenhaus, blieb aber ohne Verletzungen.

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