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Todt: Ziehsohn als Nachfolger

Im November 2007 wurde Stefano Domenicali zum neuen Ferrari-Teamchef befördert. Formel 1-Insider kannten den 42-Jährigen Italiener schon lange, als Teammanager und als Strategen an der Boxenmauer.

"Als ich im November letzten Jahres von meiner Beförderung erfahren habe, ging es mir wie einem kleinen Jungen der Fußball spielt und dem plötzlich gesagt wird: Morgen darfst du in der Champions League mitkicken", erinnert sich Domenicali.

Ferrari-Mann seit 17 Jahren

Stefano Domenicali kam 1991 zu Ferrari. Er verbrachte sein ganzes Berufsleben bei der Scuderia. "Ich hatte alle möglichen Posten, zum Beispiel in der Buchhaltung und der Technik. Ich war Streckendirektor in Mugello und ich habe mit Sponsoren zusammengearbeitet."

"Ich bin der Ziehsohn von Jean Todt", sagt Domenicali. "Ich bin aber immer ich selbst geblieben. Jean Todt bleibt außerdem mein Chef." Der 61-jährige Franzose fungiert jetzt als Generaldirektor von Ferrari.

Von Jean Todt habe er viel gelernt, sagt der neue Mann an der Spitze des erfolgreichsten Formel 1-Teams der letzten zehn Jahre. Sein größter Vorteil ist die Leidenschaft, die er in seine Arbeit legt. Er schubst alle an und verlangt, dass sie das Beste aus sich herausholen. Manchmal ist Todt aber zu schroff. Das ist bei den Beziehungen zu seinen Mitarbeitern nicht besonders hilfreich."

Sensibler Teamchef

Sich selbst sieht Domenicali als Mann des Ausgleichs: "Ich gehe alle Probleme grundsätzlich positiv an. Mein größter Fehler ist es, dass ich die Dinge in meinem Inneren sehr stark und intensiv erlebe. Nach außen bin ich ruhig, aber in mir brodelt es. Vielleicht bin ich etwas zu sensibel."

Die Forderung von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der kürzlich verlangte, dass sein Team in den nächsten fünf Jahren acht von zehn möglichen WM-Fahrer- und Marken-Titeln gewinnen solle, wiegelt Domenicali clever und diplomatisch ab. "Ja, der Präsident hat hoch angesetzte Ziele", sagt er. "Wir fahren, um zu gewinnen. Und wir sind sehr ehrgeizig. Wir müssen aber bescheiden bleiben und immer daran denken, dass wir in diesem Jahr noch nichts geleistet haben. Alle Titel aus der Vergangenheit zählen nichts. Ich schaue nie in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft."

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Claus Mühlberger

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