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FIA-Präsident Jean Todt

Todt spricht sich für Testtage aus

Todt Whitmarsh GP Türkei 2011 Foto: xpb

FIA-Präsident Jean Todt ist mit dem Unterhaltungswert der Formel 1 zufrieden. Seiner Meinung nach hat sich die Show verbessert. Allerdings spricht sich der Franzose für eine Abschaffung des kompletten Testverbots aus. An den Turbomotoren für 2013 hält er weiter fest.

08.05.2011 Bianca Leppert

Beim GP Türkei stattete der FIA-Präsident Jean Todt der Formel 1 einen Besuch ab. Die letzten Rennen hatte der 65-Jährige am Fernsehen verfolgt. Dabei wurde ihm keineswegs langweilig. Die Neuerungen in der Formel 1 bereiteten ihm viel Freude. "Der verstellbare Heckflügel, KERS und die Reifen haben sehr geholfen, die Show zu verbessern", sagt der ehemalige Ferrari-Teamchef. "Wenn ich an der Stelle der Teamchefs wäre, würde ich meine Leute ermutigen, alles genau zu analysieren." Besonders beeindruckt zeigte sich Todt von Mark Webbers Strategie beim GP China.

Drei Mal zwei Testtage

Die in der Vergangenheit aufgekommene Kritik an den Reifenfetzen kann er nicht ganz nachvollziehen. "Wir haben die Entscheidung von Pirelli sehr begrüßt", sagt er. "Wir dürfen nun nicht ungeduldig sein. Es ist ein Lernprozess." Der verstellbare Heckflügel findet hingegen nicht seine volle Begeisterung. Er ging nur auf den Vorschlag der Teams ein, um die Harmonie zu wahren. "Ich finde ihn zu künstlich", sagt er.

Todt hört aber nicht nur auf die Teams, sondern hat auch eigene Ideen. Dass es keine Testfahrten mehr gibt, ist ihm ein Dorn im Auge. Denn die Teams verlagern die Entwicklungsarbeit nun einfach von der Strecke in die Fabrik. "Das spart nicht gerade Kosten", sagt er. "Für die Zukunft wollen wir das ändern. Es sollte drei Mal zwei Testtage während der Saison geben. Wir werden das bei der nächsten Sitzung der Formel 1-Kommission in Valencia zur Sprache bringen." Wenn der Vorschlag dort Zustimmung findet, will er das Testen bereits für 2012 erlauben. Sonst strebt er die Neuregelung für 2013 an.

Todt hält an Turbomotor fest

2013 wird die Formel 1 ohnehin in ein neues Licht gerückt. Dann kommen die neuen Turbomotoren zum Einsatz. Trotz der Kritik von Bernie Ecclestone, hält Todt daran fest. "Das ist einstimmig beschlossen worden", sagt Todt. "Es gibt keinen Grund das zu überdenken." Am 21. Mai findet in Barcelona ein Treffen statt, bei dem weitere Details zum Thema Motor besprochen werden sollen. "Ich freue mich auch über den neuen Motorenhersteller Pure", sagte Todt. Hinter dem Projekt steht Jacques Villeneuves Ex-Manager Craig Pollock.

Zu dem angeblichen Kaufinteresse von der Investmentgruppe Exor an der Formel 1 wollte sich Todt nicht ausführlich äußern. "Ich weiß nur, dass die CVC kein Interesse hat, zu verkaufen. Ich finde es ohnehin seltsam, dass jemand etwas kaufen will, ohne dass es zum Verkauf steht." Sollte es doch irgendwann einmal zum Verkauf kommen, hätte die FIA ein Veto-Recht.

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