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Überleben am Limit

Filmtipp - SWR - F1 - Überleben am Limit Foto: SWR Fernsehen

Es ist der richtige Zeitvertreib über die Feiertage. Das SWR-Fernsehen zeigt am zweiten Januar den Beitrag "Überleben am Limit". Autor Eberhard Reuß dokumentiert die wilde Zeit des Motorsports zwischen 1968 und 1985. auto motor und sport hat den Film schon gesehen.

22.12.2015 Michael Schmidt

Vielen ist der Motorsport von heute zu perfekt und zu berechenbar. Doch früher war auch nicht alles besser. Vor 40 Jahren war die Formel 1 noch herrlich unbeschwert. Dafür aber brandgefährlich. Die Rennfahrer der damaligen Zeit waren Gladiatoren, der Motorsport ein Drahtseilakt zwischen Leben und Tod. Viel zu viele fanden auf der Rennstrecke den Tod.

Eberhard Reuß zeigt am 2. Januar 2016 im SWR-Fernsehen zwischen 17.15 und 18.00 Uhr in seinem Beitrag "Überleben am Limit", wie der Sport mit beängstigender Regelmäßigkeit zur Todesfalle wurde. Und wie die Rennfahrer von damals mit dem Risiko umgingen. "Grand Prix-Rennfahrer waren damals wie Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg in ihren Spitfire- oder Messerschmitt-Maschinen. Regelmäßig verloren sie ihre Kameraden und starteten trotzdem", sagt Jackie Stewart.

Stewart, Ickx, Mass und Stuck kommen zu Wort

Der dreifache Weltmeister kommt genauso wie sein damaliger Gegner Jacky Ickx und die beiden deutschen Formel 1-Piloten der 70er Jahre Jochen Mass und Hans-Joachim Stuck ausreichend zu Wort. Im Rückblick erscheint ihnen der Ritt auf der Rasierklinge als Wahnsinn. Ickx kommt zu dem Schluss: "Überleben war alles eine Frage des Glücks."

Es geht um die Zeit zwischen 1968 und 1985. Ausgehend von dem Todessturz von Jim Clark bei einem Formel 2-Rennen am Hockenheimring. Der Schotte war am Abend zuvor noch Gast im Aktuellen Sportstudio und musste dabei dümmliche Fragen des Moderators aushalten. Der Film von Reuß zeigt auch die provokant kritische Einstellung der Deutschen Fernsehanstalten gegenüber dem Sport zur damaligen Zeit. Zeitweise wurde die Übertragung der Rennen boykottiert. Im irrigen Glauben, das tödliche Spektakel sei Selbstzweck.

Die Kritik wurde durch immer neue Unfälle gefüttert und mit viel Polemik dankbar geschürt. Die TV-Macher von einst machten sich nicht die Mühe, hinter die Kulissen zu blicken. Reuß tut es. Die Autos waren so gefährlich, weil es die Konstrukteure nicht besser wussten. Die Rennstrecken wurden zum Grab, weil viele Veranstalter fahrlässig handelten. Der Verband unternahm zu wenig, weil den Funktionären in ihren Club-Sakkos das Sicherheitsbewusstsein fehlte, wie es Stewart in dem Film ausdrückte.

Es waren die Fahrer, allen voran Jackie Stewart, Jochen Rindt und später Niki Lauda, die das Problem in die eigene Hand nahmen und gefährliche Rennstrecken wie den Nürburgring oder Montjuich aus dem Kalender komplimentierten.

"Ich habe immer gewusst, dass es passieren kann“

Jochen Mass gibt heute zu, dass ihm schon zu seiner aktiven Zeit das Risiko bewusst war. "Ich habe immer damit gerechnet, dass etwas passieren kann, ja passieren muss. So war es dann auch bei mir mit ATS." Der Deutsche brach sich bei einem schweren Testunfall in Silverstone wegen eines Aufhängungsbruchs beide Beine und verletzte sich an der Lunge.

Es bedurfte dann aber doch noch zwei weiterer Weckrufe, um mit der Formel 1 abzuschließen. Mass wurde 1982 in Zolder mit seinem March nach einem Missverständnis zur Abschussrampe für den Ferrari von Gilles Villeneuve. Der charismatische Kanadier starb bei der Kollision. Nur zwei Monate später passierte Mass das gleiche, als er in Paul Ricard auf den Arrows von Mauro Baldi auflief.

Mass und Stuck konzentrierten sich nach ihrer Formel 1-Zeit auf Sportwagenrennen bei Porsche, nur um dort vom Regen in die Traufe zu kommen. 1985 starben Manfred Winkelhock und Stefan Bellof innerhalb von vier Wochen bei Langstreckenrennen.

Mit diesem Bild endet der Film. Er vergisst zu erwähnen, dass der größte Lebensretter zu der Zeit bereits gefunden war. Die Formel 1 hatte 1985 schon fast komplett auf Kohlefaser-Chassis umgestellt. Die Porsche 962C, in den Winkelhock und Bellof den Tod fanden, waren noch Aluminiumrenner.

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