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Toro Rosso im Niemandsland

Ascanelli muss Fabrikdienst schieben

Giorgio Ascanelli Foto: Red Bull 26 Bilder

Die Toro Rosso schlugen sich in Istanbul mit den Force India um die letzten Plätze. Einer der Gründe für den Rückschritt liegt sicher darin, dass Technikchef Giorgio Ascanelli in der Fabrik schon die Weichen für die Saison 2010 stellen muss.

09.06.2009 Michael Schmidt

Nach dem WM-Punkt für Sebastien Bourdais in Monte Carlo endete der GP Türkei für Toro Rosso mit einer Enttäuschung. Sebastien Buemi kam nach hartem Kampf mit Weltmeister Lewis Hamilton als 15. ins Ziel, sein französischer Kollege Bourdais als 18. und Letzter. Mehr war nach den schwachen Trainingsergebnissen auch nicht zu erwarten. Die Toro Rosso-Piloten fanden weder eine geeignete Abstimmung für diesen komischen Kurs, noch brachten sie die Reifen zum Arbeiten. Istanbul überraschte alle damit, dass ab einem gewissen Temperaturbereich der harte Reifen schneller als der weiche war.

Ascanelli muss Team aufbauen

Buemi und Bourdais fehlt noch die Erfahrung, sich in schwierigen Situationen gut aus der Affäre zu ziehen. Und dem Team fehlt Technikdirektor Giorgio Ascanelli an der Boxenmauer. Der Italiener ist ein Fuchs in Bezug auf die Abstimmung. Doch Ascanelli muss daheim in Faenza Fabrikdienst schieben. "Giorgio baut gerade das Team auf, mit dem wir unser nächstjähriges Auto konstruieren. Das ist ein unheimlich aufwändiger Prozess", erklärte Teamchef Franz Tost. Vom nächsten Jahr an muss Toro Rosso sein Auto selbst konstruieren. Deshalb wurden 30 neue Leute an Bord genommen, ein Konstruktionsbüro gegründet und die nötigen Werkzeuge beschafft. Da ist Ascanelli unabkömmlich.

Am Auto lag es nicht, dass die Toro Rosso am Ende des Feldes herumkrebsten. Bis auf den Doppeldiffusor und das Karbongetriebe ist man jetzt auf dem Stand von Red Bull. "Uns fehlen zwei, drei Zehntel auf unser Schwesterauto. Jetzt müssen unserer Fahrer nur noch Gas geben", fordert Teamchef Tost. Der Doppeldiffusor ist erst beim GP Ungarn einsatzbereit. Die Umbaumaßnahmen im Heck erfordern viel Zeit. "Und ich will erst einmal sehen, wie der Diffusor funktioniert, bevor ich viel Geld ausgebe", sagt Tost.

Motoren-Test beim Kundenteam

Im Freitagstraining ist Toro Rosso eine Art Versuchskaninchen. Nicht nur das A-Team Red Bull, auch Ferrari nutzt seinen Kunden als Datenbank. Die Motoren, die Buemi und Bourdais im Freitagstraining fuhren, hatten das Rennen in Melbourne und sechs Freitagstrainings auf der Kurbelwelle. Insgesamt 2.500 Kilometer.

Ferrari will so herausfinden, wie viel die Triebwerke aushalten. Die Toro Rosso-Piloten müssen es ausbaden. Sie waren am Freitag um bis zu 15 km/h auf der Geraden langsamer als der Rest. Wenn sie am Samstag in ihre Cockpits steigen, sitzen sie in einem anderen Auto. Die frischeren Motoren geben deutlich mehr Leistung ab, und damit steigen auch die Top-Speeds. Tost weiß: "Ab 1.400 Kilometern lässt die Power dramatisch nach."

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