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Todt

"Australien kann passieren"

Foto: dpa 11 Bilder

Nach seinem viel diskutierten Rücktritt vom Posten als Ferrari-Geschäftsführer hat sich Jean Todt am Samstag (22.3.) in Sepang selbst zu Wort gemeldet. Danach sei der Abgang bereits seit vier Jahren geplant gewesen.

22.03.2008 Tobias Grüner

"Der Plan dafür liegt schon lange vor", sagte der 62-Jährige. "Schon 2005 habe ich Montezemolo gesagt, dass ich bis spätestens März 2008 kürzer treten werde." Dafür dass der Franzose diesen Zeitrahmen nun bis ans Äußerste ausgereizt hat, gibt es viele Gründe. "Ich wollte vor allem noch warten, bis die neue Führungsmannschaft eingearbeitet ist", sagt Todt. Außerdem wolle Luca di Montezemolo zukünftig selbst mehr Zeit in die Arbeit für Ferrari investieren.

Der Ferrari-Präsident will im Mai von seinem Posten als Präsident des Unternehmer- und Industrieverbandes Confindustria zurücktreten. "Damit habe ich jetzt endlich mehr Zeit für mich selbst", freut sich Todt. "Ich habe in den letzten 15 Jahren keinen Arbeitstag verpasst. Jetzt ist es an der Zeit ein neues Kapitel aufzuschlagen."

Pech in Australien

Die Spekulationen, dass er jetzt nach dem Fehlstart in Australien selbst wieder für Ordnung sorgen will, weist der ehemalige Teamchef zurück: "Meine Reise hier nach Sepang war schon länger geplant. Aber nach der Vorstellung in Melbourne versuche ich mich bedeckt zu halten und präsentiere mich nicht der Öffentlichkeit."

Die Pleite im Auftaktrennen will Todt nicht überbewerten: "Man darf keine falschen Schlüsse aus diesem einen Rennen ziehen. Australien kann passieren." Den Vorwurf, die neue Führungsriege trage Mitschuld an dem schlechten Abschneiden, wies Todt scharf zurück: "Wir hatten Pech und alles Schlechte in einem einzigen Rennen. Auch in meiner Ära hatten wir solche Wochenenden."

Grundstein wird gelegt

Für seine Zukunft hat sich Todt nach eigener Aussage noch keine Pläne vorgenommen. "Ich genieße jetzt erstmal das Leben außerhalb des Rennsports." Nur ein Projekt liegt dem 62-Jährigen am Herzen: seine Stiftung zur Erforschung von Erkrankungen des Nervensystems (ICM). "Ich werde demnächst den Grundstein für ein Krankenhaus in Paris legen. Dort werden die 1.000 besten Ärzte der Welt auf diesem Gebiet arbeiten."

Im Ferrari-Team hinterlässt Todt große Fußstapfen, in die das Führungsquartett erst noch reinwachsen muss. Kommen die "Neuen" mit dem Druck klar? "Wir haben gute Leute, wir haben ein gutes Auto und wir werden gewinnen. Aber das Leben in der Formel 1 ist hart. Als Ferrari-Chef stehst du immer in der im Fokus und musst bei Niederlagen einen Preis bezahlen. Dafür ist das Gewinnen auch umso schöner."

Kein neuer FIA-Präsident

Die Verantwortung und die Aufgaben sind nun auf vier Schultern verteilt. "Ich war ja auch früher nicht alleine. Wir hatten immer ein großes Team." Gerne würde Todt seine alte Mannschaft öfter an der Strecke besuchen. Das soll aber die einzige Verbindung zur Formel 1 bleiben. Die Gerüchte, dass Todt demnächst Max Mosley als Präsident des Automobil-Weltverbandes beerben will, bestritt der Franzose dagegen. "Max Mosley ist ein großartiger FIA-Präsident und ein guter Freund. Ich hoffe, dass er noch lange im Amt bleiben wird."

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