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Timo Glock-Zukunft

Force India oder DTM-BMW?

Glock Hülkenberg 2012 Foto: xpb 61 Bilder

Marussia hat den Abschied von Timo Glock am Montag (21.1.2013) offiziell verkündet. Der Rennstall braucht Geld. Glock ist zu teuer. Unklar ist, wo der 92-fache Grand Prix-Teilnehmer in Zukunft fährt. Glock werden DTM-Ambitionen nachgesagt. Er könnte aber auch bei Force India landen.

21.01.2013 Michael Schmidt

Nach drei gemeinsamen Jahren wurde die Beziehung zwischen Timo Glock und seinem Arbeitgeber Marussia vorzeitig beendet. Wie der britische Rennstall am Montag offiziell mitteilte wurde die Trennung in beiderseitigem Einvernehmen vollzogen. Böse Worte gab es zum Abschied keine.

Marussia zur Trennung von Glock gezwungen

"Timo hat in den vergangenen drei Jahren einen entscheidenden Beitrag für das Team geleistet. Er ist ein fantastischer Fahrer und er war im Team sehr beliebt", bedankte sich Teamchef John Booth bei seinem Piloten. Der Brite ließ auch durchblicken, warum man den Deutschen trotz seiner Verdienste ziehen lassen muss.

"Die Herausforderungen, mit denen unser Geschäft konfrontiert ist, zwingen uns zu Entscheidungen zur Sicherung der langfristigen Zukunft. Es herrschen wirtschaftlich harte Zeiten. Die kommerziellen Bedingungen sind für jeden schwierig, das gilt auch für Formel 1-Teams."

Booth macht keinen Hehl daraus, dass er die Zusammenarbeit gerne fortgesetzt hätte. Doch offenbar gab es keine Alternative: "Wir möchten uns für Timos Hilfe bei der Arbeit an dieser Lösung bedanken, vor allem auch weil er einen gültigen Vertrag hatte. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft und gratulieren dem nächsten Team, dass sich die Dienste eines so ambitionierten, professionellen und erfahrenen Rennfahrers sichert."
 
Auch von Glock selbst gab es zum Abschied freundliche Töne, auch wenn die Zeit beim finanziell schwach aufgestellten Hinterbänkler-Team nicht immer einfach war. "Ich hatte drei exzellente Jahre mit Marussia, in denen mir die Chance geboten wurde, aktiv beim Aufbau und der Entwicklung des Teams in der Formel 1-WM teilzuhaben. Ich wünsche dem Team viel Glück, die kommende Zeit zu überstehen und bedanke mit für die tolle Zeit und die Unterstützung."

Zu seiner Zukunft will sich Glock noch nicht konkret äußern. "Es ist zwar nicht der Weg, den ich geplant hatte, aber ich bin jetzt schon sehr aufgeregt, was die meine berufliche Zukunft bereithalten wird. Ich hoffe, dass ich bald Näheres darüber sagen kann."

Landet Glock in der DTM?

Große Sorgen machen muss sich der Hesse wohl nicht. Möglicherweise sehen ihn die Fans schon bald in der DTM wieder. Dort könnte BMW die erste Anlaufstelle sein. Mit den Münchnern verbindet Glock eine gemeinsame Formel 1-Vergangenheit. 2007 war er Testfahrer beim BMW-Sauber Team. Für einen Wechsel zu den Bayern spricht eine Twitter-Nachricht von Dirk Müller am Sonntag: "Glückwunsch. Welcome in the club", hatte der BMW-Werkspilot an Glock geschrieben. Dessen Antwort: "Psss... danke."
 
Möglich ist auch ein Verbleib in der Formel 1. Force India hat nach dem Abschied von Nico Hülkenberg noch ein freies Cockpit. Seit Wochen wird über den zweiten Fahrer neben Paul di Resta spekuliert. Adrian Sutil schien seinen Sitz bereits sicher zu haben. Dann wurde es ruhig um den Gräfelfinger. Als Ferrari erklärte, man werde für Ex-Testfahrer Jules Bianchi ein Cockpit suchen, hatte der Franzose plötzlich gute Karten auf eine Anstellung bei dem indischen Rennstall.

Dass nun auch Glock auf dem Markt ist, könnte der Grund sein, warum sich die Bekanntgabe des zweiten Force India-Fahrers bis zu Beginn der Testfahrten im Februar hinziehen soll. Sportdirektor Otmar Szafnauer hält sich zu dem Thema bedeckt und lässt sich nur einen Satz entlocken: "Wir nehmen den Schnellsten, der auf dem Markt ist."

Warum also nicht Glock? Er ist schnell und hat Erfahrung. Force India will 2013 den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung von Sauber zurückerobern und die 109 Punkte aus dem Vorjahr übertreffen. Das macht man am besten mit zwei Fahrern, die regelmäßig in die Punkte fahren können.

Wie geht es bei Marussia weiter?

Bei Glocks altem Team Marussia ist die Zukunft weiter unklar. Zuletzt kursierten sogar Gerüchte, dass der Rennstall in diesem Jahr gar nicht antritt. Bis jetzt gibt es auch noch keinerlei Informationen darüber, wann das neue Auto fertig wird und mit welchem Modell Anfang Februar in Jerez getestet werden soll.

Marussia war schon 2012 auf die Mitgift von Charles Pic angewiesen. Der Franzose wechselte zu Caterham und wurde durch Max Chilton ersetzt. Der 21-jährige Engländer bringt Sponsorgeld von AON mit. Sein Vater ist der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Versicherungsriesen.

Doch mit Chilton ist Marussia noch nicht viel geholfen. Er ersetzt nur einen anderen Bezahlfahrer. Mit dem Verlust des zehnten Platzes in der Konstrukteurswertung beim letzten Rennen in Brasilien ging Marussia fest eingeplantes Geld in der Größenordnung von zehn Millionen Dollar verloren.

Glock war ein Kostenfaktor. Er bezahlte nicht fürs Fahren, sondern wurde bezahlt. Angeblich mit drei Millionen Dollar pro Jahr. Da drängte sich die Suche nach einem zweiten Pay Driver geradezu auf. Der Markt ist voll davon. Bruno Senna, Giedo van der Garde, Luiz Razia und Vitaly Petrov sind noch auf der Suche nach einem Cockpit. "Wir werden in Kürze ein Update zum Fahrerpersonal bekanntgeben", erklärte Teamchef John Booth.

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