Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Timo Glocks Testbilanz

1.200 Kilometer, aber nur virtuell

Marussia MR01 Foto: Marussia 6 Bilder

Timo Glock musste viel Geduld haben. Zuerst war das Testdebüt mit dem neuen Marussia für den letzten Barcelona-Test angekündigt. Dann schaffte das Auto zum dritten Mal den Crashtest nicht. Übrig blieben 100 Kilometer an einem Filmtag. Trotzdem kennt Glock sein neues Auto schon ganz gut. Er fuhr 1.200 Kilometer im Simulator damit.

14.03.2012 Michael Schmidt

Für Timo Glock finden die Testfahrten mit Verspätung statt. Andere hatten zwölf Tage in Jerez und Barcelona. Er hat einen Tag in Melbourne. 180 Minuten, in denen er den neuen Marussia MR01 kennenlernen muss. Ferrari hat das mit seinem Auto in 88 Stunden nicht geschafft.

Am Samstag schlägt für den Hessen gleich die Stunde der Wahrheit. Dann muss er die 107-Prozent-Hürde überspringen. Und die könnte diesmal sehr hochliegen. In der ersten Qualifikation des Jahres werden auch die Topteams kein Risiko eingehen und voll fahren. "Ich weiß echt nicht, was mich da erwartet. Mir fehlt das Gefühl, wo wir uns einordnen können."

Crashtests werfen Marussia zurück

Der Weg des Marussia MR01 zum ersten Rennen war ein Drama. Der Entwicklungsfahrplan war auf der letzten Rille gestrickt, weil sich der Rennstall nach der Trennung von Technikchef Nick Wirth im Umbruch befand. Technikberater Pat Symonds musste zuerst einmal eine neue Mannschaft aufbauen. Beim Designbeginn des neuen Autos saßen zwei Leute in seinem Büro.

Es war von Anfang an klar, dass es auf einen Zweistufenplan hinauslaufen würde. Zunächst musste ein Basisauto gebaut werden, mit dem Timo Glock und Charles Pic die Saison beginnen können. Später sollte ein Aerodynamik-Facelift dazu kommen. Daran arbeitet die neu zusammengewürfelte Aerodynamiktruppe im Augenblick. Wenn alles gut geht, ist es beim Start der Europasaison einsatzbereit.

Neues Marussia-Heck fällt durch

Doch es geht nicht immer alles gut. Marussia kann ein Lied davon singen. Eigentlich war die Testpremiere des neuen Autos für die zweite Barcelona-Woche vorgesehen. Doch kurz davor war das Auto zum dritten Mal durch den Heck-Crashtest gefallen. "Alle anderen Crashtests haben wir locker bestanden. Nur an dem einen hing es", ärgert sich Glock.

Symonds hat die Form der Crashstruktur im Heck neu gestaltet. Beim ersten Crashtest wurde das Ziel nur ganz knapp verfehlt. Deshalb ging man den zweiten vielleicht mit einer Spur zuviel Selbstvertrauen an. Und fiel erneut durch. Dann machte sich Nervosität breit. Das war noch nie hilfreich. Auch der dritte Test klappte nicht. "Wir haben jetzt auch nicht diese Riesenmannschaft, die auf alle Probleme sofort reagieren kann. Irgendwann lief uns die Zeit davon", verteidigt Glock sein Team.

Mehr Kilometer im Simulator als auf der Strecke

So musste er sich bis zum Montag vergangene Woche gedulden, bis er die ersten Kilometer im neuen Auto zurücklegen konnte. Marussia buchte 13 Tage vor dem Saisonstart Silverstone für zwei Filmtage. "Da fährst du mit Demoreifen, also kannst du nicht viel sagen. Das Gefühl war ganz gut, aber es war eben nur ein Gefühl."

Trotzdem kennt Glock sein neues Auto schon ganz gut. Er hat mit ihm bereits drei Tage im McLaren-Simulator verbracht. "Drei Tage sind ungefähr 1.200 Kilometer", rechnet der Marussia-Pilot vor. Wenn man dem Simulator glauben darf, dann wird die 107-Prozent-Hürde kein Problem. Die Daten versprechen einen großen Schritt nach vorn. Glock wehrt trotzdem ab: "Ich bin da mal vorsichtig, weil wir noch nicht soviel Simulatorerfahrung haben."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden